Der Rechenschaftsbericht der Schule Zuchwil stand im Zentrum der Beratungen im Gemeinderat. Gemeindepräsident Stefan Hug nannte die Schule «eine grosse Nummer» für Zuchwil, auch in finanzieller Hinsicht. Sein Namensvetter, Schuldirektor Stephan Hug, gab einen Einblick vor allem in Zahlen.

Im August 2017 besuchten 814 (Vorjahr 803) Schülerinnen und Schüler die Schule Zuchwil. «Ich rechne damit, dass wir bald 900 Schüler haben werden», sagte Hug zu den Gemeinderäten. Aktuell treten mehr Schüler ein, zusätzliche Klassen im Kindergarten und der Primarschulen verdeutlichen den Trend. Demgegenüber schrumpfe die Anzahl der Oberstufenschüler noch. Die 814 Schüler, 57 Prozent davon sind Ausländer, werden von 103 Lehrpersonen unterrichtet. Aktuell kommen die ausländischen Kinder nicht mehr hauptsächlich aus den Ländern Ex-Jugoslawiens, sondern aus dem Nahen Osten (Syrien, Libanon, Afghanistan, Irak). 50 Prozent der Zuzüger seien anerkannte Flüchtlinge.

Der Schuldirektor, der dem Gemeinderat zum elften Mal den Rechenschaftsbericht vortrug, wies auf eine grundlegende Veränderung im letzten Jahrzehnt hin. «Damals gab es noch 5 Kleinklassen mit etwa 50 Schülerinnen und Schülern.» Heute werden diese lernschwachen Schüler in der Förderstufe FB erfasst, die in den zwei Hauptfächern Mathematik und Sprache gefördert werden müssen. Die Anzahl hat sich beinahe auf 27 Schüler halbiert. Stephan Hug führt diese Verbesserung auf die Integrationsschulung zurück. «Wir können nach über acht Jahren seit Aufhebung der ersten Kleinklassen feststellen, dass die schwächeren Kinder von der Integration in die Regelklassen profitieren.»

Pilotprojekt im Kindergarten

Trotz Kijuzu (Zentrum für Kinder und Jugendliche Zuchwil), wo bereits Kleinkindern Deutsch beigebracht wird, unternehmen die Kindergärten weitere Anstrengungen, um die zunehmende Anzahl Kinder ohne Deutschkenntnisse zu schulen. Die Fachleiterin Kindergarten, Katharina Loosli, informierte zu einem Pilotprojekt. Ab Januar bis Juni 2018 besteht ein Angebot für 40 Kinder im 1. Kindergartenjahr, zwei Lektionen Deutschzusatz zu besuchen.

Auf der anderen Seite erzählte Schulleiterin Barbara Weibel-Schoch von einem äusserst erfolgreichen Ende der schulischen Karriere der meisten Austretenden im Oberstufenzentrum Zelgli. Bis auf einen Schüler haben alle 63 Austretenden (98,4 Prozent) eine Anschlusslösung gefunden. Im Vorjahr waren es noch 88,2 Prozent der Austretenden. 36 der 63 Schülerinnen und Schüler gehen den klassischen Weg mit einer Lehre. Das sind 57,2 Prozent (Vorjahr 71,8 Prozent). 9 Schüler lernen im Bereich KV, Informatik, Verkauf, 10 Schüler im Bereich Gesundheit und Betreuung sowie 17 Schüler im Bereich handwerkliche Berufe und Logistik.
Der umfangreiche Rechenschaftsbericht beinhaltet weitere Berichte von den Primarschulen über die Musikschule (siehe Tabelle) bis zur Begabtenförderung.

Zuchwil statt Aetigkofen

Eine Gruppe Frauen rund um Melania Riccio Prenaj und Manuela Meichtry lanciert «Den Anderen Weihnachtsmarkt». Sie habe selber oft an Weihnachtsmärkten teilgenommen, erklärt Melania Riccio, auch in Aetigkofen. «Als dort die Organisatoren des Weihnachtsmarkts das Ende verkündeten, bedauerte ich das sehr. Daraus entstand die Idee, selber einen Weihnachtsmarkt durchzuführen.» Nun sei man etwas in Verzug mit der Bitte um einen Gemeindebeitrag, denn der Weihnachtsmarkt wird bereits am ersten Dezemberwochenende durchgeführt. Ursprünglich sei man in Kontakt mit dem Schwimmbad als Standort für den Weihnachtsmarkt gestanden. Am Ende sei das Organisationskomitee aber mit «zu schwierigen Auflagen» konfrontiert gewesen. «Da ist viel Zeit verstrichen.» Als Alternative habe man die Villa Linde und den katholischen Pfarreisaal gefunden. Rund um diese beiden Fixpunkte soll der andere Weihnachtsmarkt mit 83 Ausstellern, die ihr Kunsthandwerk anbieten, einem Koffermarkt sowie einem Unterhaltungsangebot von Schulen und Vereinen stattfinden.

Ob es jetzt Aufgabe der Gemeinde ist, diesen Anlass finanziell zu unterstützten, darüber gingen die Meinungen auseinander. Einig war man sich im Gemeinderat darin, dass diese Initiative eine gute Sache sei. Silvio Auderset (SVP) fragte sich aber, «wieso soll der Steuerzahler einen Beitrag leisten?». Karen Bennett Cadola (FDP) betrachtete es nicht als Aufgabe der Gemeinde, ein kommerzielles Angebot zu unterstützen. «Hier liegt es an den Organisatoren, ein ausgeglichenes Budget zu präsentieren.»

Regine Unold Jäggi wollte namens der SP keinen Beitrag in der Höhe der beantragten 4600 Franken geben, sondern eine einmalige Defizitgarantie in der Höhe von 4000 Franken. «Mit dem Einbezug der Schule und von Vereinen ist es auch ein Dorfanlass, dem man eine Starthilfe geben sollte.» Gemeindepräsident Stefan Hug sprach von ein paar Lichtern in einem zu dieser Zeit «grauen Dorf». Mit 6 zu 4 Stimmen setzte sich der SP-Antrag durch.