Ab 2018 müssen alle Gemeinden im Kanton einen Integrationsbeauftragten stellen. Sie führen die ersten offiziellen Gespräche mit fremdsprachigen Ausländern und versorgen diese mit wichtigen Informationen. Bisher war der Kanton für die Erstgespräche zuständig.

Weil die Integration in erster Linie in der Schule oder in Vereinen vor Ort stattfindet, wird die Aufgabe künftig von den Gemeinden übernommen. Es ist einerseits eine Starthilfe für die Immigranten. Andererseits können die Gemeinden klarer kommunizieren, was von den Mitbürgern erwartet wird. Und sie sollen kontrollieren, ob die Verpflichtungen, etwa Deutsch zu lernen, eingehalten werden.

Wenn aber jede Gemeinde im Unterleberberg die vom Kanton weitergegebenen Erstgespräche mit Ausländern selber organisiert, wird Geld verschwendet. Darin waren sich alle Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten an der Zusammenkunft einig. Der Aufwand für die Schulung stehe in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Aufwand. «Entweder wir übergeben die Aufgabe an eine regionale Institution etwa die Sozialregion oder wir suchen gemeinsam eine Lösung», erklärte Christoph Heiniger (Flumenthal).

Letzteres sei auch die Empfehlung des Kantons für Kleingemeinden. Er schlug vor, dass die Erstgespräche mit Ausländern immer am gleichen Ort durchgeführt werden, aber die jeweilige Gemeinde eine Vertretung absendet, welche das Gespräch mitverfolgt. «Man geht von 1000 Gesprächen im Kanton aus, da bleiben für uns 5 bis 10 Gespräche, die jährlich geführt werden müssen», hatte Heiniger gerechnet.

Thomas Jenny (Günsberg) hatte ebenfalls gerechnet. In Günsberg zählte er zwischen 1. Juli 2015 und Ende Oktober 2016 insgesamt 22 Ausländer. «Meistens Familien, aber die meisten kamen aus anderen Gemeinden im Kanton und hätten die Erstgespräche bereits geführt. Richtige Ausländer hatten wir zwei Deutsche, die wir über die Gemeinde und die Vereine informierten. Sie sind inzwischen schon Mitglied von Vereinen.»

Die Aufgabe will man nun gemeinsam organisieren. Sobald entsprechende Abklärungen auf den Gemeindeverwaltungen erfolgt seien, und eine Person die Aufgabe übernehmen will, wird die Leitgemeinde bestimmt. Die Kosten für die Integrationsperson will man sich solidarisch teilen.

Christoph Heiniger und Gregor Schneiter (Hubersdorf) werden für die Unterleberberger Gemeinden ein Musterreglement für die Sozialbeiträge im Schulbereich ausarbeiten. Man war sich einig, dass die Sozialbeiträge nicht aufgrund der jeweiligen Herkunft des Kindes an der gemeinsamen Schule ausgerichtet werden sollen. Die Sozialbeiträge betreffen etwa Schullager, die Musikschule oder die Tagesschule.