Inkwilersee
Wieder ein Fischsterben - über Gründe wird gerätselt

Am Mittwoch wurden zwischen 200 und 400 Kilogramm toter Fisch aus dem Wasser gezogen. Die Gründe für das Fischsterben sind unklar. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit Abwasser vom Open Air Etziken.

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Es ist ein trauriges Bild. Hunderte Fische sind in den letzten Tagen im Inkwilersee gestorben. Neben der Jungbrut sind unter anderem auch grosse Brachsen und Hechte verendet.

«Wir haben gestern Abend noch die Runde gemacht und mussten zwischen 200 und 400 Kilo toten Fisch aus dem Wasser ziehen», berichtet Ronny Zürcher, Fischereiaufseher Inkwilersee. Viele tote Fische seien noch unter den Seerosen versteckt. «Die werden wir erst im Laufe der Zeit sehen und dann auch riechen.»

Über die Gründe für das Fischsterben wird noch gerätselt. Klar ist: Während des Open Airs Etziken, das am letzten Freitag und Samstag in der Nähe des Sees stattgefunden hat, ist ein Fehler passiert.

Das chemische Abwasser der mobilen WCs ist in den falschen Schacht geleert worden und dann im See gelandet. An dieser Stelle auf der Solothurner Seite des Sees sind auch die meisten toten Fische zu sehen.

«Das ist gut möglich», erklärte gestern Ronny Zürcher gegenüber Tele M1. «Die Polizei und das kantonale Amt für Umwelt ermitteln, aber man darf keine voreiligen Schlüsse ziehen.»

Die Organisatoren vom Open Air Etziken haben den Fehler erkannt, verweisen aber auf die Untersuchungen und darauf, dass das Amt für Umwelt nicht dem Festival die ganz Schuld für das Fischsterben in die Schuhe schieben wolle.

«Der Schadenfall hat vielleicht lokal zum Sterben von Fischen geführt. Aber auf den Inkwilersee als Gesamtes hatte dies keine grosse Auswirkung», sagt Gabriel Zenklusen, stellvertretender Chef Amt für Umwelt. Dennoch ist bei Ronny Zürcher der Frust gross.

Viele grosse Laichtiere seien gestorben und müssen ersetzt werden, was viel Geld koste. Das Geld sei aber zweitrangig. «Es wäre schön, wenn solch ein Vorfall sich nicht wiederholt. Dann wären wir schon glücklich», so Ronny Zürcher. Er habe schon genug Probleme wegen des Sauerstoffmangels im Inkwilersee, da brauche es nicht auch noch Abwasser von mobilen WCs. (uby/Tele M1)