Das «neue» Schulhaus Widlisbach ist mittlerweile 47-jährig und muss saniert werden. Die Bausubstanz stammt grösstenteils aus der Bauzeit von 1970, und zahlreiche Bauteile haben das Ende ihres Lebenszyklus erreicht. Das Dach ist undicht, die Fenster energietechnisch veraltet, die Installationen erfordern Sanierungen und zudem soll das Schulhaus den aktuellen Vorschriften angepasst werden, etwa was Brandschutz, Barrierefreiheit oder Erdbebensicherheit betrifft. «Mit der Sanierung soll das Gebäude so instand gestellt werden, dass wir wieder vierzig Jahre Ruhe haben und es mit wenig Unterhalt und wenig Investitionen weiterbetreiben können», erklärte Gemeindepräsident Gilbert Studer an der Informationsveranstaltung.

Rund 35 Personen, darunter aber kaum Eltern von Primarschulkindern, fanden sich im Kirchenzentrum ein, um sich das Projekt von den Vertretern der Gemeinde, Schule, Architektur- und Planungsbüro präsentieren zu lassen.

Das Architekturbüro Branger hat das Sanierungsprojekt gemeinsam mit der eigens dafür konstituierten Begleitkommission erarbeitet. Innerhalb des letzten Jahres habe man sehr eng mit der Lehrerschaft, dem Hauswart und 21 betroffenen Vereinen zusammengearbeitet, um Bedürfnisse abzuklären und eine optimale Lösung zu finden.

Zum Sanierungskonzept gehören die Isolation und Abdichtung des Daches und der Ersatz der Fenster. Handlungsbedarf bestehe ausserdem im Bereich der Elektro- und Sanitärinstallationen, der Lüftung und auch der WC, Duschen und Garderoben. Bezüglich Brandschutz, Erdbebensicherheit, Schadstoffsanierung und Gebäudedämmung sind ebenfalls wichtige Massnahmen umzusetzen, damit das Gebäude nach der Sanierung wieder den aktuellen Normen entspricht und Gesetze eingehalten werden. Erhalten will man den architektonischen Charakter, da das Gebäude als schützenswert gelte.

Um Barrierefreiheit zu gewährleisten, wird ein Lift über alle Geschosse eingebaut und vom Parkplatz aus entsteht auf der Südseite ein ebenerdiger Zugang zum Schulhaus. Ein zusätzlicher Vorteil davon: «Dieser Zugang kann auch für Materiallieferungen genutzt werden», erklärte Architekt Claudio Branger.

Eine neue Nottreppe führt ausserdem vom zweiten Untergeschoss gegen Süden direkt in den Aussenbereich und auch diese hat neben dem Sicherheitsaspekt einen weiteren Vorteil. Die FC-Garderoben können so nämlich ohne Umweg durch das Schulgebäude direkt von draussen erreicht werden.

Steuererhöhung nicht nötig

5.9 Millionen Franken muss die Gemeinde für dieses Grossprojekt aufwenden. Gilbert Studer versicherte, dass der Kostenvoranschlag sehr detailliert erarbeitet wurde und eine hohe Sicherheit gewährleistet sei. «Gemeinderat und Finanzkommission sind einstimmig der Meinung, dass wir dieses Projekt ohne Steuererhöhung stemmen können», erklärte der Gemeindepräsident. Zwar werde die derzeit sehr tiefe Pro-Kopf-Verschuldung von 145 Franken auf rund 4000 Franken ansteigen, sie werde dann aber auch bald wieder sinken. Fremdkapital könne man zudem momentan sehr günstig aufnehmen. Auch Jürg Allemann, Präsident der Begleitkommission, unterstrich: «Wir sind überzeugt, dass wir Euch eine wirtschaftliche Sanierung präsentieren, keine Luxusvariante.»

Keine kritischen Stimmen

Stimmt die Gemeindeversammlung dem Sanierungskredit am 4. Dezember zu, möchte man bereits im Juli 2018 in Schulraumprovisorien umziehen – unter anderem ins alte Schulhaus. Das Schulhaus Widlisbach stünde dann für die Sanierung ein ganzes Jahr leer, damit es vor den Sommerferien 2019 bezugsbereit wäre. «Der Gemeinderat und die Finanzkommission stehen beide einstimmig hinter diesem Projekt», betonte Gemeindepräsident Gilbert Studer.

In der Fragerunde am Schluss der Veranstaltung gab es kaum kritische Voten. Gleich mehrere Personen äusserten den Wunsch, erneuerbare Energien einzubeziehen. Gilbert Studer verwies jedoch darauf, dass die Kündigung des bestehenden Gas-Contractings mit der Regio Energie aus finanzieller Sicht momentan nicht infrage komme. Man werde aber bei der Sanierung bereits Vorbereitungsmassnahmen treffen, sodass allenfalls später eine Photovoltaikanlage auf dem Dach montiert werden könnte.

Gefragt wurde auch nach dem Pausenplatz, welcher aber aus finanziellen Gründen noch nicht miteinbezogen wird. Die Bürgergemeinde hat allerdings angekündigt, dass sie sich eine Projektbeteiligung im Rahmen der Schulvorplatzgestaltung vorstellen könnte. Für Vereine gilt es, kreativ zu sein und die Zeit ohne Turnhalle zu überbrücken. Man wolle aber besonders die Turnhalle so schnell wie möglich wieder benutzbar machen.