Subingen
Wird die Grenze von 2 Mio. Franken schon bald geknackt?

Die Spendenaktion für den Erweiterungsbau des «Kontiki» in Subingen geht in das zweite Jahr. Knappe 2 von 5 Millionen sind bisher zusammen.

Rahel Meier
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Das Wohnheim Kontiki in Subingen.
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Das Wohnheim Kontiki in Subingen.
Charakteristisch für das Kontiki: die Holzschindeln. Diese sollen auch im Neubau wieder verwendet werden.
Wegen Platzmangels ist ein Teil der Ateliers für die Tagesstätte vorübergehend in Container ausgelagert worden.
So wird sich das Wohnheim Kontiki präsentieren, wenn der Erweiterungsbau aufgestellt und mit dem Wohnheim verbunden wird.
Produkte aus den Ateliers speziell für Hunde und Katzen.
Produkte aus den Ateliers speziell für Hunde und Katzen.
Im Eingangsbereich des Kontiki steht ein Modell des Neubaus und der offizielle Spendenstand.
Im Eingangsbereich des Kontiki steht ein Modell des Neubaus und der offizielle Spendenstand.
Der Spielplatz beim Kontiki steht der ganzen Bevölkerung offen.
Spendenaktion Kontiki Subingen
Die Heimbewohner können in den Ateliers oder auch in diversen Bereichen des Heimes, wie etwa der Küche, mitarbeiten.
Die Heimbewohner können in den Ateliers oder auch in diversen Bereichen des Heimes, wie etwa der Küche, mitarbeiten.
Die Heimbewohner können in den Ateliers oder auch in diversen Bereichen des Heimes, wie etwa der Küche, mitarbeiten.
Die Heimbewohner können in den Ateliers oder auch in diversen Bereichen des Heimes, wie etwa der Küche, mitarbeiten.
Die Heimbewohner können in den Ateliers oder auch in diversen Bereichen des Heimes, wie etwa der Küche, mitarbeiten.
Die Heimbewohner können in den Ateliers oder auch in diversen Bereichen des Heimes, wie etwa der Küche, mitarbeiten.
Die Heimbewohner können in den Ateliers oder auch in diversen Bereichen des Heimes, wie etwa der Küche, mitarbeiten.
Die Heimbewohner können in den Ateliers oder auch in diversen Bereichen des Heimes, wie etwa der Küche, mitarbeiten.
Die Heimbewohner können in den Ateliers oder auch in diversen Bereichen des Heimes, wie etwa der Küche, mitarbeiten.
Viele Heimbewohner machen gerne gemeinsam Musik.

Das Wohnheim Kontiki in Subingen.

Rahel Meier

1,938 Mio. Franken wurden seit letztem Februar für den Erweiterungsbau des «Kontiki» in Subingen gesammelt. Fünf Millionen sollen es insgesamt werden. Beim Stand von 3 Mio. wollen die Verantwortlichen den Spatenstich ausführen. «Wir hoffen, dass dies schon im Sommer der Fall ist», erklärt Stiftungsratspräsident Hans Ruedi Ingold. Dieser zweigeschossige, L-förmige Ergänzungsbau soll südlich dem Hauptgebäude angefügt werden. Der Zwischenraum zwischen dem Wohnheim und dem Erweiterungsbau wird mit einem Glasdach verbunden und dient gleichzeitig als Eingangsbereich.

Der Erweiterungsbau ist dringend nötig, weil das «Kontiki» zu wenig Platz hat. Insbesondere der Druck auf die Tagesstätte und damit verbunden die Werkstätten ist in den letzten Jahren grösser geworden. «In der Tagesstätte werden heute 52 Personen betreut», erklärt Institutionsleiter Oscar Schmid. Das «Kontiki» hat aber die Bewilligung für 60 Plätze und diese könnten mit dem Erweiterungsbau angeboten werden. Die Ateliers der Tagesstätte sollen im Neubau im Erdgeschoss neu angeordnet werden und mehr Platz bekommen. Bereits jetzt ist ein Teil in provisorische Container ausgelagert worden.

Mehr Wohn- und Arbeitsraum

Im Wohnheim Kontiki werden körperlich, geistig und mehrfach behinderte Erwachsene betreut. Die Wohnplätze sind aufgeteilt in sechs Wohngruppen und zwei Studios mit separatem Eingang. Eine Wohngruppe besteht aus acht Einzelzimmern sowie einem zentralen Gemeinschaftsraum. Jüngere Erwachsene leben ihren Interessen entsprechend in einer Wohngruppe zusammen und geniessen auch ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Freizeitprogramm. Auch die Senioren oder «Goldies», wie sie im «Kontiki» genannt werden, bilden eine eigene Wohngruppe. Dies macht deshalb Sinn, weil ihre Tagesstruktur nicht von der täglichen Arbeit geprägt ist. Vielmehr geniessen sie ihren Ruhestand und gehen ihren Freizeitaktivitäten nach. Zudem betreibt das «Kontiki» eine externe Wohngruppe, in der Menschen mit einer Behinderung mit einem höheren Grad an Selbstständigkeit und Integration leben. Betreut werden die Heimbewohner von insgesamt 82 Mitarbeitenden (vielfach in Teilzeit).

