Der Verkauf des «Widi» macht eine Zusatzschlaufe und wird in einem halben Jahr erneut die Gemeindeversammlung beschäftigen. Nachdem es zuerst so aussah, als wäre der Verkauf mit dem Nichteintreten auf das Geschäft vom Tisch, ergriff Vizegemeindepräsident Daniel Grolimund am Ende der Gemeindeversammlung den letzten Strohhalm und verlangte ein Rückkommen, was mit einigen Pfiffen aus der Versammlung quittiert wurde. Er begründete seinen Antrag mit der hohen Anzahl von 64 Enthaltungen. «Viele wussten nicht, worum es ging.»

Noch einmal trat Gemeinderat Patrick Marti, Redner der Gegnerschaft eines «Widi»-Verkaufs, ans Mikrofon. «Wir haben hier heute gelebte Demokratie. Aber wenn wir über diesen Rückkommensantrag entscheiden, entscheiden wir auch darüber: ist Politik ein ehrliches Geschäft oder eines mit Überraschungstricks.» Er bemängelte die Pause gleich nach dem für ihn erfolgreichen Entscheid auf Nichteintreten. «Das gab einigen Anwesenden die Möglichkeit, nach Hause zu gehen. Das Geschäft soll unbedingt durchgedrückt werden.»

Aus der Versammlung war in der Diskussion zum Rückkommensantrag verschiedene Meinungen zu hören. So beklagte sich eine Frau, sie hätte wegen Nichteintreten gar nicht ihre Meinung zum Geschäft sagen können, im Gegensatz zu Patrick Marti. Ein Anwesender ärgerte sich, dass der Rückkommensantrag nicht gleich nach Beschluss für Nichteintreten gestellt wurde. Nun müsse man in veränderter Zusammensetzung entscheiden.

Und eine weitere Person sagte: «Ist das Demokratie, wenn ein Drittel einer Gemeindeversammlung davonläuft, nachdem ihr Eigennutz durchgegangen ist?» Auch der frühere Gemeindepräsident Ueli Bucher, «pensionierter Leuchtturmwärter» wie er sich nannte, ergriff das Wort Er bezeichnet die Vorgehensweise als völlig korrekt und bat die Anwesenden, falls sie Rückkommen beschliessen, dem Vorschlag von Michael Vescovi zu folgen und gleich das Geschäft an den Gemeinderat zurückzuweisen. Dadurch könne der Gemeinderat das Geschäft in aller Ruhe beraten und nochmals an der nächsten Gemeindeversammlung traktandieren.

Gemeindepräsident Stefan Hug schritt zu Abstimmung und verlangte die Zählung der Anwesenden. Von anfänglich 577 Stimmberechtigten sind noch 436 übrig geblieben. Der Rückkommensantrag wurde mit 222 Ja gegen 182 Nein angenommen. Ein lautes Pfui war zu hören und die meisten Gegner verliessen mit schimpfenden Worten die Versammlung. Der darauffolgende Rückweisungsantrag nach einer kurzen Diskussion fand in fortgeschrittener Stunde eine klare Mehrheit.