Aetigkofen
Wetterfee und Kranzschwinger begegnen sich im Buechibärger Talk

220 Personen fanden sich zum zweiten Buechibärger Talk mit Sandra Boner und Christian Stucki im Ischhof in Aetigkofen ein.

Agnes Portmann-Leupi
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Christian Stucki spricht zu Sandra Boner und Simon Eberhard.

Christian Stucki spricht zu Sandra Boner und Simon Eberhard.

Hanspeter Bärtschi

Er, ein Hüne von einem Mann, sie, die feingliedrige Frau. Das Durchschnittsgewicht der beiden ist gut 100 Kilogramm. Sandra Boner, seit 16 Jahren auf dem Meteodach von SRF, und Christian Stucki, einer der erfolgreichsten Schwinger, sind im zweiten Buechibärger Talk zu Gast bei Simon Eberhard.

Die Holzscheune des Ischhofs ist am Montagabend rappelvoll. «Wir hätten den Anlass zweimal durchführen können», verkündet der Talkmaster. Er hat mit seiner Partnerin Erika Brogna den Anlass organisiert. Mit ihrer Firma Kono haben sie sich auf Events und Marketing spezialisiert.

Thema Wetter

Mit dem Bucheggberg verbindet Sandra Boner ihre frühere Anstellung als Ergotherapeutin im Blumenhaus Buchegg. Der gelernte Forstwart Christian Stucki hat in Schnottwil gewohnt. Vorerst ist im Talk ganz klar das Wetter ein Thema. «Lange habe ich mich gegen die Bezeichnung Wetterfee gesträubt, aber nun, mit über 40 Jahren, ist es eher eine Ehre für mich», gibt Sandra Boner preis.

Wenn fremde Personen sie ansprächen, sei oft das Wetter nicht relevant, sondern vielmehr einfach der Wunsch, mir ihr ins Gespräch zu kommen. In einer «Meteo-Sonderausgabe» informiert sie die Anwesenden über das Wettergeschehen der nächsten Tage.

Dass auf der Meteo-Schweizerkarte anderntags der Ortsname Aetigkofen erscheint, ist für Sandra Boner Ehrensache. «Die Sonne scheint immer, man sieht sie nur nicht immer», so habe sie einmal ein fremder Mann belehrt. Simon Eberhard will wissen, welchen Einfluss das Wetter bei den Schwingern ausübt, ausser, dass bei Regen das Sägemehl besser klebt. Trocken antwortet der Schwinger: «Ich bin eigentlich immer nass, bei Regen regennass und bei Sonnenschein schweissnass.»

Sieg auf der Schwägalp

Bilder vom Unspunnen-Schwinget zeigen Christian Stucki als letztjährigen Sieger – keuchend nach dem Kampf und umringt von hübschen Frauen. Frühmorgens beim Einmarsch an einem Schwingfest sei es ihm schon mulmig, beantwortet er die Frage, wie er mit dem Leistungsdruck umgehe. Wenn er als Favorit gelte, sei es noch belastender. «Der Druck ist gross, ich will schliesslich den Leuten etwas bieten», sagt er.

Sein Mentaltrainer habe ihm aber wichtige Tipps gegeben. Nach dem Schwingen ist Christian Stucki für das Publikum da. Gerade diese Volksnähe hat dem 33-Jährigen wohl den Namen «König der Herzen» beschert. Sein erklärtes Ziel fürs Jahr 2018 ist der Sieg am Schwägalp-Schwinget. Dieser Sieg fehlt ihm noch, fünf Bergkranzfeste hat er nämlich bereits gewonnen.

Wurst und Bier zum Ausklang

Sandra Boner verrät, dass ein Live-Publikum sie nervöser mache als die vielen Fernsehzuschauer. Zweimal pro Jahr wird sie von einer Stylistin neu eingekleidet. Über die Kleiderauswahl könne sie sich nicht beklagen.

«Das habe ich im Militär auch gehabt», bekundet Simon Eberhard, der, wie sich herausstellt, das Publikum auch als Alleinunterhalter erheitern könnte. Seine anfangs eingeführte Interaktionsmöglichkeit fürs Publikum per Smartphone kommt aus Zeitgründen zu kurz. «Wann gibts die Bratwurst?», ist eine der wenigen erörterten Fragen. Diese, sowie das Buechibärger Bier, gehören nämlich zweifellos zum zwischenmenschlichen Ausklang des Anlasses.

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