Herbert Fluri hat geschafft, wovon viele Beizer träumen: Sein Pub, das Maxwell’s Tower Bridge in Derendingen, existiert seit 25 Jahren und hat nach wie vor eine stabile Kundschaft. Wie hat der Balsthaler aus dem einstigen Musik-Lokal eine mehr als nur regional bekannte Fressbude und Disco gemacht?

Im Pick-up kommt der stämmige Mann zum Interviewtermin angebraust und öffnet die Tore zu seiner Bar an der unteren Emmengasse. Es ist 10.30 Uhr, schon bald werden die ersten Gäste zum Mittagessen eintrudeln. «Etwa 40 Menüs verkaufen wir am Mittag», erklärt Fluri. Dann schenkt «Hebu», wie ihn Freunde nennen, erst mal einen Kaffee aus und erzählt auf seine Art kurz die Geschichte des Maxwell’s. «89 übernommen, Anfang 90 nach dem Umbau aufgemacht, 93 gekauft. Laufend etwas umgemodelt.»

Herbert Fluri spricht in kurzen prägnanten Sätzen und lässt keine Fragen offen. An dieser Stelle braucht es aber ein Nachhaken. Rechnet man nämlich nach, war der heute 51-Jährige gerade mal 26 Jahre alt, als er das ehemalige Musiklokal übernahm und in ein Pub ummodelte. Darauf angesprochen erklärt Fluri, dass er 1989 für eine Kette arbeitete, die Pubs und Bars akquirierte. «Dieses hier hätte dazukommen sollen, aber als ich es fand, hat es mir irgendwie gepasst, da habe ich es für mich genommen und in eine unkomplizierte Beiz umgewandelt.» Das sei auch der Grund, warum über dem Gebäude die Beschreibung Pub stehe. «Wenn du nämlich Pub anschreibst, dann wissen die Leute schon, woran sie sind», so Fluri.

Herbert Fluri mit seinem Küchen- und Serviceteam. Zum offiziellen 25-Jahr-Jubiläum bestellte der Wirt das Sechsergespann von Feldschlösschen.

Herbert Fluri mit seinem Küchen- und Serviceteam. Zum offiziellen 25-Jahr-Jubiläum bestellte der Wirt das Sechsergespann von Feldschlösschen.

Doch was genau ist eine unkomplizierte Beiz? «Grosse Mengen zu essen war von je das Motto und das kommt an», erklärt Fluri. Da wären zum Beispiel die tellergrossen Cordon bleu oder der äusserst beliebte Meitli-Teller, der nicht hält, was er verspricht. Entgegen dem Namen ist er nämlich randvoll gefüllt mit Pommes, Chicken Nuggets, Frühlingsrollen, verschiedenen Saucen und obendrauf noch einem Burger. «Wir haben einige solche Scherzartikel», sagt Wirt Fluri und schmunzelt.

«Kunde ist König»

Das Geheimnis seines Erfolges sei einfach. «Der Kunde ist König. Ist er mit dem Wein unzufrieden, bringst du ihm einen neuen. Will er mehr Whiskey in seinem Glas, dann schüttest du nochmals nach. Hat er nach dem Menü noch Hunger, bringst du ihm noch eines.»

Bei einem kurzen Rundgang im Maxwell’s zeigt Fluri seine Räume. An der Fressbar gibts jeden Abend bis um 23.30 Uhr und am Wochenende bis um 3 Uhr morgens warmes Essen. Im Fumoir legt der DJ Musik auf und zuhinterst findet sich noch eine Lounge. «Der Laden ist mittlerweile Kult», sagt der Wirt und fügt noch an, dass seine drei Räume insgesamt 55 Laufmeter-Bar bieten würden. Sichtlich stolz ist Fluri, dass sein Pub inzwischen regelmässig Besuch von Vereinen bekommt.

«Hierher kommt der Mittelstand»

«Ich habe etwa 70 Prozent Stammkunden. Klar hat es ein wenig abgenommen, aber für mich hat das auch positive Auswirkungen, ich habe nämlich weniger Schäden», sagt Herbert Fluri ohne eine Miene zu verziehen. An seinem Pub will er nichts ändern. «Das Konzept ist gut. Hierher kommt der Mittelstand, unkompliziert, Familien mit Kids. Du kannst zu einem vernünftigen Preis etwas essen, sodass du noch unter einem Hunderter wegkommst.»