Bahnhof Luterbach

«Wir können öV für die Kunden attraktiver machen»: SBB baut Unterführung Richtung Norden

Die Unterführung beim Bahnhof Luterbach muss behindertengerecht ausgeführt werden. Gleichzeitig soll Attisholz Süd für die ÖV-Kunden erschlossen werden.

Die Unterführung beim Bahnhof Luterbach muss behindertengerecht ausgeführt werden. Gleichzeitig soll Attisholz Süd für die ÖV-Kunden erschlossen werden.

Neue Berechnungen bestätigen das Erschliessungspotenzial nordseitig des Bahnhofs Luterbach. Die SBB will nun eine Unterquerung der Gleise realisieren.

Eine Motion verlangt, die bestehende Perronanlage des Bahnhofs behindertengerecht zu gestalten. Gleichzeitig soll die bestehenden Unterführung nach Norden zur Erschliessung des Attisholz-Süd-Areals bis Ende 2023 realisiert werden. Die Beantwortung der Motion erfolgt an der kommenden Gemeindeversammlung. In die Sache ist Bewegung gekommen.

Ursprünglich rechnete man in Luterbach mit einer für die Gemeinde teuren Lösung, wenn die Unterführung in Richtung Norden erweitert werden sollte. Zwar muss die SBB die Perronanlage behindertengerecht gestalten. Mit dem Behindertengesetz lag die Frist bei 2013. Nun will die SBB dies bis Ende 2026 auch tun. Aber bisher machte die SBB das Zugeständnis nur für die Südseite des Bahnhofs. «Wir wollten der Gemeindeversammlung bereits erklären, falls sie der Motion zustimmt, könnten für die Erschliessung des Areals Attisholz Süd nordseitig der Gleise für die Gemeinde bis zu 13 Millionen Franken fällig werden, je nachdem welches Projekt wir ausführen würden», erklärt Gemeindepräsident Michael Ochsenbein.

SBB muss Rechnung des Bundesamtes akzeptieren

Aber beim kantonalen Amt für Tiefbau und Verkehr haben Überlegungen zum Einzugsgebiet des Bahnhofs dazu geführt, die SBB-Meinung in Frage zu stellen. «Die Entwicklung im Norden ist rasant. Dort hat es genug Arbeitsplätze und auch Einwohner, die eine Erschliessung auch noch Norden rechtfertigen», erklärt Stefan Gantenbein vom Amt für Verkehr und Tiefbau. Die SBB hat deshalb eine Einschätzung vom Bundesamt für Verkehr angefordert. «Wir mussten auch das Potenzial des Gebietes mit Attisholz Süd und Nord darlegen», so Gantenbein.»

Das Bundesamt kam zum gleichen Schluss wie Kanton und Gemeinde. Der Bahnhof weist nordseitig ein genug grosses Einzugsgebiet auf. Die SBB sieht es positiv: «Mit einer besseren Erschliessung des Gebietes auf der Nordseite des Bahnhofs können wir den öffentlichen Verkehr als nachhaltiges Verkehrsmittel für die Kunden attraktiver machen.» Und Gemeindepräsident Michael Ochsenbein freut sich: «Der letzte Strohhalm hat sich zu einem Baum ausgewachsen. Natürlich haben die SBB die Absicht, nordseitig nur bis zum Ende der Gleise zu bauen.»

Was diese auch bestätigt: «Die SBB übernimmt gemäss Vorgaben des Bundesamtes für Verkehr BAV jeweils die Kosten für die Unterquerung der Gleise.» Aber das würde die Gemeinde hinnehmen. «Die Verlängerung einer Unterführung unter der Kantonsstrasse zur Erschliessung von Attisholz Süd müssten dann wir und der Kanton untereinander aufteilen.» Die Idee ist es, dass die Unterführung zur Attisholzstrasse führt, wo Umstiegsmöglichkeiten auf den Bus geschaffen würden.

Fast alle Forderungen der Motion werden erfüllt

Die Geschichte ist aber noch nicht ausgestanden. Laut Jürg Nussbaumer, Präsident Planungs- und Umweltschutzkommission, habe die SBB die Absicht geäussert, im Zuge der Umgestaltung das bestehende Perrondach zu entfernen. Laut Einstufung der SBB sei die Luterbacher Station nur ein C-Bahnhof. Dabei müsse das Perron nicht überdeckt sein. Der Gemeindepräsident empfindet diese Absicht als Retourkutsche der SBB. Jürg Nussbaumer spricht von vagen Äusserungen. «Da ist noch nicht entschieden, wer was macht und wer was will.» Die SBB erklärt dazu: «Die SBB baut auf dem Mittelperron eine Rampe. Dafür muss das bestehende Perrondach abgebrochen werden. Danach ist seitens SBB der Bau eines Unterstandes geplant.»

Damit wird wahr, was vor wenigen Monaten niemand zu träumen wagte. Alle Forderungen der von der SP Luterbach eingereichten Motion, mit Ausnahme des Zeitplans, werden erfüllt. Der Gemeinderat wird deshalb an der Gemeindeversammlung Annahme der Motion empfehlen.

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