«Blickwechsel»

Wirte-Tausch: Eine Schnottwilerin versucht sich an der indischen Küche

Rollen tauschen um Gräben zu überbrücken: Bei «Blickwechsel» von Radio SRF 1 macht auch die Schnottwiler Wirtin Jeannine Schilder mit. Sie tauscht den Arbeitsplatz mit dem Wirt eines indischen Restaurants in Bern.

Im Rahmen des neuen SRF-Formats «Blickwechsel» hat die Schnottwiler Wirtin Jeannine Schilder für drei Tage ihren Arbeitsplatz gewechselt. Vom kleinen Solothurner Dorf ging es in die Schweizer Hauptstadt: In Bern hat sie das Restaurant «Way to India» übernommen, währenddessen Wirt Prasad Bharanya zur «Krone» wechselte.

Bei «Blickwechsel» wird der Unterschied zwischen der traditionellen Schweiz und der Welt der Migrantinnen und Migranten beleuchtet. Bei den beiden ausgewählten Wirten gab es aber noch mehr Unterschiede als nur den kulturellen Hintergrund: «Er ist Vegetarier, sie führt ein Restaurant, das auf Cordon bleu spezialisiert ist», so Edith Gillmann, die Projektleiterin. «In der ‹Krone› Schnottwil kennt man die Gäste beim Namen, im Way to India mitten in Bern ist alles anonymer. Je grösser der Kontrast, desto interessanter das Eintauchen in den Alltag des anderen.»

Curry statt Cordon bleu (Folge 1)

Jeannine Schilder hat die Anfragevon SRF aus Neugierde angenommen: «Nach Jahren im gleichen Restaurant habe ich es spannend gefunden, einmal etwas anderes zu machen.»

Für Schilder war es am schwierigsten, die vielen indischen Gerichte auseinander zu halten. «Es wurde aber nicht von mir erwartet, alles perfekt auszusprechen. Die Kunden haben mir gesagt, was sie wollen und ich habe es aufgeschrieben und in die Kasse eingetippt.» Dass im «Way to India» in Bern nur Englisch gesprochen wird, war dagegen keine Herausforderung für die Schnottwiler Wirtin.

«In Schnottwil kennt man sich halt»

Es gibt einige Unterschiede zwischen den beiden Betrieben: «Die Mitarbeiter in der Küche und die Mitarbeiter im Service kommunizieren bei uns viel mehr miteinander, zum Beispiel via Telefon oder über das Kassensystem», so Jeannine Schild. Im «Way to India» sind die beiden Gruppen viel mehr getrennt, nicht zuletzt da sie auf verschiedenen Etagen arbeiten.

Ein weiterer Unterschied ist das Verhältnis zu den Kunden, erzählt Jeannine Schilder. «Hier im Hotel Krone wünscht der Kunde viel mehr Aufmerksamkeit. Ausserdem kennt man fast jeden persönlich.» In Bern sei der Kontakt zu den Kunden hingegen viel unpersönlicher. Jeannine Schilder nennt ein Beispiel: «Gestern waren wir für den Muttertag voll ausgelastet, ich kannte aber nur zehn bis fünfzehn Kunden nicht.» In der Bucheggberger Gemeinde kennt man sich halt: «Ich bin viel näher bei den Menschen und kenne ihre Geschichten und ihre persönlichen Schicksale.»

Aber ob Curry oder Cordon bleu: Das System hinter den beiden Betrieben ist im Grunde genommen ganz ähnlich. «Die Gegebenheiten sind anders, darum hat man etwas andere Abläufe», erzählt Schild. In der «Krone» wird sich nach dem Wirte-Tausch darum nichts ändern, aber umsonst war das Erlebnis noch lange nicht: «Die Erfahrung mit dem Team und ein paar Tage etwas anderes tun, das hat mich persönlich bereichert.»

Die Sendung kann schon jetzt online angesehen werden. Diese Woche wird sie ausserdem unter anderem täglich im «Treffpunkt» von 10.00 bis 11.00 Uhr von Radio SRF 1 ausgestrahlt. Am Freitag, 19. Mai, kommt es zum Finale: Dann werden die beiden Wirte zusammen ein Menu kreieren.

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