Kommentar

Wichtiger Etappensieg für Sandra Morstein

Sandra Morstein steht vor einer Bewährungszeit.

Sandra Morstein steht vor einer Bewährungszeit.

Gut ein halbes Jahr lang war Sandra Morstein Gemeindepräsidentin ad interim. Nun wurde sie mit über 80 Prozent der Stimmen zur Gemeindepräsidentin von Riedholz gewählt. Der Kommentar zu ihrer Wahl.

Die klare Wahl von Sandra Morstein hat einen historischen Anstrich: Nach Jasmine Huber dirigiert erneut eine Frau die Gemeinde Riedholz, erstmals hat mit Morstein die SP in Riedholz das Zepter übernommen, und Morstein spricht kein Schweizerdeutsch. Es ist durchaus bemerkenswert, dass Sandra Morstein, die vor sechs Jahren Schweizerin wurde, es geschafft hat, zu reüssieren, in einer Gesellschaft, die dem Fremden eher skeptisch gegenübersteht.

Das war denn auch die Schublade, in die die Gegner Sandra Morstein steckten. Hier hofften sie in der Bevölkerung zu punkten, und säten Missgunst und Zweifel. Morstein hatte den Vorteil, dass sie als Gemeindepräsidentin ad interim bereits zeigen konnte, was sie draufhat. Und das ist einiges, wie viele politische Gegner neidlos anerkennen müssen. Ihre ruhige, sachliche Art, die Geschäfte zu bearbeiten, scheint überzeugt zu haben. Betrachtet man die künftigen Aufgaben von Riedholz, insbesondere die Entwicklung von Attisholz Nord, dürfte nun das Dorf mit der eifrigen und im Kampf für Amnesty oder Konsumentenschutz gestählten Sandra Morstein einen spitzen Pfeil im Köcher haben.

Sandra Morstein ist das «ad interim» losgeworden. Aber nur bis zu den Gemeindewahlen 2021. FDP und CVP haben beide angekündigt, dann ebenfalls mitreden zu wollen. In dem Sinne muss sich Sandra Morstein sputen und die Bewährungsfrist mit einer positiven Arbeit für Riedholz nutzen. Das kann sie, das hat sie bereits bewiesen. Gut möglich, dass die SP in Riedholz länger am Drücker ist.

urs.byland@chmedia.ch

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