Getrunken wird aus einer Flasche, die per Seil ins Wasser geworfen wird. Essen wird dem Langstreckenschwimmer per «Eating Stick» serviert. Alle 15 bis 20 Minuten gilt es, sich zu verpflegen.

«Viel trinken ist wichtig, um Dehydration zu verhindern», erklärte Freiwasserschwimmer Romano Mombelli in seinem Referat in der Pfarrscheune. Wenn man das Beiboot oder das Kajak berührt, hat man verloren. Das Ziel ist erreicht, wenn man Land anfasst. Als Beweis werden Fotos geschossen.

Die Zeit sei beim Open Water zweitrangig. Es gehe primär ums Ankommen und das Erlebnis. Dennoch hat Mombelli gleich mehrere Rekorde geschwommen: Er hat den Brienzersee in etwas mehr als drei Stunden durchquert, bei einer Wassertemperatur von 15 bis 16 Grad und strömendem Regen.

Auch bei der Strasse von Bonifacio schaffte er den Rekord; für die 15 Kilometer benötigte er 15 635 Armzüge. Sein Rekord bei der Durchquerung der Gibraltarstrasse ist inzwischen gebrochen worden. «Beim Freischwimmen können Rekorde relativ schnell abgelöst werden. Witterung und Strömung haben grossen Einfluss auf das Resultat.»

40 bis 120 Kilometer pro Woche

Das Training ist hart. Täglich ist Mombelli rund fünf Stunden im Wasser und legt dabei wöchentlich 40 bis 120 Kilometer zurück. Sobald ein Anlass zur Durchführung ansteht, hat der 23-jährige Solothurner jeweils sein eigenes Team und eine ortskundige Crew dabei, die sich mit dem Gewässer auskennt. Die unbeeinflussbaren Faktoren machen diese Disziplin für Mombelli spannend. Dazu gehören starke Strömungen, hohe Wellen, Witterung und aggressive Meeresbewohner. Korrektes Verhalten ist das A und O.

Mit der Strasse von Gibraltar schaffte Mombelli die erste Etappe der Ocean’s Seven. In Hawaii wollte er sich im vergangenen Oktober mit der Kaiwi Channel an der zweiten Etappe versuchen. Es galt, 45 bis 55 Kilometer zu schwimmen, von Molokai nach Oahu. Dies entspricht einer pausenlosen Schwimmdauer von 12 bis 16 Stunden. Das Budget betrug 50 000 Franken.

«Wegen der Haifische und der Flut wurde entschieden, in der Nacht zu starten.» Die einzige Lichtquelle waren Glowing Sticks. Mombelli war noch nicht lange im Wasser, als ihn Quallenstiche der Portugiesischen Galere wegen Lähmungserscheinungen zum Aufgeben zwangen.

«In der Nacht hat man keine Chance, die Quallen zu sehen und auszuweichen.» Eigentlich hätten die Quallen bereits weg sein sollen, doch durch die gute Witterung sind sie im Gebiet geblieben. Dieser Challenge wird im Sommer in einem Beitrag von SRF ausgestrahlt.

In diesem Jahr wird es Mombelli nicht mehr möglich sein, eine Etappe zu meistern, sodass er eine Zwischensaison einlegt. Sein Ziel ist es, vom 11. bis zum 17. Juli die Seen von Murten, Neuenburg und Biel zu durchschwimmen. Als Abschluss wird er von Biel nach Solothurn schwimmen. Die gesamte Strecke: Rund 100 Kilometer.