Buchegg
«Wir haben genug!» — Zum fünften Mal wurde Tscheppach zur Müllhalde

In der Nacht auf Mittwoch wurden in der Landgemeinde Tscheppach über 100 Reifen illegal deponiert. Leider nichts Neues: Seit 2016 ist es das fünfte Mal, dass heimlich Pneus in den Wald geschmuggelt wurden.

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Das ist schon das fünfte Mal», echauffiert sich Gemeindepräsident Verena Meyer-Burkhard. In der Nacht auf Mittwoch wurden in einem Waldgebiet im Buchegger Ortsteil Tscheppach über 100 Pneus illegal deponiert. Die Polizei sei ratlos, sagt Meyer-Burkhard und so auch sie selbst: «Das ist einfach ärgerlich.»

Seit 2016 gab die Gemeinde insgesamt rund 1300 Franken für die Entsorgung solcher widerrechtlichen Deponien aus. Und auch dieses Mal rechnet Meyer-Burkhard mit einem Kostenaufwand von 800 Franken.

In Tescheppach wurden alte Pneus im Wald entsorgt
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Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und sucht in diesem Zusammenhang Zeugen.

In Tescheppach wurden alte Pneus im Wald entsorgt

Kapo SO

Dünn besiedelt

Warum der Tscheppacher Wald so viele unehrliche Garagisten anzieht, ist der Gemeindepräsidentin ein Rätsel: «Wahrscheinlich liegt es an der Lage. Tscheppach ist eine dünn besiedelte Landgemeinde und perfekt für heimliche Aktionen, wie diese.» Da bei jeder dieser Nacht- und Nebelaktion die Reifen mehr oder weniger an denselben Ort hingebracht wurden, zog Meyer sogar die Installation von Video-Kameras in Erwägung. Doch nach einer Abklärung mit der Polizei habe sich diese Idee als rechtlich unmöglich herausgestellt, erklärt sie etwas enttäuscht.

Dennoch müsse irgendetwas getan werden, betont sie. Die Polizei solle beispielsweise allen Garagen der Umgebung einen Besuch abstatten und deren Entsorgungspapiere einsehen, schlägt die Gemeindepräsidentin vor.

Mithilfe gefragt

Ansonsten könne man nichts tun, als auf Hinweise aus der Bevölkerung zu hoffen, schliesst sie resigniert. «Wir haben einen Gemeindeflyer, den wir zweimal im Jahr verteilen und dort haben wir schon vor einer Weile um Aufmerksamkeit gebeten», informiert. Doch ohne Erfolg, von dem Missetäter oder den Missetätern fehlt jede Spur.

Die Gemeindepräsidentin hat hierbei jedoch ihre ganz eigene Theorie: «Ich tippe darauf, dass es sich um einen Hobby-Garagisten handelt, der einen super günstigen Reifenwechsel anbietet.» Um diesen Schnäppchenpreis anbieten zu können, verzichte dieser folglich auf jegliche Entsorgungskosten und nutzte stattdessen den Wald. (ajs)

Personen, die Angaben zur Herkunft der illegal entsorgten Reifen oder zum Verursacher machen können, werden gebeten, sich mit der Kantonspolizei Solothurn in Verbindung zu setzen, Telefon 032 654 39 69.

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