Kidz Derendingen
«Wir sind sozusagen Opfer unseres Erfolges»: Der Mittagstisch stösst erneut an seine Kapazitätsgrenzen

Die schulergänzenden Tagesstrukturen (Kidz) Derendingen sind vor allem am Mittag ausgebucht.

Patric Schild
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Mittagstisch ist gefragt: Die Plätze sind zum Teil erneut ausgebucht.

Mittagstisch ist gefragt: Die Plätze sind zum Teil erneut ausgebucht.

Emanuel Per Freudiger

Das Kidz Derendingen (schulergänzende Tagesbetreuung) befindet sich mittlerweile in seinem vierten Betriebsjahr und blickt auf ein bewegtes Jahr 2020 zurück. «Corona hat auch uns viele Unannehmlichkeiten beschert», erklärt Gemeinderat und Vereinspräsident Patrick Reinhart seinen Ratskollegen.

Dennoch hat der Verein die Pandemie bisher ohne grössere Schäden überstanden. Dies hat mehrere Gründe. So konnte zum einen Kurzarbeit beantragt werden. «Ausserdem haben wir von Eltern Spenden erhalten», so Reinhart. Nicht zuletzt erhielt der Verein aber auch Entschädigungen durch den Kanton, da er den Notbetrieb aufrechterhalten musste.

Harziger als geplant, gestalteten sich hingegen die Verhandlungen betreffend Integration der Spielgruppe ins Kidz. Reinhart ging es in erster Linie darum, den Spielgruppenbetrieb zu sichern und zu professionalisieren. Währenddessen habe sich die Spielgruppenleitung mehr erhofft und versucht, eine Reihe von Forderungen durchzusetzen. Dies habe zu Auseinandersetzungen geführt, die, gemäss Reinhart, aber inzwischen gelöst werden konnten. Der neue Betrieb befinde sich nun auf gutem Weg, sodass die Spielgruppe ab 1. Januar 2021 unter der Trägerschaft des Kidz geführt werden kann.

53 Plätze stehen fürs Mittagessen zur Verfügung

Besonderer Beliebtheit erfreut sich immer noch der Mittagstisch, welcher aber schon im vergangenen Jahr an seine Kapazitätsgrenzen gestossen ist. Das Kidz bot bis Ende 2019 42 Plätze am Mittagstisch an, die zeitweise alle besetzt wurden. «Wir haben deshalb nach Möglichkeiten einer Erweiterung des Platzangebotes gesucht und konnten eine einfache Erweiterung auf 53 Plätze realisieren», erklärt Reinhart.

So wird seit Januar 2020 eine Gruppe im Spielgruppenlokal im alten Abwartshaus betreut. Mit dem zusätzlichen Platz konnte die Betriebsbewilligung auf die 53 Plätze erhöht werden. Inzwischen macht sich aber erneut Platzmangel bemerkbar, denn die Plätze waren in den letzten Tagen zum Teil erneut ausgebucht. «Wir wurden quasi Opfer unseres eigenen Erfolgs», sagt Reinhart schmunzelnd. Aus diesem Grund müsse die weitere Entwicklung genaustens im Auge behalten werden.

Mit der erhöhten Belegung müssen auch die Anstellungspensen erhöht werden. Das Kidz beschäftigt zurzeit Betreuerinnen im Umfang von 270 Stellenprozent. Zusätzlich würden nun die Spielgruppenleiterinnen mit einem Arbeitsvolumen von rund 90 Prozent dazukommen.

Im Betriebsjahr 2019 sei dank der Anstossfinanzierung durch den Bund ein Gewinn erwirtschaftet worden, welcher zur Deckung des Defizits aus dem Jahr 2018 sowie zur Bildung eines Eigenkapitals verwendet werden konnte. Der Gemeindebeitrag für 2021 wurde mit 116 000 Franken wiederum so festgesetzt, dass die Betriebskosten gedeckt sind. Dieser Unterstützungsbeitrag wurde vom Rat einstimmig genehmigt.

Staat fordert 128 000 Franken Steuern

Nach 2011 fand in diesem Jahr in der Einwohnergemeinde Derendingen und der Elektrizitäts- und Wasserversorgung Derendingen (EWD) wieder eine Mehrwertsteuerrevision durch die Eidgenössischen Steuerverwaltung statt. In früheren Jahren, so Gemeindepräsident Kuno Tschumi, sei abgemacht worden, dass Gemeinde und EWD sich gegenseitig keine Mehrwertsteuern verrechnen, da die EWD zu 100 Prozent eine Tochtergesellschaft der Einwohnergemeinde ist.

Man sei somit davon ausgegangen, dass eine sogenannte Gruppenbesteuerung bestehe. Da diesbezüglich aber nie ein Antrag bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung eingegangen ist, war das Verfahren nicht zulässig. Dadurch hat die Gemeinde von 2015 bis 2019 nicht berechtigte Vorsteuerabzüge in den Bereichen Abwasserbeseitigung und Abfallbeseitigung vorgenommen, da die Rechnungsstellung der EWD exklusive MWST erfolgte.

Des Weiteren hat die EWD der Gemeinde im gleichen Zeitraum ebenfalls keine MWST auf Strom- und Wasserrechnungen belastet. «Mit anderen Worten: Dem Staat ist Steuersubstrat verloren gegangen und das will er wieder zurück – inklusive Zinsen», erklärt Gemeinderat Michael Käsermann. Die Folge dieses Missverständnisses ist, dass ein Nachtragskredit in Höhe von rund 128 500 Franken gesprochen werden musste.