Gerlafingen
«Wir bleiben geizig»: Der Gemeinderat stockt das Eigenkapital auf

Bei seiner ersten Sitzung in physischer Präsenz verabschiedete der Gemeinderat die Jahresrechnung mit einem Gesamtertrag von 42 Mio. Franken. Die Gemeindeversammlung darf am 1. Juli im Gemeindebau einem Ertragsüberschuss von 1,6 Mio. Franken zustimmen.

Gundi Klemm
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Dass die Rechnung um beinahe den gleichen Betrag besser als das Budget ausgefallen ist, beruht auf mehreren Faktoren.

Dass die Rechnung um beinahe den gleichen Betrag besser als das Budget ausgefallen ist, beruht auf mehreren Faktoren.

Hanspeter Bärtschi

Dass die Rechnung um beinahe den gleichen Betrag besser als das Budget ausgefallen ist, beruht auf mehreren Faktoren. Stephan Baschung, Präsident der Finanzkommission, erwähnte Budgetabweichungen, Minderaufwände, Mehrerträge und die Budgetdisziplin. «Bei uns ist aber keinesfalls der Wohlstand ausgebrochen», betonte er und mahnte, weiterhin restriktiv mit dem Geldausgeben umzugehen. Gemeindepräsident Philipp Heri ergänzte: «Wir bleiben geizig beim Geldausgeben.»

Umstände wie die Befreiung der Einwohnergemeinden von der Unterhaltspflicht für Kantonsstrassen hatten die vorgesehene Investitionsrechnung von netto 2,4 Mio. Franken auf rund 656'000 Franken reduziert. Allerdings wurden auch vorgesehene Kredite nicht beansprucht.

Wegen Krankheit der Gemeindeverwalterin erläuterte Stellvertreter Hans-Peter Jenni den Ratsmitgliedern die Umbuchungsmanöver bei Abgaben wie der neu eingeführten Personalsteuer von 50 Franken und der Feuerwehrersatzabgabe mit Auswirkungen auf den Steuervorbezug bei Gemeinde- und Staatssteuer. Das Plus in diesem Bereich von 1'975'000 Franken verzeichnete die Gemeinde anteilig etwa in höheren Steuererträgen der natürlichen und juristischen Personen von 775'000 Franken und in Sondersteuern (242'000 Franken). Dem budgetierten Steuervolumen von 17,5 Mio. stehen Eingänge von 18,3 Mio. Franken gegenüber.

Erwähnenswert für das Gesamtergebnis sind die 4,53 Mio. Franken aus dem Finanz- und Lastenausgleich. Zufriedenstellend seien die Ergebnisse der Spezialfinanzierungen mit Einnahmenüberschüssen. Positiv vermerkt wurde, dass die Nettoschuld pro Kopf von 830 Franken im Jahr 2018 auf 214 Franken sank. Bei positivem Rechnungsergebnis steht dem hauptamtlichen Gemeindepersonal die Ausschüttung eines Leistungsbonus zu. Weil «alle gut gearbeitet haben», stimmte der Rat einstimmig einer Auszahlung von 2,5 Prozent des Grundlohns zu. Dies sind laut Heri total rund 50'000 Franken.

Dorfparteien erhalten mehr Geld

Intensiv diskutierte der Gemeinderat die Parteienfinanzierung. Gemeindepräsident Philipp Heri stufte diese im Grundsatz als Notwendigkeit ein, weil «wir unsere politische Arbeit auf unsere Ortsparteien abstützen». Die Parteien würden viel Einsatz für die Gemeinde leisten und Personen für alle politischen Gremien zur Verfügung stellen. Die Diskussion wurde zudem nötig, weil ein Parteiloser Mitglied im Gemeinderat ist. Als Einzelner verzichtet er auf jegliche Zuwendung. Seit früheren Sparrunden, als Beiträge halbiert wurden, steht eine Gesamtsumme 1750 Franken zur Verfügung. SVP (450 Franken), CVP (350) und FDP (400) plädierten für Beibehaltung. Die SP (550 Franken) und mit seinem Votum Heri wollten die Ausschüttung auf 3500 Franken erhöhen und bei positivem Rechnungsabschluss auf 7000 Franken verdoppeln, um das freiwillige Engagement zu fördern und annähernd zu Nachbargemeinden aufzuschliessen. Mit 5:4 bei 1 Enthaltung billigte der Gemeinderat den Antrag des Gemeindepräsidenten und seiner Partei, der SP. (gku)

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