Kriegstetten
Wenn das Computerprogramm himmlische Fehler macht

Das Zentrum für Sonderpädagogik in Kriegstetten zeigt das traditionelle Weihnachtsspiel, diesmal zum Thema «Computerängle – himmlische Kids».

Gundi Klemm
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Weihnachtsfeier

Weihnachtsfeier

Hanspeter Bärtschi

Die modernen Zeiten sind auch im Himmel angekommen. Die Weihnachtsengel-Truppe hat inmitten der Wolkenlandschaft ihren Computer mit allen Angaben aus dem goldenen Buch gefüttert und plant bereits eine himmlische Homepage. Jetzt geht es darum, ihren gestrengen Zuchtmeister Petrus von der vorteilhaften Effizienz und Übersichtlichkeit der Computerprogramme zu überzeugen. Wie alljährlich sollen die bravsten Kinder auf Erden beschenkt werden. Schliesslich willigt Petrus in den Erdentrip ein, will aber von seiner himmlischen Hochterrasse aus seine cleveren Boten im Auge behalten.

Irrtum um Irrtum

Der erste Besuch gilt einem jungen Punker mit Irokesenschnitt, der in seiner rockig-hippen Bude in der Gesellschaft seiner Freunde nicht so aussieht, als würde er am mitgebrachten Teddybär Freude haben. Das zweite Engel-Duo fliegt zu einem Schwesternpaar, das sich heftig über den Besitz einer Babypuppe zankt. Und Leo, als drittes besuchtes Kind, ist schon ein ganz ausgebuffter Gamer, dem die Engel einen hölzernen Bauernhof schenken wollen. Irgendetwas ist falsch gelaufen mit ihrer Computeraufstellung, denn Alter und sonstige Untugenden, verzeichnet in der schwarzen Liste des Samiklaus, sind nicht aufgeführt.

Petrus donnert, dass all diese Irrtümer Konsequenzen haben werden. Etwas milder gestimmt betont er, dass der Himmel keinen Computer und keine Homepage braucht, weil man von oben aus freie Sicht in die Herzen der Menschen habe. Zur Kontaktaufnahme müssten die Menschen andere Wege finden. Drei Sprecher verdeutlichten, wie man den Himmel auf die Erde bringen könne, indem hienieden weder Streit noch Krieg herrscht.

Vor mehreren Jahren hatte das Zentrum für Sonderpädagogik dieses von Sybille Velter geschriebene und von Christoph Guggisberg in Mundart übersetzte und mit Kompositionen ergänzte Stück «Computerengel-himmlische Kids» schon einmal aufgeführt. Mit der jetzigen Generation jugendlicher Schauspieler und den Regieeinfällen von Selina Meyer und Sasha Schenk wirkte das Theater ganz anders. Leider wurde streckenweise zu leise gesprochen.

Musikalische Botschaft

Heilpädagogin Lea Schneider leitete den beeindruckend grossen Chor, der spüren liess, dass in den Schulstuben während des Jahres viel gesungen wird. Die Dirigentin verband die sieben Liedvorträge, die inhaltlich das Bühnengeschehen untermalten, mit kleinen Bewegungsgestaltungen aller Singenden. Die wie immer klangvolle Basis legte die siebenköpfige Hausband, die instrumental vielfältig besetzt war.

Ulrich von Känel, neuer Gesamtleiter des im Juni 2017 in «Stiftung focus Jugend» umbenannten Zentrums für Sonderpädagogik, dankte allen jugendlichen und erwachsenen Beteiligten für ihre wertvolle Arbeit. Mit herzlichem Dank erwähnte Schulleiterin Corinne Meier, dass die Kreisschule Hoek ihre Turnhalle alljährlich für Probenzeit und Aufführungen grosszügig zur Verfügung stellte.

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