Schon seit Jahren prägen rückläufige Besuchszahlen den abendlichen Anlass zum Nationalfeiertag im Dorf. «Ist daraus inzwischen ein Pflichtanlass nur noch für diejenigen geworden, die in irgendeiner Funktion anwesend sein müssen», fragten sich Ratsmitglieder. Lieber wäre doch allen Verantwortlichen ein unbeschwertes Zusammentreffen aller Kreise der Bevölkerung, wie es Lüterkofen-Ichertswil im letzten Jahr anlässlich von Dorffest und «Dorfbuchtaufe» erlebte.

«Eigentlich ist es ja sehr schade, wenn Traditionsanlässe durch mangelndes Interesse versanden», gab Gemeinderätin Lis Sieber zu bedenken. Weil allgemein die Vorliebe für private Zusammenkünfte mit Familie und Freunden im eigenen Garten gerade am 1. August Trumpf sei, müsse man diesem veränderten Verhalten Rechnung tragen, befand Gemeindepräsident Roger Siegenthaler.

Vorgeschlagen wurde deshalb die Durchführung eines Dorf-Treffens für Einheimische und Zugezogene, an dem den Vereinen die Möglichkeit zur Selbstvorstellung geboten werden soll. Die Gemeinde lädt zu Umtrunk und Nahrhaftem ein und fragt, wie bisher, Dorfvereine um Unterstützung bei der Organisation an.

Terminiert ist dieser Anlass in der Mehrzweckhalle bereits für den kommenden Herbst. Deshalb soll der Vereinskonvent ausserplanmässig einberufen werden, um genaues Datum und Ablauf festzulegen. Der Gemeindepräsident will an der Gemeindeversammlung am nächsten Montag darüber orientieren. Die Jungbürgerfeier wird wie gewohnt am 29. Oktober auf dem Weissenstein stattfinden.

Die Nähe zum Konfiskatraum

Früher brachte die Landwirtschaft tote Tiere zur Sammelstelle ins nahe Biberist. Seit Jahren nun ist für Lüterkofen-Ichertswil der laut Gemeindepräsident gut funktionierende Konfiskatraum in Zuchwil zuständig, wohin die Gemeinde auch ihre Gebühren bezahlt. Doch viel besser erreichbar ist der noch bestehende Konfiskatraum in Hessigkofen.

Die hier verantwortliche Gemeinde Buchegg machte darauf aufmerksam, dass etliche Landwirte aus dem nicht angeschlossenen Lüterkofen in Hessigkofen entsorgen. Um den Bauern entgegen zu kommen, will die Gemeinde nun prüfen, wie lange die Kadaver-Sammelstelle in Hessigkofen noch aufrechterhalten wird, und ob ein Wechsel von Zuchwil dorthin möglich ist.

Keine Einstellhalle

Schon einmal segnete der Gemeinderat den Erschliessungs- und Gestaltungsplan für das Grundstück Nummer 1523 «Alte Post» an Bahnhof- und Unterfeldstrasse ab. Inzwischen haben sich die Planungen aber geringfügig geändert. Statt der unter dem Gebäude vorgesehenen Einstellhalle für die fünf grosszügig bemessenen Eigentumswohnungen sollen zehn ebenerdige Auto-Abstellplätze auf dem Grundstück als Abschluss zur Strasse entstehen.

Der im Rat anwesende Bauherr, assistiert von Architekt und technischer Beratung, machte gemäss umfangreicher Baugrunduntersuchungen auf die auf der Parzelle herrschende Grundwassersituation aufmerksam. Der Bau der Tiefgarage mit begleitenden Massnahmen hätte unverhältnismässig viel gekostet, machten die Fachleute geltend.

Nach längerer Aussprache gemeinsam mit Bauverwalter Kuno Eberhard entschied sich der Rat für ein «Durchwinken» des Planungswerks. «Auch uns fällt nichts Besseres ein», hiess es zur Problematik. Allerdings ist diese Zustimmung verbunden mit Auflagen. Die anstossenden Nachbarn sind zu informieren, eine «Wildparkiererei» auf der Strasse muss mit entsprechendem Parkregime verhindert werden.

Auf eine Mitwirkung wird verzichtet. Nach der kantonalen Vorprüfung kann das Projekt dann öffentlich aufgelegt werden.