Theater Mausefalle
Wenn das perfekte Chaos herrscht

Lauthals lachen ist angesagt, wenn das Teatro Mobile in der Mause-falle das Lustspiel «Taxi, Taxi» von Ray Cooney auf die Bühne bringt.

Helmuth Zipperlen
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Leonie Schütz (l.) als «Mary» und Silvana Grellmann als «Barbara» halten gleich zwei Polizeiinspektoren auf Trab.

Leonie Schütz (l.) als «Mary» und Silvana Grellmann als «Barbara» halten gleich zwei Polizeiinspektoren auf Trab.

zvg

Ein einfaches Bühnenbild. In der Mitte ein Sofa, daneben zwei Stelltischchen mit Telefon, ein Sessel, zwei Türen. Die Farbe der Wände ändert sich in der Bühnenmitte. Barbara Smith tritt auf, schreitet die Bühne ab und setzt sich auf die linke Seite des Sofas. Mary Smith tritt auf, schreitet die Bühne ab und setzt sich auf die rechte Seite des Sofas. Simultan greifen beide Damen zum Telefon und melden auf der nächsten Polizeistation ihren Mann John Smith als vermisst.

Bald wird dem Publikum klar, dass die Handlung, obwohl eine Bühne und ein Dekor, in zwei verschiedenen Wohnungen stattfindet, welche beide offensichtlich einem John Smith gehören. Die Ausgangslage des turbulenten, in Gags und Witz überbordenden Spiels ist, dass der Taxifahrer John Smith einer alten Dame zu Hilfe eilen wollte, welche von zwei Dieben überfallen wurde. Diese Dame Smith für einen Komplizen hielt, ihm die Handtasche über den Schädel schlug, sodass Smith im nahen Krankenhaus verarztet werden musste.

So hilfsbereit der Taxichauffeur auch ist, ist er trotzdem kriminell, denn er ist Bigamist. Er hat sowohl Barbara als auch Mary geheiratet und nach einem ganz bestimmten, fein ausgeklügelten Plan lebt er mal in jener oder der anderen Wohnung. Doch dieser Spitalaufenthalt bringt sein Programm durcheinander.

Die Meldungen der beiden Ehefrauen bei der Polizei nach dem vermissten Ehemann, der in der Regel äusserst pünktlich zu Hause erscheint, haben zur Folge, dass sich die beiden Inspektoren Throughton und Porterhouse, von zwei verschiedenen Revieren, sich einmischen müssen.

So spitzt sich denn die Situation immer weiter zu und selbst John Smith verheddert sich in seinem Lügengespinst. Dafür lässt die Spieldauer, inklusive Pause, von zweieinhalb Stunden keine einzige Minute der Langeweile aufkommen.

Glanzvolle Aufführung

Die Regie von Jörg Studer hat es verstanden, die Mitwirkenden zu komödiantischen Glanzleistungen zu bringen und hat geschickt, schrille und etwas ruhigere Momente vermischt. Unterstützt wurde er in der Technik von Vico Hélier. Wir haben die Auftritte von Nourdin Khamsi auf der Mausefalle-Bühne schon eine Zeit lang verfolgen können, aber als John Smith wächst er über sich hinaus.

Besser kann man dieses zum Nervenbündel gewordene Mannsbild kaum spielen. Und dennoch spielt er die anderen nicht an die Wand. Insgesamt kann von einer überzeugenden Ensembleleistung gesprochen werden. Muss John Smith eine Zeitung essen, um sich nicht zu verraten, wird sein Nachbar und Freund Stanley Gardner mal zu einem lästigen Farmer, mal zu einem schwulen Verführer und mal zu einem der beiden John Smith. Christoph Stapfer kann in dieser Rolle ebenfalls eine ganze Skala von Gefühlen ausspielen.

Die beiden Ehefrauen von John Smith Léonie Schütz als Mary und Silvana Grellmann als Barbara kommen als unterschiedliche Charaktere über die Rampe. Sie bleiben eigentlich immer sich selber, auch wenn Smith sie mal als Putzfrau, mal als Transvestit oder mal als Nonne ausgibt, spielen aber überzeugend sowohl die liebende als auch die wütende Ehefrau.

Mit verursacht wird das Chaos durch die beiden Inspektoren. Nico Barth (Throughton) und Sofia Meszaros (Porterhouse) spielen lange die naiven, korrekten Gesetzeshüter, bis sie dem Doppelleben von Smith doch noch auf die Schliche kommen.

Eine weitere Lachnummer bietet Sophie Nyfeler als überkandidelte Nachbarin Bobby Franklin. Komplettiert wird das Ensemble durch Patrick Streit als aufdringlichem Zeitungsreporter. Wer sich im Theater unterhalten lassen will, ist hier am richtigen Ort.

Weitere Aufführungen: Freitag,
10. Juni, 20 Uhr, Sonntag, 12. Juni, 17 Uhr, Freitag/Samstag, 17./18. Juni, je 20 Uhr.