Flumenthal

«Wohnen im Alter» geht in entscheidende Phase

Sie stellten das Projekt vor: (Von links) Architekt Markus Sterki, Felix Steiner, Ernst Würsch, Herbert Steiner und Reinhard Hänggi.

Sie stellten das Projekt vor: (Von links) Architekt Markus Sterki, Felix Steiner, Ernst Würsch, Herbert Steiner und Reinhard Hänggi.

«Wohnen im Alter» macht Fortschritte in Flumenthal. Rund 80 Interessierte besuchten eine Infoveranstaltung zum Thema.

«Wohnen im Alter» werde schon seit 21 Jahren in Flumenthal diskutiert, doch wegen des Mangels an geeigneten Grundstücken sei es nicht weiterverfolgt worden, berichtete Ernst Würsch. Als Privatperson hat er inzwischen aber wichtige Vorarbeiten geleistet und sogar eine Zusicherung des Kantonalamtes für Raumplanung zur möglichen Realisierung erhalten.

Denn die ins Auge gefasste, 3600 Quadratmeter grosse Baulandparzelle, die südlich an den Sportplatz und das Schulhaus anschliesst und der Einwohnergemeinde gehört, müsste von der Zone für öffentliche Bauten in eine Spezialzone «Alterswohnen» umgewandelt werden. «Für alle mit Planung und Bau zusammenhängenden Belange brauche ich jetzt breite Schultern», freute sich Würsch. Breite Unterstützung erfährt er durch eine 7-köpfige Workshopgruppe, eine Zweierkommission für Finanz- und Baurechtsfragen, drei Baufachleute und die fünf Mitglieder im Arbeitskreis «Anforderungen».

Zu Grundsätzen von «Wohnen im Alter» hatte Reinhard Hänggi, Berater im Verband Wohnen Schweiz, die rund 80 Zuhörenden ausführlich informiert. «Nach wie vor fehlen hierzulande erschwingliche, altersgerechte Wohnungen», resümierte er. Mit einem Blick in die örtliche Statistik zeigte Würsch, dass von den aktuell 964 Flumenthalern 206 Personen, das sind 21 Prozent, über 65 Jahre alt sind und davon 143 in Einfamilienhäusern wohnen.

Eine ideale Partnerin

Als Bau- und Verwaltungsträger sei diese gemeinnützige, preisgünstige und nicht gewinnorientierte Organisationsform ideal, umriss Würsch den Aufbau einer Wohnbaugenossenschaft. Jeder könne Mitglied werden und sich auch zusätzlich bei weiteren Aufgaben engagieren. Anteilscheine kosten 5000 Franken. Organe sind die Genossenschafterversammlung, der 5-köpfige Vorstand und eine externe Revisionsstelle. Der Baurechtsvertrag soll über 80 Jahre abgeschlossen werden. Für den Bau findet keine öffentliche Submission statt, was laut Würsch zu Einsparungen im Umfang von 20 Prozent führt. Gehaftet wird mit dem Genossenschaftskapital.

Felix Steiner umriss als Präsident der kommunalen Bau- und Werkkommission den jetzigen Stand des Projektes, das mit der Umzonung des Grundstücks, der Erschliessung, der Baubewilligung und dem Baurechtsvertrag vier Hürden zu nehmen habe. Bei allen Schritten involviert seien Behörden und Souverän. «Die informelle Vorprüfung sieht bereits positiv aus». Das Bauprojekt folge der Richtplanvorgabe «Verdichten nach innen». Erlaubt sei eine 3-geschossige Bebauung mit beliebiger Dachform. Die Baukosten bezifferte Herbert Steiner als Mitglied im Initiativkreis auf total 4,5 Mio. Franken. Seine Finanzierungsaufstellung mit teilweise schon zugesicherten Posten durch Spenden (75 000 Franken), freiwillige Darlehen (180 000 Franken), Gemeindeanteile (90 000 Franken), Handwerkereinlage (150 000 Franken), dem Verkauf von 2 Attika- und 2 Dreizimmerwohnungen zu 1,82 Mio. Franken, einer Anleihe von 1,3 Mio. aus der Emissionszentrale, dem Bankkredit über 645 000 Franken und der Abrundung über 240 000 Franken aus dem «Fonds de roulement» hinterliessen einen soliden Eindruck. «So wäre unser Projekt bezahlbar», machte Steiner Mut.

Der Fahrplan steht

Vizegemeindepräsident Markus Zubler erläuterte das weitere Vorgehen, das schrittweise mit Gemeinderat und Stimmbürgern durchgeführt werde. «Bisher sind für die Einwohnergemeinde noch keinerlei Kosten entstanden.» Zonenvorschriften und Baurechtsvertrag liegen bereits im Entwurf vor.

Weitere gemeinderätliche Bedingungen müssten aber noch erfüllt werden, damit ab Ende März ein «pfannenfertiges» Projekt im Gemeinderat behandelt werden kann. Im Mai/Juni könnte der Souverän dann an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung über Darlehen, Baurecht und die grundsätzliche Zustimmung befinden. Danach erfolge erst die Umzonung, so der Vizegemeindepräsident.

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