Der Neubau wird mit 8,5 Mio. Franken veranschlagt. Mit allen dazugehörigen Arbeiten wie etwa der Umgebungsgestaltung kommt das Projekt auf 10,4 Mio. Franken zu stehen. Fünf Millionen sollten per Spenden hereingeholt werden. Geplant ist, die Atelierräume für die Tagesstätten im Erdgeschoss des Neubaus anzuordnen. Unter- und Obergeschoss werden mit einem grossen Lift erschlossen. Im Obergeschoss werden Mehrzweckräume und Sitzungszimmer eingebaut. Separat abgetrennt folgen vier Studios und eine 5.5-Zimmer-Wohnung für eine Wohngemeinschaft mit vier Personen. Im Untergeschoss sind die Nebenräume angeordnet. Dazu kommt das Therapiebad und ein Snoezele-Raum.

Breit abgestütztes Patronat

Die Sammelaktion für das «Kontiki» wird von einem Patronatskomitee unterstützt. Diesem gehören unter anderem Regierungsrat Roland Heim (Präsident), Solothurns Stadtpräsident Kurt Fluri, die Kantonsräte Urs Ackermann, Peter Brotschi, Urs Huber, Michael Kummli, Marianne Meister, Verena Meyer-Burkhard, Michael Ochsenbein und Anita Panzer an. Dazu kommen Persönlichkeiten wie Rolf Büttiker, Lars Egger, Daniel Fohrler, Andreas Gasche, Ueli Kölliker, Hanspeter Latour, Stefan Müller-Altermatt, Fabian Schmid, Roger Siegenthaler, Christian Wanner, Walter Wirth, Roberto Zanetti und Thomas Zindel. Insgesamt engagieren sich über 50 Personen für das «Kontiki».

Spendenaktion ausweiten

Im vergangenen Jahr konnten bereits einige grosse Spenden vermeldet werden. «Wir erhoffen uns aber dieses Jahr weitere grosse Beträge», so Schmid. Einige der potenziellen Geldgeber hatten ihr Budget für 2018 bereits verplant, als die Anfrage des «Kontiki» eintraf und haben die Verantwortlichen auf heuer vertröstet. «Wir bleiben dran und schreiben auch noch weitere Stiftungen und Institutionen an», bestätigt Ingold. Zwei Privatpersonen sind im letzten Jahr bereits mit gutem Beispiel vorangegangen: Sie haben gemeinsam einen Betrag von 280'000 Franken gespendet, der für das neue Holz-Atelier eingesetzt werden soll. Tatsächlich können Sponsoren sich exakt definiert für einen bestimmten Bereich im Neubau engagieren.

Selbstverständlich sind auch Teilbeträge willkommen. Die Kosten für den Sinnesgarten beispielsweise, belaufen sich auf 230'000 Franken. Der neue Snoezele-Raum wird mit 160'000 Franken veranschlagt; der Musik- und Mehrzweckraum mit 400'000 Franken. Sponsoren sind aber auch für das Atelier Kreatives mit Textil (73'500 Franken), oder für das Atelier Sinnes-Küche (83'000 Franken) und das Atelier Haus und Garten (67'500 Franken) gesucht. Dazu kommen weitere Räumlichkeiten.

Präsenz an der Heso

Nun will man die Sammelaktion auch in der Bevölkerung bekannt machen. «Die grossen Sponsoren und Geldgeber sind natürlich wichtig für uns. Aber jeder kleine Betrag hilft uns ebenfalls weiter», so Ingold. Deshalb wird im kommenden Herbst auch die Heso (Herbstmesse Solothurn) genutzt. Das «Kontiki» darf sich innerhalb des Standes der Firma Saudan präsentieren. Marlies und Roger Saudan sind dem Heim seit vielen Jahren verbunden und gehören dem Patronatskomitee ebenfalls an.

Umfeld verändert sich stetig

Wir wollen mit dem Neubau nicht grösser, sondern breiter und qualitativ besser werden», erklärt Institutionsleiter Oscar Schmid. Auch Menschen mit einer Behinderung werden heute immer älter. Im «Kontiki» wohnen zurzeit 16 pensionierte Bewohner. Der Älteste ist 87 Jahre alt. In den nächsten fünf Jahren stehen zehn Pensionierungen von Bewohnern an. Der Umgang mit Menschen mit einer demenziellen Entwicklung und das Thema Palliative Care sind deshalb wichtige Themen, die die Institutionsleitung und das Personal beschäftigen. Daneben gibt es aber auch vermehrt jüngere behinderte Menschen, die gerne möglichst lange möglichst selbstständig wohnen möchten. Für solche Bewohner sollen im Neubau vier Einzelstudios und eine weitere Aussen-Wohngruppe eingerichtet werden.

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