Biberist
Wenn der Lieferwagenlenker nur unter die Schranke gefahren wäre...

Am Mittwoch blieb ein Lieferwagen in Biberist mitten auf dem Bahnübergang stehen und wurde vom Zug erfasst. Was viele Lenker vielleicht nicht wissen: Wenn man in solchen Situationen unter oder gegen die Schranke fährt, merkt der Lokführer im Voraus, dass etwas nicht stimmt.

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Der Lieferwagen wurde vom Zug erfasst und weggeschleudert.

Der Lieferwagen wurde vom Zug erfasst und weggeschleudert.

Kapo SO

Der Lokführer, der am Mittwochnachmittag im Führerstand des BLS-Zuges von Burgdorf in Richtung Solothurn sass, konnte nicht wissen, dass etwas mitten auf dem Bahnübergang an der Unterbiberiststrasse stand.

Als er um die leichte Kurve vom Bahnhof Gerlafingen her kam, muss ihn der weisse Lieferwagen auf den Gleisen mächtig erschrocken haben. Der Zug kollidierte mit dem Wagen und schleuderte ihn rund 15 Meter weg. Der Lieferwagen blieb stark beschädigt auf dem Wiesenbord stehen.

Wie die Polizei mitteilte, hatte der Lieferwagenlenker noch versucht, die geschlossene Schranke anzuheben. Das funktioniert aber nie. Sind die Schranken einmal geschlossen, lassen sie sich nicht wieder öffnen, bevor der Zug durchgefahren ist.

Lieferwagen wird in Biberist von Zug erfasst
3 Bilder
Der herannahende Zug kollidierte dann mit dem Fahrzeug
Der Lieferwagen wurde durch die Wucht des Aufpralls rund 15 Meter weggeschleudert und total beschädigt.

Lieferwagen wird in Biberist von Zug erfasst

Kapo SO

Die Barrieren sind mit einer Sicherungsanlage verbunden. «Die Sicherungsanlagen prüfen vor jeder Zugdurchfahrt, ob die Schranken unten sind und die Wechselblinker blinken. Erst dann schaltet das Signal für den Lokführer auf Grün», erklärt BLS-Mediensprecherin Helene Soltermann. Wenn sich die Latten nicht bis ganz in die Waagrechte bewegen können, erkennt das Sicherungssystem einen Mangel und lässt das Signal auf der Strecke nicht auf Grün umspringen.

Deshalb merkt der Lokführer, dass etwas nicht stimmt. «Dann muss er verlangsamen und darf nur im Schritttempo an den Bahnübergang heranfahren», so Soltermann. Würde sich also beispielsweise ein Auto unter der Schranke befinden und der Lokführer kein unbeschränktes «Go» erhalten würde, dann könnte dieser noch reagieren.

Eine weitere Möglichkeit: Einfach mit voller Wucht gegen die Schranken fahren. (ldu)

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