Buchegg

Wer wird bei der Umgestaltung der alten Schulanlage Aetingen Bauherr sein?

Die alte Schulanlage in Aetingen ist Teil eines Bauprojekts. Die Frage ist, ob die Gemeinde oder ein privater Investor Bauherr sein soll.

Die alte Schulanlage in Aetingen ist Teil eines Bauprojekts. Die Frage ist, ob die Gemeinde oder ein privater Investor Bauherr sein soll.

Die Gemeinde Buchegg informiert die Bevölkerung zum Projekt alte Schulanlage Aetingen. Soll die Gemeinde oder ein privater Investor Bauherr sein? Diese Frage stellte sich.

An einem Informationsanlass wollte der Gemeinderat die Meinung der Bevölkerung zum Bauprojekt alte Schulanlage Aetingen abholen. Im Gemeinderat ist man noch unentschieden betreffend Engagement der Gemeinde Buchegg, ist es doch eines der letzten Projekte einer Altgemeinde, und haben sich doch die Vorzeichen stark verändert.

So ist beispielsweise nicht mit Kosten von über 3 sondern mit Kosten von über 5 Millionen Franken zu rechnen. «Wir wollen das Projekt durchziehen», sagt Gemeindepräsidentin Verena Meyer. Immerhin hat die Gemeinde bereits gut 220'000 Franken für die bisherigen Planungsarbeiten für das Projekt ausgegeben. «Aber wir wollen von der Bevölkerung wissen, auf welche Art wir das tun sollen.»

Seit der Zentralisierung der Schulstandorte im Bucheggberg wird die Schulanlagen in Aetingen nicht mehr als solche genutzt. Schon 2011 erfolgte der Start zur Umgestaltung der alten Schulanlage in der Alt-Gemeinde Aetingen. 2017 genehmigte der Regierungsrat einen Erschliessungs- und Gestaltungsplan. Zur Erschliessung genehmigte die Gemeindeversammlung einen Kredit.

Die Ausführung der Erschliessung ist aktuell aber blockiert wegen einer Einsprache zur Vergabe. Der Gestaltungsplan sieht vor, dass der architektonische Charakter des alten Schulhauses erhalten werden soll. Neue Gebäude auf der Schulanlage müssen zwingend eingeschossige Flachdachbauten sein. Zudem sind noch weitere Vorgaben einzuhalten.

Gemeinde als Bauherrin?

Nun liegt ein Projekt vor, die Schulanlage mit Schulhaus, Anbau und Kindergarten zu Wohnungen umzunutzen. Insgesamt sind neun Wohnungen geplant, sowie auf dem restlichen Land der Parzelle zwei Doppeleinfamilienhäuser und ein Einfamilienhaus. Die Gemeinde würde die Wohnungen in der alten Schulanlage bewirtschaften und die Investition mit Mieterträgen und dem Verkauf des Landes kapitalisieren, auf dem die Neubauten vorgesehen sind. Eine Variante sieht nicht die Gemeinde als Bauherrin vor, sondern den Verkauf der bestehenden Bauten (exklusive der Zivilschutzanlage) sowie die Vergabe des Landes im Baurecht.

Vorgestellt wurden am Informationsanlass im Gemeindesaal in Mühledorf Argumente, die für oder gegen die Gemeinde als Bauherrin sprechen. Insbesondere habe die Gemeinde, wenn sie die Bauherrin wäre, einen Einfluss auf den Wohnungsmix und die Mischung der Altersstrukturen der Bewohnerinnen und Bewohner. Die Bruttorendite würde 3,73 Prozent betragen. Weiter könnte das regionale und lokale Gewerbe berücksichtigt werden. Bei der Variante, in der die Gemeinde nicht als Bauherrin fungiert, werde die Rendite geringer ausfallen. Mit einem externen Bauherr habe die Gemeinde dafür keinen Aufwand. Zudem sei Wohnungsbau nicht das Kerngeschäft einer Gemeinde, so die Argumente.

Warum nicht Steuern senken

Etwa 40 Personen erschienen zum Informationsanlass. Die Gemeindepräsidentin hätte sich ein etwas grösseres Publikum gewünscht, «schliesslich bezahlen alle Bucheggerinnen und Buchegger mit ihren Steuern eine allfällige Investition der Gemeinde». Die Finanzen seien denn auch ein Thema in der Diskussion gewesen.

Warum soll sich die Gemeinde diese Investition leisten, sie könnte stattdessen die Steuern senken. «Steuersenkungen diskutieren wir im Zusammenhang mit dem Budget. Ich bin aber der Meinung, dass es unsere Aufgabe ist, den Steuersatz langfristig stabil zu halten, und wir diesen nicht in einem Jahr erhöhen und im nächsten wieder senken dürfen», meint Verena Meyer. Dennoch habe sie dies als Auftrag entgegengenommen. So werden die Auswirkungen einer Investition in die Schulanlage Aetingen auf den Finanzplan geprüft.

Weitere Variante

In der Diskussion hat sich zu den bisherigen zwei noch eine dritte Variante gesellt. Denkbar sei auch eine Variante, in der eine Genossenschaft als Bauherrin fungiert. «Ähnlich dem Projekt Wohnen am Dorfbrunnen in Lüsslingen-Nennigkofen.» Die Arbeitsgruppe Schulhausareal Aetingen wird nun diese drei Varianten überprüfen und durchrechnen.

«Ich hoffe, dass wir an der kommenden oder ansonsten an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung darüber entscheiden können, ich welche Richtung das Projekt weiterverfolgt werden soll.»

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