Lommiswil

Weniger Steuern und mehr Verwaltung für die Gemeinde

Die neue Stelle soll das gesamte Verwaltungsteam entlasten. (Symbolbild)

Die neue Stelle soll das gesamte Verwaltungsteam entlasten. (Symbolbild)

Schwer tat sich die Gemeindeverwaltung im letzten Jahr. Mehrere Wechsel führten zu unruhigen Situationen, die nun aber mit einer zusätzlichen Verwaltungsstelle ein Ende gefunden haben.

«Viel Know-how ist mit den Wechseln auf der Verwaltung verloren gegangen», berichtete Gemeindepräsidentin Erika Pfeiffer. Die Gemeindeversammlung war aufgefordert, die neue Situation in eine definitive zu überführen.

Die Inhaberin der zusätzlichen Verwaltungsstelle würde die Kleinarbeiten erledigen. Gleichzeitig würde man auf die Lehrlingsausbildung verzichten.

«Es ist nicht attraktiv, bei uns auf der Gemeindeverwaltung eine Lehre zu absolvieren. Die Anforderungen an die Ausbildung werden immer grösser und können bei uns in ihrer Vielfalt kaum geboten werden», begründet Gemeindepräsidentin Erika Pfeiffer den Entscheid.

Zudem binde die Ausbildung zuviel Kräfte der Ausbildenden, in diesem Fall der Gemeindeverwalterin. Hier sei aber das letzte Wort noch nicht gesprochen. Möglicherweise werde man im Sommer 2016 wieder eine Lehrstelle anbieten.

Die neue Verwaltungsstelle kostet 70 000 Franken, gleichzeitig senkt die Gemeindeverwalterin ihr Pensum um 10 Prozent. «Mit der neuen Lösung können auch die Sachbearbeiter Finanzen und Allgemeine Verwaltung wieder ihre eigentliche Arbeit ausführen. Das hat bereits zu einer merklichen Entlastung im ganzen
Verwaltungsteam geführt», so Pfeiffer.

Die Kritik war unter den 44 anwesenden Stimmberechtigten nicht zahlreich, aber intensiv. «Unverhältnismässig» für eine Gemeinde dieser Grösse, befand beispielsweise ein Anwesender.

Andere forderten eine Gesamtschau, zumal die Gemeindepräsidentin, die mit grossem Engagement viele Arbeiten auf der Gemeindeverwaltung zusätzlich erledige, Ende der Legislatur 2017 zurücktreten werde, was Erika Pfeiffer bestätigte.

Von anderer Stelle kam die Überlegung, das Gemeindepräsidium aufzustocken. Erika Pfeiffer wiederum ortete die Ursachen für die Probleme mit der Verwaltung in der Vergangenheit, als die Gemeinde sparen wollte, Beamte abbaute und später Sachbearbeiter einstellte.

Am Ende genehmigte die Gemeindeversammlung klar mit 36 Ja zu 7 Nein bei einer Enthaltung die Verwaltungsstelle.

Positive Zahlen im 2016

Erfreulich für die Gemeinde präsentieren sich die Zahlen im Budget 2016. Lommiswil erhält aus dem Finanz- und Lastenausgleich beinahe 600 000 Franken. Gleichzeitig wächst die Einwohnerzahl von Lommiswil und haben sich die Steuereinnahmen mit der vor kurzem realisierten Steuersenkung nicht wie erwartet zurückgebildet.

Mit dem Resultat, dass der Gemeindeversammlung erneut eine Steuersenkung schmackhaft gemacht werden kann, und die Erfolgsrechnung im nächsten Jahr im Plus abschliessen soll.

Das Plus werde rund 20 000 Franken betragen. Der Steuerfuss soll um 3 Prozent von 130 auf 127 für natürliche Personen und von 100 auf 97 für juristische Personen sinken. Die Gemeindeversammlung stimmte dem Budget mit der Steuersenkung geschlossen zu.

Einziger Wermutstropfen ist die Erhöhung des Wasserpreises von 1 Franken auf 1.50 Franken pro Kubikmeter.

In dieser Spezialrechnung muss das Eigenkapital wieder aufgebaut werden, weil Rückstellungen für den Werterhalt und die neueKonzessionsgebühr die Rechnungbelasten.

In der Investitionsrechnung werden 793 500 Franken Nettoausgaben aufgeführt. Grosse Ausgaben erfordert die Erschliessung der Gewerbezone Süd mit Wasser und Abwasser, welche aber über die Spezialfinanzierungen abgerechnet werden.

Der Finanzplan sieht in den Folgejahren jeweils ein Minus in der Erfolgsrechnung vor. Gleichzeitig wird das Eigenkapital kontinuierlich abgebaut und eine pro Kopf-Verschuldung von 800 Franken bis 2022 in Kauf genommen.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1