«Do gseht me widr, wie guet me sech ufe Wätterbricht cha verloh», stellt der neunjährige Damian Jost fest. Als die Teilnehmenden des Ferienpass-Kurses «Blumen und Kräuter» zusammen mit Barbara Gasser, Inhaberin der Naturheilpraxis Naturhealings in Gossliwil, und ihrer Enkelin Sheena Weber zum Haus der Kursleiterin laufen, tröpfelt es plötzlich vom Himmel. Auch wenn nicht alle Kinder eine Jacke mit dabei haben, werden auf dem kurzen Weg noch einige Pflänzlein, wie etwa Spitzwegerich und Storchenschnabel, gefunden und analysiert.

Im Garten von Barbara Gasser angekommen, wird ihnen eine Auswahl bekannter Blumen und Kräuter und die jeweilige heilende Wirkung erläutert. Ziel des Nachmittags ist die Herstellung einer Salbe, die all diese Wirkstoffe beinhaltet. Anhand eines ausgeteilten Exemplars machen sich nun die Kinder im Garten der Kursleiterin auf die Suche nach den Heilpflanzen.

In der Zwischenzeit bereiten Gasser und ihre Enkelin Sheena Glasschalen mit Olivenöl vor. Die gefundenen Blumen und Kräuter werden nun in das Öl eingelegt. In der Zwischenzeit wird ein Spaziergang zum Wald unternommen. Anschliessend helfen einige Kinder, ein Feuer vorzubereiten, um das Öl darauf sieden zu lassen.

Viel Geduld ist gefragt

Während der Siedezeit werden die Kinder mit Joghurtcreme und Schoko-Orangen-Cake versorgt. Weil nicht alle Kinder davon begeistert sind, muss auf die «gute alte Schweizer Schokolade» zurückgegriffen werden, wie es Gasser ausdrückt. Um aus dem wirkstoffreichen Öl eine Salbe zu zaubern, wird noch Bienenwachs zugefügt.

Es dauert einige Zeit, bis die noch flüssige Salbe ausgehärtet ist. Währenddessen basteln die Kinder Traumfänger, die Albträume in der Nacht einfangen und diese bei Kontakt mit Sonnenlicht in Form von Staub ausscheiden, so Gasser. Die Bastelei wird für viele zum Verhängnis, denn viel Geduld ist gefragt im Umgang mit Wolle, Perlen und Federn.

So reicht es für die meisten nicht, die Traumfänger fertig zu basteln. Gereicht hat die Zeit aber jedem für ein Döschen Wundersalbe: Ganz egal ob Prellungen, Insektenstiche oder Fieberblattern, mit der Wundersalbe können sie nun jederzeit als Naturheilpraktiker eingreifen und Wunder bewirken.