Im Jahrbuch 2018 des Kantons Solothurn finden sich die Einwohner- und Ausländerzahlen sowie die Anzahl der Haushaltungen (Stand 31. 12. 2016). Ein Vergleich mit den Zahlen vor 20 Jahren aus dem Jahrbuch 1998 ist reizvoll. Welche Gemeinde hat am meisten Einwohner gewonnen, wer hat in den zwei Jahrzehnten verloren?

Vollständigkeitshalber sind die Zahlen der Städte Solothurn und Grenchen aufgeführt. Sie werden aber nicht in die Wertung aufgenommen. Die wichtigste Zahl für die Gemeinden ist natürlich die Einwohnerzahl. Wächst eine Gemeinde bevölkerungsmässig, wächst auch meistens der Steuerertrag. Andererseits wachsen dadurch wiederum die Bedürfnisse bezüglich Infrastruktur, sei es für Bauland, Strassen oder Schulen. Wie wichtig die Einwohnerzahl, besser gesagt ein Anstieg der Bevölkerung in der eigenen Gemeinde ist, zeigen die diversen Ortsplanungsrevisionen in den letzten Jahren. In keiner Gemeinde wollte man die Anzahl der Bevölkerung beibehalten oder gar zurückschrauben. Entweder wollte man rasanter wachsen als bisher, oder die bisherige Wachstumsrate wurde ins Räumliche Leitbild aufgenommen.

Hüniken zweimal an der Spitze

Wie entwickelten sich nun die Zahlen in der Region? Am stärksten wuchs in den letzten 20 Jahren die Kleinstgemeinde Hüniken. Sie wuchs von 73 auf 123 Einwohnerinnen und Einwohner an, also um satte 68,5 Prozent. Den Gegenpart übernimmt mit Kammersrohr ebenfalls eine Kleinstgemeinde. Von ursprünglich 50 Einwohnern fiel die Gemeinde um 42 Prozent auf 29 Einwohner. Prozentual am stärksten wuchsen neben Hüniken die Gemeinden Bolken (37,2%), Feldbrunnen-St. Niklaus (36,4%), Oekingen (28,3%), Lohn-Ammannsegg (26,4%), Riedholz (25,6%) und Subingen (24,3%). Das sind aber nicht die Gemeinden, die in absoluten Zahlen am stärksten zulegten. Da ist Derendingen (1079) Spitzenreiter vor Biberist (1014), Selzach (631) und Subingen (621). Noch mehr haben nur Grenchen (1321) und Solothurn (1284) zugelegt.

Auf der anderen Seite stehen die «Langweiler». Wobei das von Flumenthal eigentlich nicht behauptet werden kann. Das Dorf überzeugt mit seiner Lage an der Aare. Dennoch verliert die Gemeinde in zwei Jahrzehnten 100 Einwohner. Es folgen Zuchwil (–51), Lüterswil-Gächliwil (–29), Balm und Kammersrohr (je –21) und Obergerlafingen (–13). Prozentual folgen auf Kammersrohr bereits Balm (–10%), Flumenthal (–9,3%), Lüterswil-Gächliwil (–8,1%), Obergerlafingen (–1,2%) und Zuchwil (–0,6%).

Weniger Personen pro Haushalt

In der Anzahl der Haushaltungen lässt sich der Trend zu weniger Personen pro Haushalt klar erkennen. Beinahe in allen Gemeinden hat sich dieser Wert in den letzten zwanzig Jahren verringert. Hatten eher die Wasserämter mehr Einwohner in ihren Gemeinden zu verzeichnen, wurden tendenziell mehr Haushaltungen in den Leberberger Grossgemeinden geschaffen. Zu nennen sind Bettlach (468), Langendorf (398), Selzach (367) und Bellach (315). Haushaltungen verloren haben Solothurn (–220) und Zuchwil (–227).

Viele Ausländer in Zuchwil

Laut Jahrbuch 1998 lebten damals in Gerlafingen (35,4%) prozentual am meisten Ausländer. Es folgte Zuchwil mit 34,5 Prozent. Hier hat sich die Situation gekehrt. Zuchwil hat im Jahrbuch 2018 einen Ausländeranteil von 43,6 Prozent und damit Gerlafingen (38,6%) abgehängt. Ebenfalls über 30 Prozent Ausländeranteil haben Grenchen (35,6%) und Derendingen (31,8%). Den kleinsten Ausländeranteil hat wiederum Hüniken mit einem Ausländer und 0,8 Prozent Anteil. Weitere Kleinstgemeinden sind hier mit an der Spitze, beispielsweise Kammersrohr ebenfalls mit einem Ausländer, aber einem Anteil von 3,4 Prozent, oder Balm (3,7 %) und Unterramsern (3,8%).