Riedholz

Wichtige Zeugen der Industriegeschichte werden unter Schutz gestellt

Der Gemeinderat Riedholz sagte diskussionslos ja zur Unterschutzstellung der Kiesofenhalle, des Säureturms und des Verwaltungsgebäudes im Areal Attisholz Nord. Der Gemeinderat möchte zudem, dass zusätzlich auch eine Unterschutzstellung des Kamins geprüft wird.

Diskussionslos sagte der Gemeinderat Riedholz ja zur Unterschutzstellung der Kiesofenhalle, des Säureturms und des Verwaltungsgebäudes im Areal Attisholz Nord. Das Geschäft war bereits mit der Verabschiedung des räumlichen Teilleitbildes Attisholz 2030 im Dezember 2017 vorgespurt worden. Schon damals waren alle involvierten Parteien einverstanden. Der Gemeinderat möchte aber, dass zusätzlich auch eine Unterschutzstellung des Kamins geprüft wird.

Innovation wegen Rohstoffmangel

Die Kiesofenhalle ist das grösste Gebäude der ehemaligen Cellulosefabrik Attisholz. Sie wurde 1951 bis 1953 am Hangfuss, direkt am Werkgeleise errichtet. In den Fassaden öffnet sich zwischen den Wandpfeilern das Gitternetz der feingliedrigen Betonsprossenfenster, wie sie auch für andere Bauten auf dem Areal typisch sind. Angeschrägte Wandpfeiler gliedern die westliche Schmalseite, über der sich das schwach geneigte Satteldach abzeichnet. Im Innern öffnet sich eine weite Halle mit Fachwerkträgern aus einer Eisenbetonkonstruktion mit einer Spannweite von 33 Metern. Die Halle ist auch ein Industriedenkmal, weil sie aufzeigt, welch hochqualifizierte Betonherstellung sich wegen Rohstoffmangels in der Schweiz nach dem zweiten Weltkrieg entwickelt hatte. Die Halle überzeuge aber nicht nur durch ihre bautechnischen, sondern auch durch ihre gestalterischen Qualitäten, schreibt die kantonale Denkmalpflege in ihrer Beurteilung.

Der Säureturm wurde in den Jahren 1928 und 1929 errichtet. Er ragt über achteckigem Grundriss hoch über die anderen Fabrikbauten empor und fällt durch seine offene Sichtbetonkonstruktion auf. Die Eckpfeiler und mehrere Zwischendecken sind unverhüllt sichtbar, nur die drei obersten Etagen des Turms sind geschlossen. Während das zweitoberste Stockewerk einen weiteren Durchmesser aufweist und vorkragt, bildet das oberste Stockwerk den etwas schmaleren Abschluss. Der Turm wurde vom Ingenieurbüro Moos&Jäggi aus Solothurn erbaut, die auch für andere Industriebauten verantwortlich zeichnen. Der Turm war ein unabdingbares Glied in der Produktionskette und gewissermassen das Markenzeichen der Cellulosefabrik Attisholz. Der Säureturm nimmt als markanter, weithin sichtbarer Bau eine hervorragende Stellung ein. Als unbestrittenes Wahrzeichen des ehemaligen Fabrikareals ist er von höchster Bedeutung für das Ortsbild, die Industriegeschichte, den Ingenieurbau und die Architekturgeschichte, meint die Denkmalpflege.

Bescheiden und doch grosszügig

Moos&Jäggi bauten 1939 und 1940 auch das Verwaltungsgebäude am nordöstlichen Rand des Areals und zwar nach einem Entwurf von Oskar Sattler. Es entstand ein zweigeschossiger, lang gezogener Trakt entlang der Attisholzstrasse, gedeckt durch ein geschweiftes Walmdach. 1966 und 1967 wurde das Gebäude unter der Leitung von Sattler aufgestockt. Oskar Sattler ist in Solothurn bekannt für seine Industrie- und Privatbauten. Im Verwaltungsgebäude fand er zu einer zeitgemässen, in die ländliche Umgebung passende Sprache, schreibt die Denkmalpflege. Die Fassade sei modern und schlicht, die Dachform traditionell. Das Innere des Gebäudes überzeuge dann insbesondere mit der Eingangshalle und im elegant geschwungenen Treppenaufgang mit Grosszügigkeit und anspruchsvoller Materialisierung.
«Zurzeit nicht nötig»

Der Gemeinderat hat der Aufhebung der Zwischenrevision mehrheitlich zugestimmt. Ressortleiter Martin Reber ist der Meinung, dass das Geld dafür eingespart werden könne. Die Finanzkommission übernehme einen Teil des Controllings. In den letzten beiden Jahren fand die Zwischenrevision noch statt. «Sollte die ordentliche Revision, die selbstverständlich weiterhin gemacht wird, Mängel ans Tageslicht bringen, reagieren wir und verstärken unser Controlling oder lassen notfalls wieder eine Zwischenrevision machen», so Reber. Solange aber keine Mängel aufgezeigt werden, sei dies nicht nötig.

Abschliessend wurde der Gemeinderat darüber informiert, dass für die Nachfolge des Bauverwalters 12 Bewerbungen vorliegen. Die Frist für die Stelle im Bausekretariat läuft noch. Aber auch dort seien bereits 28 Dossiers eingereicht worden.

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