Früher Nachmittag im KinderOase-Haus an der Kornfeldstrasse. Die grossen Kinder sind längst Richtung Schule unterwegs. Aber zu hören sind fröhliche Stimmen und Gewimmel im ebenerdigen Garderobenraum: Die Kleinen werden fürs Spielen im Garten angezogen. Weil es draussen recht sonnig und warm ist, sind Sonnenhüte und Sonnencreme auch parat. Gleich werden die Kinder der Kindertagesstätte (Kita) mit ihren Betreuerinnen unter dem grossen Sonnensegel im Sandkasten und im Schatten unter Bäumen sitzen. «Nicht wahr, ich habe einen wunderschönen Beruf», sagt eine der Fachfrauen Kinderbetreuung, die mit ihren Schützlingen gerade spielerische Wortschatz-Übungen macht.

«Wir sind weitgehend ausgelastet»

Freude an ihren vielfältigen Aufgaben hat ebenso KinderOase-Leiterin Sandra Scorza. Vor zehn Jahren gründete sie mit Manuela Misteli und Denise Zeaiter, die als Co-Leiterin amtet, die KinderOase, damals noch in einer Wohnung im früheren Von-Roll-Kosthaus an der Wilerstrasse. Inzwischen sind elf Frauen mit gesamthaft 700 Stellenprozenten tätig, eingerechnet eine Lehrstelle und zwei Praktikantinnen. «Wir sind weitgehend ausgelastet: die Kita mit ihren 14 Plätzen zu 86 Prozent, die Tagesbetreuung (Tagi) mit 12 Plätzen für Kindergarten- und Schulkinder zum Mittagessen zu 91 Prozent und für die nachmittägliche Aufgabenbetreuung zu 74 Prozent. Wir nutzen unsere Kapazitäten so engmaschig wie nur möglich, sind aber abhängig von den Schulstundenplänen und der beruflichen Arbeit der Familien», betont die Leiterin. Der Rundgang durchs Haus zeigt, wie praktisch und kinderfreundlich es eingerichtet ist.

«Wir sind hier in Gerlafingen gut verankert und mit unseren Angeboten ein verlässliches Standbein für viele Familien, die uns ihre Kinder von drei Monaten an und nach Wunsch bis zum Schulaustritt anvertrauen», sagt Scorza. Von Anfang an dabei ist ein bald Zehnjähriger, der sich in der KinderOase immer noch wohl fühlt. «Wir sind wie eine grosse Familie, in der die jetzt gesamthaft 67 Kinder in Kita und Tagesbetreuung alle mögliche Unterstützung für den Lebensweg erhalten. Zudem sind wir dankbar für den engen Kontakt zu den Eltern», unterstreicht Scorza das gemeinsame Erziehungsziel in «Stärken stärken».

Starke Prinzipien für die Oase-Kinder

Wie in einer Grossfamilie lerne jedes Oase-Kind an jedem Tag soziales Verhalten, Rücksicht, Verzicht auf Egoismen, Selbstständigkeit und das gemeinsame Aushandeln von Kompromissen. Dazu zähle auch ein ordentliches Auftreten in der Gemeinschaft, die mit Ritualen wie dem gemeinsamen Erzählkreis gestärkt werde. Auf Tisch- und Esskultur werde ebenso Wert gelegt wie auch auf die Sprachförderung. «Ehemals fremdsprachige Kinder saugen wie in einem Crashkurs unsere Sprache schnell auf.» In Schule, Kindergarten sowie in der gelegentlich zuweisenden Sozialregion werde immer wieder festgestellt, wie gut sich die hier begleiteten Sprösslinge entwickeln, weiss die Leiterin aus Rückmeldungen. Das Essen bezieht die KinderOase von «Menue and More», einem Anbieter, der sich bezüglich Qualität, Preis und Vielseitigkeit der Mahlzeiten als vorteilhaft empfahl.

Auch Ausflüge gehören in den Jahreskalender

Der Betrieb der Tagesbetreuung richtet sich nach den schulischen Vorgaben. Morgens werden die Kindergärteler, deren Eltern sie wegen ihres Arbeitsbeginns schon früh in die Oase bringen, zu ihren Kindergärten begleitet und mittags wieder abgeholt. Aber eingeplant sind auch Abwechslungen wie Beisammensein an der Emme, Ausflüge zu den Gerlafinger Spielplätzen, zum Fasnachtsumzug in Biberist und das alljährliche Abschlussbräteln. Eine Aktion, die im Gedächtnis der Oase-Kinder bleibt, bestand im Renovieren und im Streichen des Zauns mit leuchtend blauer Farbe. Der Vater einer Betreuerin hatte dies organisiert. Mit Freude registrierten Personal und Kinder, dass der Tag der offenen Tür am 4. Mai dieses Jahres von vielen politisch Verantwortlichen, aber auch von der Bevölkerung genutzt wurde. Das eigentliche Jubiläumsfest wird am 14. September mit allen Kindern und Eltern in der Hornusserhütte gefeiert.