Die Arealentwicklung von Zuchwil Riverside ist auf gutem Weg. Aktuell wird der kantonale Vorprüfungsbericht zum Gestaltungs- und Teilzonenplan bearbeitet. «Wir diskutieren noch, wie hoch das Hochhaus der ersten Bauetappe werden soll», sagt Peter Baumann, Leiter Bau und Planung. Zehn oder fünfzehn Stockwerke, 40 oder 60 Wohnungen sei die Frage. Was ihn persönlich etwas ärgere. «In Basel bauen sie drei Wohntürme in der Prärie 150 Meter in die Höhe. Wir sind uns das hier noch nicht so gewohnt.»

Die Kritiker der Wohnüberbauung auf dem Areal Riverside haben immer wieder ihre Befürchtung geäussert, dass der Zuchwiler Wohnungsmarkt die neuen Wohnungen nicht schlucken könnte. Zwar steht noch keine einzige neue Wohnung im Riverside-Areal, aber Peter Baumann glaubt, dass Zuchwil die vielen neuen Wohnungen problemlos aufnehmen wird.

Der Leerwohnungsbestand bleibt bisher relativ konstant, obwohl schon bis anhin und auch künftig einige Gebäude mit etlichen Wohnungen hochgezogen werden. Im Jahr 2015 betrug der Wert 193 Wohnungen, 2016 waren es 211 und im Jahr 2017 würden es unter 200 sein, so Baumann. Die genaue Zahl ist noch nicht ermittelt. «Ich habe mich erkundigt, wie die Zahlen zustande kommen. Man kann davon ausgehen, dass sie mit einer Marge von 10 bis 15 Prozent stimmen. Will man genauere Zahlen, wird der Arbeitsaufwand zu gross.»

Neue Wohnungen sind gefragt

Ein Blick in die Vergangenheit soll Baumanns These belegen. Als Beispiele nennt er die relativ neuen Überbauungen an der Mürgelistrasse (drei Gebäude mit 22 Wohnungen) und auf der Hostet beim Martinshof (zwei Gebäude mit 24 Wohnungen). «Diese Wohnungen sind zu 95 Prozent weggegangen.» Auch die Eigentumswohnungen in der Überbauung Hofstatt seien allesamt verkauft. Als weitere Beispiele nennt Baumann die Überbauungen mit Gestaltungsplan am Emmenholzweg und an der Widistrasse (Einfamilienhäuser).

«Das ist, was die Leute zur Mehrheit wollen: ein Stück Land mit einem Häuschen und einem Zaun rundherum.» Beim Emmenholzweg, mit qualitativ höherwertigen Häusern und einer spezielleren Architektur, dauerte es etwas länger. «Die sind bis auf ein Grundstück aber auch alle weg. Alles, was etwas Qualität hat und neu ist, geht gut weg in Zuchwil.»

Industriestrasse mit Fragezeichen

Bevor im Riverside Wohnungen gebaut und angeboten werden können, wird Zuchwil andernorts noch etliche Überbauungen mit vielen Wohnungen aufnehmen müssen. Am Narzissenweg sind drei Gebäude mit 44 Wohnungen geplant. Hier kann noch dieses Jahr mit einem Baustart gerechnet werden. «Die werden ohne Probleme weggehen. Davon bin ich überzeugt, weil die Lage am Siedlungsrand optimal ist.»

Etwas weiter südlich beim Blumenfeld sind 32 Wohnungen geplant. «Die kommen gestaffelt, weil es keinen Sinn macht, wenn beide Investoren ihre Wohnungen in den Markt bringen.» Baumann rechnet mit Baubeginn 2019 und 2020. «Zuchwil kann 40 bis 45 Wohnungen jährlich schlucken.» Noch seien die Bauvorhaben gut gestaffelt, findet er.

Am Amselweg, anschliessend ans Sportzentrum, hat die Investorin zwei Wohnblöcke mit 16 Wohnungen abgebrochen und stellt nun dort vier Gebäude mit 36 Wohnungen hin. «Auch hier habe ich keine Angst, dass diese Wohnungen nicht gemietet würden. Mir gefällt die Architektur und die Lage neben dem Sportzentrum ist ideal.»

Gespannt sei er, wie das Angebot an der Industriestrasse aufgenommen wird. Dort stehen bereits vier Gebäude mit 20 Eigentumswohnungen. «Auf deren Homepage habe ich gesehen, dass zwei Drittel verkauft sind.» Anschliessend sind drei Gebäude mit insgesamt 33 Mietwohnungen im Bau. Hier äussert Baumann leise Zweifel.

«Dann wird es schwierig»

Wie professionell die Wohnungsanbieter jeweils vorgehen, weiss Peter Baumann nicht, aber von der Investorin in Zuchwil Riverside ist er begeistert. Diese führe jeden Schritt der Arealentwicklung durch, wie es das Lehrbuch vorschreibe. Klar dürfen da Gespräche mit dem nahen Arbeitgeber Biogen nicht fehlen. Dieser sucht bekanntlich für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diverse Unterkünfte.

Die andere These, die auch Baumann immer wieder erwähnt, hat sich noch nicht bewahrheitet. So vermutete er, dass mit dem rasanten Wohnungsbau in Zuchwil die Eigentümer älterer Liegenschaften gezwungen werden, ihre Wohnanlagen zu sanieren. Am Amselweg saniert dieselbe Investorin, die zwei Wohnblöcke abgebrochen hat und dort vier hochzieht, die Wohnungen einer weiteren Überbauung. «Hier im Dorfzentrum aber passiert wenig», erklärt Peter Baumann.

Die ersten Wohnungen in Zuchwil Riverside könnten bereits 2019, so die optimistische Planung der Investoren, bezogen werden. Baumann rechnet mit 2020. Und für ihn ist klar: «Diese Wohnungen werden vom Wohnungsmarkt geschluckt.» Autobahn, Stadt, Aare, Sportzentrum, alles liege so nah. «Wenn diese Wohnungen an dieser Lage nicht geschluckt werden, dann wird es schwierig.»