In der Rüti in Unterramsern entsteht ein neues Bachbett für den Rütelibach. Dieser fliesst heute mit durchschnittlich 600 Minutenlitern von seiner Quelle im Wald oberhalb des Siedlungsgebietes bis zum Waldrand naturnah und ist nachher eingedolt. Der Bach soll auf einer Gesamtlänge von rund 110 Metern revitalisiert werden.

Das Projekt hat mehrere Gründe. So verlangt das Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer, dass eingedolte Gewässer, dort wo möglich, revitalisiert werden. Diese Massnahmen werden vom Bund finanziell unterstützt. In der direkten Nachbarschaft des Rütelibaches entsteht in den nächsten Jahren eine neue Siedlung mit sieben Einfamilienhäusern. Das Sauberwasser aus diesem Gebiet soll künftig in den Bach geleitet werden.

Als Letztes wird der heute bestehende Geschiebesammler, der den Anforderungen nicht mehr genügt, mit dem Projekt verlegt und vergrössert. Gleichzeitig wird so auch das Problem der zu kleinen Kapazität des Ablaufs des Geschiebesammlers gelöst.

Die Kredite für die verschiedenen Teilprojekte wurden an der Gemeindeversammlung im Dezember 2014 genehmigt. Die Erschliessungsstrasse ist bereits gebaut worden.

20 Meter lange Teststrecke

Auch wenn der Rütelibach renaturiert wird, wird ein Teil weiterhin eingedolt fliessen. Auf einer Strecke von rund 13 Metern muss er unter der bestehenden Strasse durchgeführt werden. Zurzeit wird auf dem Stück unterhalb der Strasse, auf GB Nr. 123 gebaut.

Dort wird einerseits das Bachbett neu ausgehoben und andererseits wurden zwei Retentionsbecken erstellt, die der Entwässerung der neuen Wohnsiedlung dienen. Bereits fertig ist der neue Geschiebesammler. Dieser hat mit einer Fläche von rund 20 Quadratmetern die doppelte Kapazität und vermindert dadurch die Gefahr einer Überschwemmung des unterhalb liegenden Siedlungsgebietes.

Für die allwöchentlich stattfindende Bausitzung direkt vor Ort wurde eine 20 Meter lange Teststrecke bereits möbliert. Das heisst, dass Steinblöcke, Wurzelstöcke, Holzträmel und Totfaschinen eingebaut wurden. Diese sorgen später dafür, dass der Bach in seinem renaturierten Bett nicht einfach träge dahinfliesst. Das wiederum ermöglicht es Kleinlebewesen, neue Lebensräume zu finden und sich anzusiedeln.

Die Fachleute der für die Renaturierung zuständigen kantonalen Fachstellen sahen sich die Möblierung genau an. Gaben ihr Feedback und brachten Wünsche an. Das neu gestaltete Bachbett hat ein Gefälle von rund 7 Prozent und soll sowohl in seiner Breite als auch in der Tiefe variabel gestaltet werden. Auch die Uferböschung darf Wölbungen und Dellen aufweisen.

Bestehende Drainagen werden künftig ebenfalls in den Bach geleitet. Die alte Eindolung wird im Bereich des neuen Bachbettes rückgebaut und der alte Geschiebesammler abgebrochen.

Glücksfall für die Gemeinde

Gemeindepräsident Markus Menth freut sich über das Projekt, das noch unter seinem Vorgänger Hanspeter Ziegler geplant wurde. Unterramsern ist eine der wenigen Gemeinden im Bucheggberg, die noch wachsen kann und darf. Deshalb kommt die Erschliessung des Baulandes in einem guten Moment und dient dem Dorf.

Zudem sei es ein Glücksfall, dass die Privatleute, denen ein Teil des Landes gehört, auf dem der Bach renaturiert wird, sich mit dem Projekt einverstanden erklärten. «Das Land, auf welchem die Retentionsbecken und der Geschiebesammler erstellt werden, wurde schon länger nicht mehr als Landwirtschaftsland genutzt», so Menth.

Trotzdem sei es nicht selbstverständlich. Froh ist der Gemeindepräsident zudem darüber, dass der grosse Gewerbebetrieb an der Hauptstrasse dank der Renaturierung und der Vergrösserung des Geschiebesammlers vor einer möglichen Überschwemmung geschützt ist.