1. August

«Wir sind politisch neutral»: Bei Keller Fahnen gibts alles für den richtigen Schweizer

Keller Fahnen in Biberist hat derzeit Hochkonjunktur. Die ganze Schweiz kauft hier Fahnen und Feuerwerk.

Da haben zwei gut lachen: Andrea Andreotti, Geschäftsleiter Keller Fahnen AG, Biberist, und Richard Erismann, Geschäftsleiter der Rosmerta-Gruppe, zu der Keller Fahnen gehört. «2010 übernahm ich die Firma mit einem Partner aus einem Management-Buyout, und ich muss sagen: Es läuft sehr gut bei uns», sagt Erismann. Zur Rosmerta-Gruppe gehören Keller Fahnen, Hach – Werbeartikel und Geschenke, sowie MaxTrada – eine Einkaufsgesellschaft für Artikel aus Asien. 60 Mitarbeitende zählen die Unternehmen momentan und erzielen mit rund 30 Millionen Franken pro Jahr einen bemerkenswerten Umsatz.

Der Grösste in der Schweiz

Andrea Andreotti, der Geschäftsführer von Keller Fahnen, sagt: «Wir sind der grösste Anbieter von Fahnen aller Art in der Schweiz. Ebenfalls von Feuerwerk zum 1. August.» Entsprechend boomt das Geschäft in diesen Tagen. Keller Fahnen und Hach verbuchen jedes Jahr im Online-Vertrieb höhere Zahlen. «Wir starteten mit beiden Firmen als klassische Versandhändler», sagt Erismann. Doch schon früh habe man Kundenwünsche auch per Internetbestellung erfüllt. 45 Prozent der Bestellungen kommen heute online, vom Rest wird je die Hälfte per Bestellschein und per Telefon angefordert.

«Wir sind in den vergangenen fünf Jahren stetig gewachsen und haben unser Portfolio ständig angepasst und saisonal abgestimmt», sagt Erismann. Und Andreotti ergänzt: «Trotz Online würden wir aber nicht auf den Druck unserer fast monatlich erscheinenden Verkaufsprospekte und unseres Katalogs für Keller Fahnen und Hach verzichten. Die Kunden blättern darin und bestellen dann online.» Die Kataloge werden adressiert verschickt, ab und zu gibt es auch Streuaktionen via Presse. «Wir probieren immer mal wieder neue Strategien aus und investieren hier auch viel», so Andreotti.

In Biberist gibt es einen Verkaufsladen für Privatkunden, Büros, eine Grafikabteilung und den Vertrieb. Ebenso werden die Hach-Werbeartikel hier per Tampondruck kundengerecht aufbereitet.

Fahnen für jedes Fest

Fahnen werden in Biberist keine produziert. Diese werden entweder in Österreich, in den Niederlanden oder in Asien bedruckt. «Je nach Qualität, die gewünscht wird», führt Erismann aus. Bei Keller Fahnen kann man auch handgenähte Fahnen aus der Schweiz erwerben – entsprechend hochpreisig sind diese. Ein weiteres Standbein sind Abdeck-Blachen in allen Variationen und Qualitäten. Sogar Blachen nach eigenen Vorstellungen und nach Mass kann der Kunde bestellen.

Keller Fahnen assoziiert man mit den traditionellen Schweizer Fahnen sowie Fahnen mit Kantons- und Gemeindewappen. «Wir haben alle Gemeinden, knapp 2700 in verschiedenen Grössen und Qualitäten, an Lager», sagt Andreotti. Zudem könnten Kundenwünsche nach persönlichen Fahnen per Digitaldruck erfüllt werden. Eine Fahne zum Geburtstag, zum Jubiläum oder zur Geschäftseröffnung? Kein Problem. Dazu gibt es in Biberist alles, was es braucht, um eine solche Fahne auch zu hissen.

Und doch gibt es Grenzen: «Fahnen mit braunem oder ehrverletzendem Hintergrund stellen wir nicht her», sagt Erismann, und Andreotti fügt an: «Wir haben eine Qualitätskontrolle im Haus. Solche Inhalte würden wir nie herstellen, obwohl man damit Geld verdienen könnte.» Es sei feststellbar, dass gerade das Fahnengeschäft immer besser floriere. Die beiden hinterfragen diese Tatsache nicht näher. «Wir sind politisch neutral», sagt Erismann bestimmt.

Feuerwerk-Gemeinschaften

Hochsaison herrscht seit Tagen im Zelt, das neben dem Firmengebäude aufgestellt wurde. Hierher kommen Kunden aus der ganzen Schweiz, um ihr Feuerwerk für den 1. August einzukaufen und danach eine feine Bratwurst zu essen. «In diesem Bereich stellen wir fest, dass es einen Trend hin zu Gemeinschaftseinkäufen gibt. Bewohner von Quartieren oder Mehrfamilienhäusern legen zusammen und kaufen dann auch teureres Feuerwerk», erzählt Andreotti. Das Gleiche gelte beim Versand. Und Erismann fügt an: «Seit diesem Jahr dürfen wir auch in jeden Kanton Feuerwerk liefern. Da galt es, manche bürokratische Hürde zu nehmen, denn wir verschicken ja Gefahrengut.»

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