Balm bei Günsberg

Wie die Pflanze «Bergtee» vor Gämsen und Wanderern geschützt wird

Das Errichten der Forstzäune auf dem Balmfluhköpfli forderte Daniel Schmutz (links) und Simon Rickli (beide vom Forstbetrieb Wasseramt) einiges ab. Die beiden sind schwindelfrei und waren selbstverständlich gut gesichert.

Das Errichten der Forstzäune auf dem Balmfluhköpfli forderte Daniel Schmutz (links) und Simon Rickli (beide vom Forstbetrieb Wasseramt) einiges ab. Die beiden sind schwindelfrei und waren selbstverständlich gut gesichert.

Der Bestand der Pflanze hat sich erholt. Nun wird sie mit Forstzäunen vor den Gämsen geschützt.

Der «Bergtee» (Sideritis hyssopifolia), auch als Ysopblättriges Gliedkraut bekannt, ist ein zirka 40 Zentimeter hoch werdendes Zwergsträuchlein. Tatsächlich kommt der Bergtee eigentlich vorwiegend in den Bergen im Südwesten Europas vor und ist auch dort eher selten. Die Pflanze bevorzugt felsige Standorte.

Der Bergtee blüht wieder.

Der Bergtee blüht wieder.

In der Schweiz sind nur wenige Orte bekannt, an denen die Pflanze wächst. Vier liegen in der Genferseeregion und eine auf dem Balmfluhköpfli, sozusagen auf dem äussersten Vorposten.

Schon seit längerem werden die Sträucher auf dem Balmfluhköpfli mit sogenannten Erbsenkörben überzogen, weil sie sonst von den Gämsen verbissen oder von Wanderern zertreten werden. «Diese Pflanze gehört zu unserem Solothurner Naturerbe, und darum möchten wir sie schützen», erklärt Jonas Lüthy vom Amt für Raumplanung.

Mitten im Naturreservat

Die Erbsenkörbe haben gewirkt: Der Bestand des Bergtees hat sich erholt und die Pflanze blüht wieder. Darum werden die Sträucher nun durch Zäune geschützt. Dies geschieht in Absprache mit der Gemeinde Balm bei Günsberg, der die Parzelle GB Nr. 12, auf der der Bergtee wächst, gehört. Die Parzelle liegt im Perimeter des kantonalen Naturreservats «Massiv der Balmflühe», sowie im Bundesobjekt Nr. 10603 «Balmflue».

Die Pflanzen wurden mit GPS vermessen und kartiert. Drei Stellen, an denen die meisten Pflanzen vorkommen, wurden nun mit einem üblichen Forstzaun eingezäunt. Der Forstzaun unterbricht den Fussweg über den Ostgrat nicht, da er neben diesem liegt. In den nächsten Tagen werden noch Infotafeln aufgestellt, um das Verständnis der Wanderer und Kletterer zu gewinnen.

Dass die Pflanze im Kanton gefunden wurde, ist einem Zufall zu verdanken. Der Biologe Urs Schwarz war vor Jahren bei einer Wanderung im Jura beim Balmfluhköpfli unterwegs. Gleichzeitig war auch eine Gruppe des SAC dort, die das Abseilen übte und ein Pflänzchen mit nach oben brachte, das Schwarz später als «Bergtee» identifizieren konnte.

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