Deitingen
Wer holt sich den frei werdenden SP-Sitz?

Neue Ausgangslage im Gemeinderat: Die SP tritt nicht mehr zu den Wahlen an. Vor allem CVP und SVP hoffen auf einen Sitzgewinn

Urs Byland
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Die Deitinger Ortsparteien hoffen auf einen Sitzgewinn für die nächste Legislatur. (Archiv)

Die Deitinger Ortsparteien hoffen auf einen Sitzgewinn für die nächste Legislatur. (Archiv)

Hanspeter Bärtschi

Von den bisherigen sieben Gemeinderäten treten lediglich zwei für eine neue Legislatur an. Und statt vier Parteien sind es noch drei Ortsparteien. Keine Liste zustande brachte die SP, die ihren Gemeinderatssitz, den bisher Caroline Beiner-Flury innehatte, kampflos preisgibt. «Der Polit-Nachwuchs fehlt», erklärt SP-Präsidentin Silvia Felber-Kuhn. Die Linke habe versucht, Mitglieder zu akquirieren, aber ohne Erfolg. «Wir bleiben dran und wollen in vier Jahren wieder mit eine SP-Liste an der Gemeinderatswahl teilnehmen», bleibt Silvia Felber-Kuhn optimistisch.

Auf der anderen Seite des politischen Spektrums ist das Nichtantreten der SP auch vermerkt worden. «Wir dürfen gespannt sein, wohin der SP-Sitz wandert», sagt Christoph Schaller, Präsident der SVP-Ortspartei. Er hoffe aber schon auf einen zweiten Sitz.

Die Kandidierenden der SVP

Michael Tüfer (bisher), Christoph Schaller, Jessica Smith, Kevin Kunz, Rolf Aebi.

Die SVP steigt mit einer Fünferliste in den Gemeinderatswahlkampf. Mit dabei sind der bisherige Gemeinderat und mit Schaller auch der bisherige SVP-Ersatzgemeinderat. Er spüre viel Unmut im Dorf, so Schaller, vor allem wegen dem Ausreisezentrum des Bundes für Asylsuchende im Schachen. «Ich kann aber nicht beurteilen, ob dieser Unmut unserer Liste nützen wird.» Die CVP sei stark, und auch wenn viele Bisherige aufhören, seien Sitzveränderungen schwierig. «Es ist ja nicht so, dass die Bisherigen aus politischen Gründen aufhören. Die meisten gaben berufliche Gründe für ein Nichtantreten an.»

Die Kandidierenden der FDP

Benedikt Meier, Philippe Suter, Jan Binzegger.

FDP muss auf neue Kräfte setzen

Heftig gerupft wird diesbezüglich die FDP. Mit Vizegemeindepräsident Daniel Schreier tritt ein langjähriger Gemeinderat ab. Ihm gleich macht es Sibylle Sieboth Rao, die aktuell den zweiten FDP-Sitz besetzt. Ihnen folgen neue Kräfte aus den FDP-Reihen. «Wir wollen unsere zwei Sitze halten», ist denn auch das Ziel des Präsidenten der FDP-Ortspartei Werner Meier. Die Chancen seien aufgrund des Wähleranteils vor vier Jahren durchaus intakt. Wohin der frei werdende SP-Sitz wandert, darüber lasse sich nur spekulieren. Die FDP wolle auf jeden Fall die Politik im Gemeinderat unterstützen.

Dieser suche eine für das Dorf möglichst verträgliche Lösung im Schachen. «Dort sind sehr viele gemeinnützige Institutionen geplant. Die Bevölkerung ist deswegen beunruhigt. Insbesondere soll unser Naherholungsgebiet keine Beeinträchtigung erfahren.» Nicht durch die FDP alleine, sondern nur gemeinsam könnten gute Lösungen erreicht werden. Auch finanzpolitisch sorge sich die FDP, so Meier. Ein grosser Steuerzahler, der weggefallen ist, müsse ersetzt werden.

Die Kandidierenden der CVP

Bruno Eberhard (bisher), Franziska Sterchi-Jäggi, Jürg Schärli, Martin Joss.

«Bevölkerung vertraut Gemeinderat»

Mit drei Sitzen ist die CVP aktuell gut im Gemeinderat vertreten. Sie stellt zudem den Gemeindepräsidenten. Dieser, Bruno Eberhard sagt: «Einen vierten Sitz zu holen, ist nicht völlig ausgeschlossen.» Er glaubt, dass der frei gewordene Sitz entweder der SVP oder der CVP zufallen wird. Aber für ihn ist klar: «Die vier Kandidaten auf der CVP-Liste ergänzen das Gemeinderatsteam ideal. Will die Bevölkerung das stärkste Team im Gemeinderat, müssten alle vier CVP-Kandidaten gewählt werden.»

Er anerkenne, dass die SVP eine zahlenmässig starke Liste bringe, aber: «Sie haben etliche Nobodys auf der Liste.» Das neue Team werde vor grossen Herausforderungen stehen. Und die bisherige CVP-Politik werde positiv beurteilt. «Ich spüre keinen grossen Widerstand. Das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik des Gemeinderates ist intakt.»

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