«Mit der Überarbeitung der Dienst- und Gehaltsordnung wollen wir einen besseren Rahmen bereiten, in dem unsere Angestellten gut arbeiten können», fasste Gemeindepräsident Stefan Hug die Stossrichtung zusammen. Denn auch ein öffentlicher Arbeitgeber bewege sich in einem von der Privatwirtschaft geprägten, arbeitsmarktrechtlichen Umfeld, ergänzte Karen Bennett Cadola. Zum Schluss lautete das rätliche Fazit: «Wir wollen mit allen Arbeitgebern vergleichbar sein.»

Grundlage zur «konsultativen» Aussprache bildete die bestehende Dienst- und Gehaltsordnung (DGO), die in ihrer Revision arbeitsrechtliche Regelungen des Gesamtarbeitsvertrages für Lehrpersonen, das Obligationenrecht (OR) und die Vorschläge der gemeinderätlichen DGO-Arbeitsgruppe einbezieht.

Diskutiert wurde die Vorlage bereits mit einem Ausschuss des Kaders der Gemeinde. Der Gemeinderat beschäftigte sich mit dessen Anpassungsvorschlägen, die als Kompromisslösung in die zweite Lesung am 15. November einfliessen wird. «Deshalb wollen wir in dieser konsultativen Beratung zu strittigen Punkten eine gemeinsame Einschätzung gewinnen», betonte der Gemeindepräsident. Federführend in der Ausarbeitung der DGO ist Gemeindeschreiberin Irene Blum, die den Entwurf bereits dem Kantonalamt für Gemeinden (AGEM) vorgelegt hatte. Dessen Einwände lagen dem Rat allerdings nicht vor.

Korruptionsartikel eingeführt

Die wöchentliche Arbeitszeit für ein Vollpensum im Kader wurde auf 42 Stunden festgelegt. Gut geheissen wurde auch die Regelung für den bezahlten Urlaub in definierten Situationen wie Todesfall, Hochzeit und insbesondere Vaterschaftsurlaub. Hier will man sich in der Dauer nach der bevorstehenden Bundeslösung richten.

Länger besprochen wurde die Lohnfortzahlung bei Krankheit und Unfall, mögliche private Zusatzversicherungen zur Verhinderung von Notfällen durch reduzierte Taggelder sowie kürzere Sperrfristen gemäss OR bei der Kündigung, um die Personalsituation nicht zu verschlechtern. Geregelt werden die Spesen für auswärtige Einsätze und vor allem der sogenannte Korruptionsartikel, der jegliche Begünstigung ausschliessen will. «Wir brauchen da mehr Transparenz und Sensibilität, um nur ja keine Grauzone aufkommen zu lassen», mahnte Patrick Marti. Klar für alle war, dass die Gemeinde – etwa durch ihren Präsidenten – Repräsentationspflichten im Besuch von Einladungen wahrnehmen muss.

Einverstanden war das Gremium auch mit Zulagen für das Personal in Bauamt und Spitex, wenn Einsätze ausserhalb der üblichen Arbeitszeiten geleistet werden müssen.

Gegen Empfehlung des Kantons

In der Sichtung des Feuerwehrreglements mit entsprechender Entschädigungsordnung stellte die SVP den Antrag, den Ansatz für eine Einsatzstunde analog Zivilschutz von 29 auf 30 Franken anzuheben. Der Vorschlag fand einhellige Sympathie in Wertschätzung der grossen Arbeit der Feuerwehr, soll aber erst, um nicht vorzugreifen, mit der Feuerwehrkommission besprochen werden. Die Revision des Feuerwehrreglements und des angehängten Gebührentarifs spricht sich dafür aus, dies separat und nicht im Rahmen der DGO zu führen. Das AGEM sieht dies anders und möchte die Regelungen für die Feuerwehr innerhalb der örtlichen DGO behalten. Der Gemeinderat unterstützte aber einstimmig den Antrag der Feuerwehrkommission, die Besoldungsordnung der Feuerwehr aus der DGO zu streichen und in das Feuerwehrreglement zu übertragen.

Neue Arbeitsgruppe Schule

Mit einer grundsätzlichen Bemerkung zur Verantwortung des Gemeinderates für das örtliche Schulwesen beantragte Patrick Marti mit breiter Unterstützung die Gründung einer rätlichen Arbeitsgruppe Schule. «Wir sind einfach zu weit weg von dieser Materie.» Ende Januar 2019 soll die Arbeitsgruppe eingesetzt werden.

Schuldirektor Stephan Hug hatte zuvor über das Schul-Reporting berichtet. Damit wird über eine Spanne der letzten drei Jahre die in dieser Zeit erfüllten Ziele und getroffenen Massnahmen bis 2018 beleuchtet. Für die kommende Periode bis 2021 liegt bereits eine neue Leistungsvereinbarung vor. Fragen aus dem Rat betrafen die spezielle Förderung, die in Zuchwil aus einem Lektionen-Pool nicht nur Schulkindern mit Leistungsdefiziten, sondern auch Begabten zugutekommt. Hug machte auf thematisch wichtige Workshops für Lehrpersonen aufmerksam.