Balmberg
Wer parkieren will, zahlt für Schneeräumung - auch wenn das kalte Weiss fehlt

Fünf Franken zahlen die Besucher des Balmbergs für einen Parkplatz. Laut Skiliftbetreiber werden die Einnahmen für die Schneeräumung. Das Geld wird auch an schneefreien Tagen eingezogen. Das sorgt nicht nur bei den Gästen für Unmut.

Christof Ramser
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Noch liegt kein Schnee wie auf diesem Archivbild. Trotzdem zieht der Balmberg zahlreiche Sonnenhungrige an.

Noch liegt kein Schnee wie auf diesem Archivbild. Trotzdem zieht der Balmberg zahlreiche Sonnenhungrige an.

Hanspeter Bärtschi

Wer aus dem Nebel an die Sonne will, sich aber die Fahrpreise für die Gondelbahn auf den Weissenstein sparen möchte, weicht bald einmal auf den Balmberg aus. Doch oben angekommen, war über die Festtage so mancher Autofahrer irritiert.

5 Franken verlangen die Einweiser für einen Parkplatz. «Wer zieht da Geld ein, und mit welchem Recht?», fragten sich manche. Guido Sterki, Verwaltungsratspräsident der Sportanlagen Balmberg AG, bestätigt, dass es Unmut gab über die Parkgebühren.

Ein Landwirt, der mit dem Parkierregime nicht einverstanden war, habe sogar die Eigeninitiative ergriffen und die Autos kurzerhand selber eingewiesen.

Sowohl die Betriebe auf dem Vorder- wie dem Mittleren Balmberg sowie das Kurhaus, der Seilpark und die Skilifte liegen auf dem Gemeindegebiet von Balm bei Günsberg.

Gemeindepräsidentin Pascale von Roll weist darauf hin, dass die Parkplätze auf dem Balmberg auf privatem Grundstück liegen und kein kommunales Parkplatzeglement vorliegt. Geregelt würden Parkiersituation und der Einzug der Gebühren von den Sportanlagen Balmberg AG.

«Kanton ist froh darüber»

«Wir brauchen diese Einnahmen», sagt Guido Sterki. «Viele meinen, wir machen hier das grosse Geld, aber das stimmt nicht.» Denn die Sportanlagen-AG führe in den Wintermonaten die Schneeräumung durch und finanziere diese auch.

Die Einzüge aus den Parkgebühren deckten in einem normalen Winter einen Drittel der anfallenden Kosten, führt Sterki aus. «Wir haben sonst schon Mühe, um über die Runden zu kommen.»

Davon zeugt der Abbruch des Rötilifts. Die dazugehörende Erlenloch-Skipiste befindet sich auf rutschgefährdetem Terrain, doch der Familienbetrieb kann die Sanierung der Hangrutschung nicht stemmen.

Es sei eben nicht einfach, auf 1000 Metern über Meereshöhe Skilifte zu betreiben. Der Unterhalt falle auch an, wenn es, wie am vergangenen Wochenende, nicht schneit. Auf bis zu 40 freiwillige Helfer könne der Betrieb auf dem Balmberg zählen.

Ausserdem wüssten die kantonalen Behörden Bescheid über das Parkierregime auf dem Balmberg und seien froh darüber, sagt Sterki. «Wir weisen die Besucher selber ein, und wir machen auch sonst viel für die Naherholung in der Region.»

Weiter unten gratis

Ganz so einfach scheint es dann doch nicht zu sein: Die Parkplätze sind laut Sterki nämlich im Besitz dreier Parteien: den Sportanlagen, der Stiftung Oberbalmberg sowie Daniel Wagen, Besitzer des Kurhauses.

Bloss: Wagen bleibt für den Skiliftbetreiber unerreichbar, auf Anfragen reagiere er nicht. Eine Regelung mit ihm zu treffen, sei unmöglich. Und so versucht die Sportanlagen AG, die Parkiersituation in Eigenregie im Griff zu halten.

«Wir versuchen, das Beste aus der Situation zu machen», sagt Sterki. Daniel Wagen war am Mittwoch für die Redaktion nicht erreichbar.

Keine Parkiergebühren erhoben werden ein paar Spitzkehren unterhalb der Passhöhe. Beim Restaurant Mittlerer Balmberg hat man registriert, dass Autofahrer, die sich vor der Gebühr drücken, nach unten ausweichen, wo nicht einkassiert wird.

«Wenn sie bei uns einkehren, ist das in Ordnung», sagen die Betreiber. Wer jedoch bloss sein Auto abstelle und wandern gehe, so wie am vergangenen Wochenende passiert, ist nicht willkommen. «Sonst reicht der Platz nicht für unsere Gäste.»

Auf Unverständnis stösst im Mittleren Balmberg, dass die Parkiergebühren oben auch eingezogen werden, wenn kein Schnee liegt und die Strasse nicht geräumt werden muss. «Bei Schnee ist das kein Problem.»

Seit längerem wird über eine Verbesserung der Parkplatz-Situation auf dem Balmberg nachgedacht. Auch eine Zusammenarbeit mit dem Weissenstein wäre sinnvoll, findet Sterki. Weder Solothurn Tourismus noch das kantonale Amt für Raumplanung waren sm Mittwoch für eine Stellungnahme zu erreichen.

Guido Sterki hofft, dass bald Schnee fällt und die Skilifte in Betrieb genommen werden können. «Wir wären bereit.» Bis es soweit ist, werden die Parkplatzgebühren auch an schneefreien Samstagen und Sonntagen eingezogen.