Baugenossenschaften konnten früher einen rechten Teil des Geldes für ihre Bauten vergünstigt vom Bund beziehen. Voraussetzung dafür ist, dass die Baugenossenschaft sich an der Kostenmiete orientiert und ohne Gewinnabsichten wirtschaftet. Das ist auch heute noch der Fall, aber in viel kleinerem Rahmen, wie Franz Horner erklärt.

Er ist im Vorstand der Zürcher Baugenossenschaft Frohes Wohnen der Finanzchef und sagt: «Wir können bei der Emissionszentrale für gemeinnützige Wohnbauträger etwas Kapital zu günstigeren Bedingungen als bei Banken beziehen.» Beispielsweise für die beiden Wohnbauten in Selzach. Dort, an der Bielstrasse 11 und am Postweg 3, will die Baugenossenschaft Frohes Wohnen insgesamt 28 Wohnungen für gegen 10 Millionen Franken erstellen. Das Spektrum reicht von 1,5- bis 4,5-Zimmer-Wohnungen. «Wir bauen preisgünstige Wohnungen mit gutem Ausbaustandard», so Horner.

Auch in Luterbach ist die Baugenossenschaft fündig geworden. Dort sind es an der Hauptstrasse 27 in ebenfalls zwei Wohnbauten deren 16 Wohnungen. Baubeginn ist nach neusten Informationen der 15. Januar.

An der Bielstrasse 11 (Bild) und am Postweg 3 in Selzach will Frohes Wohnen insgesamt 28 Wohnungen erstellen.

An der Bielstrasse 11 (Bild) und am Postweg 3 in Selzach will Frohes Wohnen insgesamt 28 Wohnungen erstellen. 

Soziale Baugenossenschaft

Wiederum in Selzach wurde auch noch gegenüber der Hauptstrasse 11 am Bündtenweg 10 eine Liegenschaft gekauft. Das hat aber einen anderen Grund. «Wir haben das noch gut erhaltene Haus gekauft, damit wir die Mieter im alten Haus an der Hauptstrasse 11 umsiedeln können», erklärt Franz Horner das Vorgehen. Man wolle nicht einfach drauflosbauen. «Deshalb haben wir für die Mieter eine Lösung gesucht.»

Land in Zürich ist zu teuer

Aber warum baut «Frohes Wohnen» preisgünstige Wohnungen in Selzach und Luterbach? Zudem haben laut Franz Horner bereits Verhandlungen für weitere Zukäufe stattgefunden. «Aber da bremsen wir jetzt ein wenig und schauen zuerst, ob unser Wohnangebot auch vom Markt geschluckt werden.» Der Finanzchef der Baugenossenschaft, der für die Genossenschaft jeweils neue Objekte sondiert, erklärt die Strategie, die auch im Protokoll der letzten Genossenschaftsversammlung nachzulesen ist. «Wir können in der Stadt Zürich kein Land kaufen. Es ist zu teuer.» Auch Land in Baurecht zu erwerben, sei finanziell eher ungünstig. Deshalb hat sich die Baugenossenschaft Frohes Wohnen, die Siedlungen mit insgesamt über 500 Wohnungen in Zürich, in Geroldswil und Urdorf besitzt, vom Grossraum Zürich verabschiedet.

Aktuell baut die 1961 gegründete Genossenschaft mit 600 Mitgliedern im aargauischen Mägenwil (Bauvolumen 48 Millionen Franken). Und gleichzeitig hat der Vorstand seine Fühler ausgestreckt in Richtung Jurasüdfuss. Hier soll in der Region Grenchen und Solothurn ein neues Standbein erstellt werden. «Es ist schon so, dass es grundsätzlich zu viele Wohnungen hat. Aber vor allem alte Wohnungen und zu teure. Im Mittelfeld gibt es praktisch nichts», hätten seine Recherchen ergeben, so Horner. In Selzach zähle er zudem auf die Firma Stryker und in der Region auf die Ansiedlung der Firma Biogen.