Gemeindepräsidium Zuchwil

Wer holt sich Stefan Hugs Amt?

Vor sieben Jahren nominierte die SP Zuchwil Stefan Hug als Kandidaten für das Gemeindepräsidium. (Archiv: 11.1.2013)

Vor sieben Jahren nominierte die SP Zuchwil Stefan Hug als Kandidaten für das Gemeindepräsidium. (Archiv: 11.1.2013)

Die SP Zuchwil hat die Nominierung ihres Kandidaten für die Gemeindepräsidiumswahl verschoben. Was planen die anderen Parteien?

Die Gemeindepräsidentenwahl im nächsten Jahr in Zuchwil könnte spannend werden. Es ist zwar noch früh für Spekulationen, aber ein Umstand hat die Diskussion schlagartig befeuert. Aus dem Westen des Kantons erreichte uns die Meldung, dass der Zuchwiler SP-Gemeinderat Patrick Marti seine Arbeit in der Rodania gekündigt hat. Spricht man ihn darauf an, kommt aus dem Telefonhörer sein bekanntes Lachen.

Man dürfe schon Vermutungen anstellen, aber er sei der falsche Mann dafür. Es sei Sache des Parteivorstands, geeignete Kandidaten zu finden. Er werde sich dazu nicht äussern. Was er aber auch sagte, ist, dass in den letzten 50 Jahren Zuchwil von SP-Männern regiert wurde. «Ist es nun nicht Zeit für eine Frau?»

Zuchwils SP-Co-Parteipräsident und ehemaliger Gemeindepräsident Gilbert Ambühl muss schmunzeln. «Das ist schon so. Aber die Schwierigkeit sei es, jemanden zu finden, der geeignet ist und auch ausreichend Zeit für das Amt hat.» Hat er damit schon zu viel verraten? Wird der Parteivorstand demnach keine Frau empfehlen? Dazu dürfe er nichts sagen.

Die anberaumte Nominierungsversammlung am 5. November musste wegen der Coronakrise abgesagt werden. «Sie wird wahrscheinlich im Januar stattfinden.» Der SP-Vorstand habe mit mehreren Interessierten gesprochen und sich für einen Einervorschlag an die SP-Mitglieder entschieden. Ob diese Kandidatur Patrick Marti ist, dürfe er auch nicht sagen. Wegen der Verschiebung müsse der Vorstand sich nun überlegen, wann, was kommuniziert werden soll. «Wir haben eine Kandidatur und ich denke, die Person eignet sich sehr wohl für die Übernahme des Gemeindepräsidiums.»

CVP lässt noch ein Türchen offen

Die CVP will nicht hintenanstehen und macht sich auch Gedanken, eine Kandidatur ins Rennen zu schicken. Aber zuerst müsse man sich in der Ortspartei einigen, ob man überhaupt antreten will. «Das wird sich ende November entscheiden», erklärt CVP-Parteipräsident Marco Galantino. Sofern die Coronakrise dies zulasse.

Namen von möglichen CVP-Kandidaten will aber Galantino zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen. Mit dem Vizegemeindepräsidenten Daniel Grolimund hätte die CVP Zuchwil sicher eine mehrheitsfähige Person in ihren Reihen.

SVP würde bürgerliche Kandidatur unterstützen

2013 kämpfte die SVP Zuchwil mit Carlo Rüsics gegen Stefan Hug. «Aktuell haben wir keine Person in Aussicht», erklärt Parteipräsident Silvio Auderset. Man habe das Thema schon vor einem Jahr im Vorstand diskutiert. In der Folge hätten sich auch Gespräche mit zwei möglichen Kandidaten ergeben. «Diese sind aber leider beide aus Zuchwil weggezogen.»

Es würde immer schwieriger, Kandidaten für das Gemeindepräsidium zu finden. Da würden sich alle Parteien schwertun, zumal der politische Prozess mit der Coronakrise gehemmt sei. «Dem sind wir machtlos ausgeliefert und das beeinflusst die Wahl.» Sicher sei aber, dass die SVP eine klar bürgerliche Kandidatur unterstützen würde.

FDP will Gemeinderatssitze absichern

Dass dazu Gespräche im Gange sind, bestätigt Philippe Weyeneth, Parteipräsident der FDP. «Zusammen noch mit der CVP.» Die FDP aber werde mit grösster Wahrscheinlichkeit keine Kandidatur für das Gemeindepräsidium stellen. «Wir haben niemanden in unseren Reihen gefunden, der das Amt übernehmen möchte, und es hat sich auch sonst niemand zur Verfügung gestellt.» Grund dafür sei der Gewinn des dritten Gemeinderatssitzes in der letzten Wahl. «Diesen dritten Sitz haben wir nur knapp gewonnen. Wir wollen vor allem diese drei Sitze bei der nächsten Wahl sichern.»

Den grossen Bruder unterstützen

Die Grünen werden eher nicht selber antreten. Man wolle zwar noch einmal zusammensitzen und die Lage erörtern, aber Co-Präsident Benjamin Studer ist sich ziemlich sicher: «Wenn wir noch eine Person finden würden, wäre das eine grosse Überraschung.» Er werde darauf hinauflaufen, dass man den «grossen Bruder» unterstütze. «Die Linken sollten sich nicht die Stimmen wegnehmen.» Dies sei aber seine persönliche Meinung. «Beschlossen ist noch nichts.»

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