Die Revision einer von drei Turbinen im Wasserkraftwerk Flumenthal ermöglicht einen der raren Einblicke in die «Eingeweide» dieser Stromfabrik. Das Wasser der Aare prallt an einem Wehr ab, das mit Dammbalken errichtet wurde. Der Turbinenraum mit dem grossflächigen Wassereintrittsraum, der tiefer liegenden Turbine, die nur noch gut 13 Quadratmeter Fläche aufweist, und dem darauffolgenden Wasseraustrittsraum, ist vier Wochen lang trocken gelegt.

Die ganze Anlage wird bis zur letzten Schraube am Gitter im Oberlauf, das Äste und Stämme aufhalten soll, auf Schäden kontrolliert. In diesen vier Wochen werden die festgestellten Schäden auch behoben. Die Revision erfolgt im Winter, weil in dieser Zeit weniger Wasser die Aare hinunterfliesst. Momentan hat es nur eine geringe Menge sogenannten Überlaufs, das in den Unterlauf fliesst, sprich zu viel Wasser, das überläuft und nicht in den zwei in Betrieb stehenden Turbinen verwertet werden kann.

In den nächsten Tagen bietet die Besitzerin Alpiq Führungen im Wasserkraftwerk in Flumenthal an. Wer will, darf den Turbinenraum auch begehen. Durch ein Bullaugen-grosses Loch in Schutzmantel klettert man in den Turbinenraum hinein und muss aufpassen, dass man den Kopf nicht an einer Schaufel des Laufrades anschlägt. Tief unter dem Wasserspiegel der Aare kann man durch das Schaufellaufrad und die blockierten Leitschaufeln hindurchkriechen und den Schlund des Turbinenraumes begutachten. Das Gesamtgewicht der Turbine beträgt 209 Tonnen. Die Turbine dreht immer mit 107 Umdrehungen pro Minute.

Die drei Turbinen des Flusskraftwerkes Flumenthal produzieren im Schnitt jährlich 146 Millionen Kilowattstunden Strom. Das reicht etwa, um die Haushalte von Solothurn und Langendorf zu versorgen, oder entspricht zirka einem Drittel des von der Stahl Gerlafingen benötigten Stromes. Sechs Personen betreuen das Flusskraftwerk, sowie dreizehn Meliorationspump-Anlagen bis nach Staad bei Grenchen hinauf. Seit dem Bau der Anlage 1970 habe es nie einen schweren Unfall gegeben.

Tag der offenen Türe: Montag 19. Januar bis Freitag 23. Januar, jeweils um 10, 14 und 18 Uhr Führungen mit einer Dauer von je 60 Minuten. Anmeldung erforderlich über www.alpiq.ch/turbine.