Etziken

Wichtiger Arbeitgeber fürs Wasseramt: Ewag AG profitiert von Fachpersonal aus der Region

Übergabe der 200. CNC-Schleifmaschine «Compact Line»: (von links) Thomas Fischer, Product Manager Ewag, Dennis Eriksson, Seco Tools AB Schweden, Daniel Persson, Seco Tools, und Jürgen Schock, CEO Ewag.

Übergabe der 200. CNC-Schleifmaschine «Compact Line»: (von links) Thomas Fischer, Product Manager Ewag, Dennis Eriksson, Seco Tools AB Schweden, Daniel Persson, Seco Tools, und Jürgen Schock, CEO Ewag.

Die Ewag AG in Etziken entwickelt und baut Werkzeugschleif- und Laserbearbeitungsmaschinen für den Weltmarkt – der mit über 130 Angestellten bedeutende Arbeitgeber im Wasseramt profitiert vom Konjunkturaufschwung.

In den hellen und grosszügigen Hallen wird konzentriert gearbeitet. Fachkräfte, Techniker und Ingenieure gruppieren sich mit Tablets und Laptops bewaffnet um grosse Produktionsanlagen, diskutieren intensiv und testen deren Einsatzfähigkeit. Es herrscht fast Laborstimmung. Kein Wunder, denn die Ewag AG in Etziken entwickelt und produziert Werkzeugschleif- sowie Laserbearbeitungsmaschinen auf Hightech-Niveau. Darauf müssen die Ewag-Kunden ihre rotativen Werkzeuge und Wendeschneidplatten mit einer Genauigkeit im Tausendstel-Millimeter-Bereich produzieren können.

Exportanteil von 95 Prozent

«Wir fertigen keine Maschinen auf Lager, sondern ausschliesslich auf Kundenauftrag», erklärt auf dem Betriebsrundgang Jürgen Schock, der das 1946 gegründete Unternehmen seit 2014 als CEO leitet.

Das bedeute, dass jede Anlage anders konzipiert sei, es handle sich sozusagen um «Einzelstücke». Die in noblem weiss gehaltenen vollautomatischen CNC-Anlagen mit den charakteristischen Rundpartien stellen für die Käufer eine grosse Investition in deren Maschinenpark dar. Dass Gros der Maschinen hat einen Auftragswert zwischen 300'000 und 600'000 Franken, so Schock. Sie werden von allen grossen und vielen kleineren Werkzeugherstellern auf der ganzen Welt gekauft. Auch die Uhrenindustrie sei ein guter Abnehmer.

Neben den Hightech-Maschinen fertigt die Ewag AG auch konventionelle manuelle Schleifmaschinen. Ein Beispiel: Die 1957 eingeführte «WS 11» wird heute noch in leicht modifizierter Ausführung gebaut. «Von diesem Klassiker wurden inzwischen mehr als 3500 Stück ausgeliefert», sagt Schock nicht ohne Stolz. Dies sei auch ein Zeichen «für die hohe Qualität unserer Anlagen».

Ebenso stolz ist der Geschäftsführer über die Auslieferung der bereits 200. CNC-Schleifmaschine «Compact Line». Käuferin dieser Maschine ist die Firma Seco Tools AG aus Schweden. Die Übergabe an den Kunden erfolgte gestern im Rahmen einer kleinen Jubiläumsfeier im Showroom der Ewag AG.

2010 ist das Unternehmen auch in die Entwicklung und die Produktion von hochmodernen Laserbearbeitungsmaschinen eingestiegen. Die ersten solchen Anlagen wurden 2014 auf dem Markt eingeführt. Insgesamt kommen fast 95 Prozent der Maschinen im Ausland zum Einsatz. Die grössten Märkte sind Europa, Asien und Amerika.

Stark konjunkturabhängig

Mit der Geschäftsentwicklung zeigt sich CEO Schock zufrieden. Im vergangenen Jahr seien die Verkäufe gegenüber dem Vorjahr im zweistelligen Prozentbereich gestiegen und auch im laufenden Jahr sei die Umsatzentwicklung sehr positiv. «Wir sind auf Kurs.» Dies sei auch auf die derzeit gute globale Wirtschaftsentwicklung zurückzuführen. Als Maschinenbauer sei man den Konjunkturzyklen stark ausgesetzt. Denn wenn das Geschäft lahme, würden viele Kunden bei den Investitionen in den Maschinenpark zurückfahren und umgekehrt.

Ebenso exponiert sei man als Exporteur gegenüber der Entwicklung der Wechselkurse. Der Aufhebung der Wechselkursuntergrenze gegenüber dem Euro durch die Schweizerische Nationalbank im Januar 2015 sei eine für das Unternehmen schwierige Phase gefolgt. «Es ist aber gelungen, den Auftragseinbruch mit der Einführung von Kurzarbeit, anderen Kosteneinsparungen und der Entwicklung innovativer Anlagen zu überbrücken.» Man habe keine Entlassungen vornehmen müssen. Mit den aktuellen Kursen des Frankens gegenüber dem Euro und dem Dollar könne man leben.

Für die Wasserämter Gemeinde Etziken ist die Ewag AG ein bedeutender Arbeitgeber. Das Traditionsunternehmen beschäftigt über 130 Mitarbeitende, dazu kommen elf Lernende. Und das soll auch so bleiben, versichert Jürgen Schock. Ein Maschinenbauer mit Standort Schweiz sei zwar oftmals mit höheren Kosten als die Konkurrenten im Ausland konfrontiert. Aber dank der «Spezialitäten» für Nischenmärkte könne man sich im internationalen Wettbewerb behaupten. Das benötige viel technisches Know-how und das wiederum bedinge sehr gut ausgebildetes Fachpersonal. «Und das kann der Standort am Jurasüdfuss bieten.»

International eingebettet

Als weiteren Vorteil nennt Schock die Einbettung in eine internationale Firmengruppe. Die Ewag AG in Etziken sowie die Schwesterfirma Walter Maschinenbau GmbH in Tübingen gehören nämlich zur United Grinding Group. Die Gruppe zählt nach eigenen Angaben zu den weltweit führenden Herstellern von Präzisionsmaschinen für das Schleifen, das Erodieren, das Lasern, das Messen sowie die Kombinationsbearbeitung und erwirtschaftet einen Umsatz von über 600 Millionen Euro. Sie bietet, so Schock, neben der Werkzeugbearbeitung ausserdem ein breites Applikationswissen und Produktportfolio für das Flach- und Profilschleifen sowie Rundschleifen. Insgesamt über 2400 Mitarbeitende sind an mehr als 20 Produktions-, Service- und Vertriebsstandorten weltweit beschäftigt. Davon sei rund die Hälfte in Firmen in der Schweiz tätig, erklärt Schock (siehe unten). «Mit der Zugehörigkeit zur globalen Gruppe haben wir auch verbesserten Zugang zu den einzelnen Märkten.» Wichtig zu erwähnen sei, dass aber jede Firma am Markt als unabhängiger Produzent mit seinen jeweiligen Spezialitäten auftritt.

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