Gemeindepräsidentenkonferenz
Wie wirkt sich die Fusion Top 5 auf das «Rest-Wasseramt» aus?

Eine Bachelor-Arbeit gibt erste Auskünfte darüber, was die Fusion für das Gebiet bedeutet. Zu dem breit gefächerten Themenkatalog der Sitzung gehörten zudem der Filmpreis Prix d'Honneur und der kantonale Richtplan.

Rahel Meier
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Das Oberstufenzentrum würde bei einer Fusion plötzlich zu Solothurn gehören.

Das Oberstufenzentrum würde bei einer Fusion plötzlich zu Solothurn gehören.

Rahel Meier

Die Gemeindepräsidentenkonferenz Wasseramt (GPK) hatte eine Studie bei der Fachhochschule Nordwestschweiz in Auftrag gegeben. Damit sollten die Auswirkungen der Fusion Top 5 auf das «Rest-Wasseramt» untersucht werden. Das Thema wurde nun in einer Bachelor-Arbeit aufgenommen und untersucht. Das Fazit: Derendingen ist eine der Schlüsselgemeinden bei der Fusion. Denn Derendingen ist Leitgemeinde im Bereich Zivilschutz und in der Sozialregion.

zvg

Ausserden haben Derendingen und Luterbach ein gemeinsames Oberstufenzentrum. Ebenfalls von Bedeutung ist die Elektrizitäts- und Wasserversorgung Derendingen. Eine grosse Stadt Solothurn führe zu einer Kräfte- und Einwohnerverschiebung zuungunsten des Wasseramtes. Die Bachelor-Arbeit sagt aber auch: «Es können in vielen Bereichen noch keine detaillierten Aussagen gemacht werden. Weitere Analysen nach der Urnenabstimmung wären ein interessantes Nachfolge-Projekt.»

Hardy Jäggi (Recherswil) und Thomas Fischer (Drei Höfe), die sich für die Erarbeitung der Studie eingesetzt hatten, erachteten es als positiv, dass jetzt eine Arbeit vorliegt. «Damit haben wir nun etwas in der Hand.»

2016 wieder Vergabe geplant

Stephanie Schüpbach (Geschäftsführerin Filmtage Solothurn) nutzte die GPK, um sich für die Unterstützung der Wasserämter Gemeinden und den von ihnen gesponserten Prix d’Honneur zu bedanken. «Wir hoffen natürlich, dass wir den Preis auch nächstes Jahr wieder mit ihrer Unterstützung vergeben dürfen», erklärte sie. Der Preis ehre Menschen, die hinter den Kulissen für den Schweizer Film tätig seien. «Mit der Preisvergabe haben die Wasserämter Gemeinden immer wieder mediale Präsenz», so Schüpbach. Auch die Filmtagebesucher – rund 40 Prozent kommen aus der näheren und weiteren Region Solothurn – würden das Engagement positiv zur Kenntnis nehmen.

Wasserämter Spezialitäten

Noch bis zum 30. Oktober können Einwendungen gegen den kantonalen Richtplan beim Bau- und Justizdepartement eingereicht werden. Besonders von der Gesamtüberprüfung des kantonalen Richtplans betroffen sind die Gemeinden. Deshalb referierte Bernard Staub (Chef Amt für Raumplanung) in der GPK Wasseramt. Er ging kurz auf die Strategie der Raumentwicklung, des Siedlungsgebietes und die Bauzonen ein: Dauerthemen in allen Gemeinden.

Das Wasseramt ist mit dem Richtplan von einigen Sonderfällen und Sonderregelungen betroffen. Etwa der geplanten Einzonung des Schwerzimoos in Biberist oder den Entwicklungsgebieten Arbeit mit der Papierfabrik Biberist, dem Stahlwerk in Biberist/Gerlafingen; dem Unterdorf (DHL) in Derendingen/Luterbach, Wissensteinfeld und Fadacker (Derendingen und Subingen), Attisholz Süd (Luterbach) und Sultex und Riverside in Zuchwil.

Im Richtplan sind ebenfalls verschiedenste Verkehrsvorhaben aufgezeigt. So ist klar, dass die Umfahrung Gerlafingen Nord gebaut werden soll. Als sogenanntes Zwischenergebnis im Richtplan aufgenommen wurden der Tunnel Bleichenberg (Trasseesicherung), der Doppelspurausbau der Bahnlinie Solothurn-Bern und die Idee, den Zug zwischen Solothurn und Subingen wieder für den Regionalverkehr einzusetzen. Als Vororientierungen im Sinne einer Idee sind auch der Ausbau der Bahnlinie Solothurn–Wanzwil und die neue Haltestelle der BLS in Biberist bei der Papierfabrik im Richtplan aufgenommen worden.

«Nur ein Bruchteil ist in der Schweiz»

Unter dem Eindruck der syrischen Flüchtlinge, die vorläufig auf dem Biberister Bleichenberg wohnen, referierte Nina Gutweniger (Bildungsverantwortliche bei der Schweizerischen Flüchtlingshilfe) an der Gemeindepräsidentenkonferenz Wasseramt. Sie zeigte auf, dass weltweit 60 Mio. Menschen auf der Flucht sind. 51 Prozent davon sind Kinder. 64 Prozent aller Flüchtlinge sind Flüchtlinge im eigenen Land. Zurzeit kommt der Grossteil der Flüchtlinge aus Syrien. Am meisten Flüchtlinge werden von der Türkei aufgenommen, aber auch im Libanon, im Iran und in Pakistan leben viele.

In der Schweiz komme ein Prozent der Wohnbevölkerung aus dem Asylbereich. Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern würden in der Schweiz nur wenige Asylgesuche gestellt, nämlich 3,8 Prozent. Würden die Zahlen mit der Wohnbevölkerung verglichen, dann stehe die Schweiz aber an 4. Stelle.

Angeheizt worden sei die Asyldebatte hierzulande durch die hohe Anzahl Eritreer, die sich hier aufhalten. Wieso das so sei, das kann Gutweniger auch nicht erklären. Tatsache sei, dass die Menschenrechtslage in Eritrea nach wie vor prekär sei. Gutweniger erklärte zudem, wieso die Flüchtlinge aus Syrien zwar in der Schweiz bleibe dürfen, aber kein Asyl erhalten. «Asyl erhält in der Schweiz nur, wer diverse Kriterien erfüllt. Eines davon ist, dass man persönlich verfolgt werden muss. Bürgerkriegsflüchtlinge kommen zwar aus einem Land mit unmenschlichen Zuständen, aber sie werden nicht direkt und persönlich verfolgt.» (rm)