Bevölkerungs- und Zivilschutz Aare Süd

«Wir sind parat»: Die Umstrukturierung im Zivilschutz ist abgeschlossen

Der Zivilschutz übt den Einsatz bei einem Ausbruch einer Tierseuche. (Archiv: Lohn-Ammannsegg, 20. November 2019)

Der Zivilschutz übt den Einsatz bei einem Ausbruch einer Tierseuche. (Archiv: Lohn-Ammannsegg, 20. November 2019)

Der Verband Bevölkerungs- und Zivilschutz Aare Süd startet ab Januar mit seinen neuen Strukturen.

«Wir sind auf einem guten Weg.» Martin Rüfenacht (Präsident Verband Bevölkerungs- und Zivilschutz Aare Süd, VBZAS) und Michael Grädel (Kommandant Zivilschutz) nicken einstimmig. Was heisst das genau? Was macht der Verband eigentlich? Und wie kommt man weg vom Image, dass man im Zivilschutz nur Wanderwege baut und Holzbänkli aufstellt?

Michael Grädel versteht gut, dass viele Einwohnerinnen und Einwohner sich unter der Bezeichnung «Bevölkerungs- und Zivilschutz» nicht allzu viel Konkretes vorstellen können. Der Bevölkerungsschutz sei sozusagen das Dach. Unter diesem befinde sich der Zivilschutz als eigenständige Organisation. «Den Zivilschutz nimmt man am ehesten wahr, weil die Angehörigen des Zivilschutzes in der Öffentlichkeit präsent sind und arbeiten.» Unter das Dach des Bevölkerungsschutzes gehören aber auch die sogenannten Blaulichtorganisationen: Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst.

Ein zentrales Element sei zudem der Regionale Führungsstab. Anfang Dezember wurde die Totalrevision des Bevölkerungs- und Zivilschutzgesetzes in National- und Ständerat zu Ende beraten. Die Revision soll per 1. Januar 2021 in Kraft gesetzt werden. Sie zielt unter anderem darauf ab, die Führung, die Koordination und die Einsatzfähigkeit der verschiedenen Partner zu stärken und die Zusammenarbeit zu optimieren. «Hier spielt der regionale Führungsstab eine übergeordnete Rolle», so Grädel.
Aus Generalisten werden Spezialisten

Als erstes wurde im VBZAS der Zivilschutz umgebaut. «Die vier bestehenden Zivilschutz-Organisationen im Bucheggberg und im Wasseramt waren identisch. Alle haben mehr oder weniger alles gemacht», erklärt Martin Rüfenacht. Der VBZAS geht nun gemäss den Vorgaben des Kantons einen anderen Weg. Die Zivilschützer wurden in vier Fachkompanien aufgeteilt. Eine kümmert sich ausschliesslich um die Logistik, die zweite um die Betreuung, die dritte um den Pionierdienst und die vierte ist eine sogenannte Stabskompanie. In der Zwischenzeit sind auch die Kommandantenstellen besetzt. «Mich freut es besonders, dass wir auch junge Leute für diese zentralen Posten gewinnen konnten.»

Das letzte Jahr war für den VBZAS gleichzeitig ein Übergangsjahr. «Wir haben keine der sonst üblichen Wiederholungskurse durchgeführt», erklärt Rüfenacht. Diese stünden ab Mai 2020 wieder im Vordergrund. Dabei würden einerseits Spezialsituationen geübt, es gebe aber auch Einsätze zugunsten der Gemeinschaft. So hilft der Zivilschutz beim slowUp und beim Openair Etziken. Auch Einsätze in Alters- und Pflegeheimen gehören dazu.

Das grosse Kader kann unterstützen

«Der Zivilschutz hat einen ganz grossen Vorteil. Er verfügt über relativ viele Ressourcen. Im VBZAS tun rund 500 Zivilschützer Dienst. Das ermöglicht es uns, rasch und über eine längere Zeit im Einsatz zu sein.» Eines der besten Beispiele ist für Grädel auch heute noch das letzte Hochwasser entlang der Emme. Da war zuerst die Feuerwehr vor Ort und unterstützend rückten schon bald darauf die Zivilschützer ein. «Der Zivilschutz konnte die Feuerwehr zeitgerecht ablösen und die nötige Unterstützung bieten», so Grädel. Der Zivilschutz habe zudem alle Helferinnen und Helfer verpflegt. Wer müde war, wurde abgelöst und konnte sich ausruhen. «Genau dieses Zusammenspiel muss im Notfall funktionieren.» Hier kommt zusätzlich der regionale Führungsstab ins Spiel, der in einem Notfall die Koordination übernehmen, die Führung der Partnerorganisationen unterstützen und die Kommunikation auch gegenüber der Bevölkerung übernehmen soll.

Lieber arbeiten, als nur trocken zu üben

Und wie ist das jetzt mit den Wanderwegen und den Bänkli? Michael Grädel lacht. Der Zivilschutz habe einen Leistungsauftrag, der klar umrissen und vom Kanton vorgegeben sei. Darin finden sich Punkte wie: Unterstützen von Evakuationen, unterstützen des öffentlichen Gesundheitswesens, Aufbau von Funkverbindungen, Sicherstellung der Verpflegung, Verkehrsregelung, Trümmerrettung, aber auch der Kulturgüterschutz. Ebenso Teil der Aufgaben ist es, Hilfskonstruktionen zu erstellen und Instandstellungsarbeiten auszuführen. «Es ist darum durchaus möglich, dass Zivilschützer helfen Wege und Strassen instandzusetzen. Wenn wir sowieso einen Wiederholungskurs durchführen, macht es mehr Sinn, eine Arbeit eins zu eins auszuführen, als sie nur trocken zu üben.»

«Wir haben unser Versprechen eingelöst»

«Wir sind parat.» Rüfenacht freut sich, dass die Organisation 2020 des Verbandes steht und das Kern-Kader vollständig besetzt werden konnte. Auch der regionale Führungsstab hat seine Arbeit aufgenommen. «Die Einsatzbereitschaft ist sichergestellt und wir haben das Versprechen eingelöst, dass die neuen Strukturen nicht teuerer werden.»

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