Ausstellung
Wer is(s)t denn da? – Reise in die kulinarische Vergangenheit von Aeschi

Im Kanton Solothurn reicht die Geschichte vom Essen und Trinken mindestens 80‘000 Jahre zurück. Eine kleine Sonderausstellung im Schulhaus Aeschi gibt Einblicke in den Speiseplan der Bauern, die vor 6000 Jahren am Ufer des Burgäschisees lebten.

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Herbst 3830 v. Chr. am Burgäschisee. Minara kauert am Herd, im Topf köchelt eine Suppe.

Herbst 3830 v. Chr. am Burgäschisee. Minara kauert am Herd, im Topf köchelt eine Suppe.

Illustration: Benoît Clarys

Die Spuren der kulinarischen Vergangenheit im Gebiet des heutigen Kantons Solothurn sind vielseitig. Das Repertoire reicht von jahrtausendealten Jagdwaffen und Schneidewerkzeugen aus Feuerstein über jahrhundertealte Kochtöpfe bis zu 300-jährigen Kirschkernen.

Auch am Ufer des Burgäschisees sind bei Ausgrabungen hunderte Scherben von Koch- und Essgeschirr zum Vorschein gekommen, das die Dorfbewohner vor 6000 Jahren hergestellt und benutzt hatten. Wie ein Angelhaken aus Knochen zeigt, gingen sie damals auch auf Fischfang.

An diesem Angelhaken aus Knochen zappelte vor fast 6000 Jahren vielleicht ein Hecht aus dem Burgäschisee.

An diesem Angelhaken aus Knochen zappelte vor fast 6000 Jahren vielleicht ein Hecht aus dem Burgäschisee.

Manuel Stettler

Dank der archäologischen Forschung im In- und Ausland weiss man heute einiges über die Ernährung der Menschen in der Jungsteinzeit. Die Menschen bauten Feldfrüchte wie Nacktweizen, Emmer, Einkorn, Gerste oder Erbsen an und sammelten Wildfrüchte wie Wurzeln, Brombeeren, Pilze und Haselnüsse im Wald.

Ausstellung

Dauer: 28. April bis 9. Juli 2017, Montag bis Freitag 8-18 Uhr, Samstag 9-11 Uhr

Vortrag: Am 3. Mai 2017, 18 Uhr, gibt es einen Vortrag zur Ausstellung mit anschliessendem Apéro.

Ort: Schulhaus Aeschi, Schulhausstrasse 10, 4556 Aeschi

Daneben züchteten sie Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine. Sie mahlten Korn und buken Brot, häufig assen sie Eintopfgerichte und Brei, wobei Fleisch wohl eher selten in den Topf gelangte.

Die Objekte, die in der kleinen Ausstellung im Schulhaus Aeschi zu sehen sind, schlummerten Jahrtausende lang im feuchten Boden am Ostufer des Burgäschisees, bis sie vor über 70 Jahren bei einer Ausgrabung entdeckt wurden. Nun sind sie für kurze Zeit wieder an ihrem «Ursprungsort» zu sehen.

Burgäschisee Ost. Bei der Ausgrabung 1944 kam ein Pfahlbaudorf aus der Steinzeit zum Vorschein.

Burgäschisee Ost. Bei der Ausgrabung 1944 kam ein Pfahlbaudorf aus der Steinzeit zum Vorschein.

Kantonsarchäologie Solothurn

Die Ausstellung «Wer is(s)t denn da? Eine Reise in die kulinarische Vergangenheit von Aeschi» ist Teil einer grösseren Wanderausstellung, konzipiert vom Archäologischen Museum des Kantons Solothurn. Neben Aeschi sind im Laufe dieses Jahres weitere Kleinausstellungen in verschiedenen Gemeinden des Kantons geplant. Sie führen ins altsteinzeitliche Erschwil, ins keltische Obergösgen und ins römische Rodersdorf.

Von Herbst 2018 bis Herbst 2019 ist die komplette Ausstellung unter dem Titel «Wer is(s)t denn da? 80‘000 Jahre Essen und Trinken» im Kulturama in Zürich zu sehen. Informationen zu den verschiedenen Ausstellungsorten finden Sie auf der Website des Archäologischen Museums Kanton Solothurn. (mgt)

Notgrabung im Jahr 2015
4 Bilder
Den Pfahlbauern am Burgäschisee auf der Spur
Ein gefundener Topf
Bärenzahnanhänger

Notgrabung im Jahr 2015

zvg