Seit rund einem Jahr darf sich der Biber am Weierbach austoben. Schon vor mehreren Jahren haben die Nagetiere im sogenannten Schnapshölzli, im Grenzgebiet zwischen Halten und Hersiwil, damit begonnen einen rund 50 Meter langen Damm und eine Burg zu bauen.

Pro Natura konnte dort im vergangenen Jahr zwei Waldparzellen, mit einer Gesamtfläche von rund 68 Aren, kaufen und so hat der Biber nun ein Revier, in dem er nicht nur geduldet wird, sondern sogar hochwillkommen ist. Tatsächlich hat er im letzten Jahr bereits damit begonnen, einen weiteren Damm zu bauen und die Landschaft umzugestalten. Aus dem aufgestauten Tümpel ist in der Zwischenzeit ein Teich geworden.

Nachweis fehlt

Immer wieder wird in Diskussionen rund um den Biber darauf verwiesen, dass das Tier wertvoll für den Erhalt und die Förderung der Biodiversität sei. In der Schweiz fehlen aber Studien, die diese Aussagen beweisen. Pro Natura und «Aktion Biber & Co.» (siehe Kasten) wollen nun mit einem Biber-Monitoring im Schnapshölzli Daten sammeln, die diese These stützen. Die Erstaufnahmen, die dafür gemacht werden müssen, sind zurzeit am Laufen und das Projekt wird vom Lotteriefonds des Kantons Solothurn unterstützt.

Zu sehen und zu hören sind die ersten Folgen der Besiedlung durch den Biber schon jetzt. Dann beispielsweise, wenn man sich dem aufgestauten Teich nähert. Amphibien haben damit begonnen, ihn zu besiedeln und je nach Wetter sind laute Froschkonzerte zu hören.

David Gerke beobachtet die Biberfamilie am Weierbach schon seit Jahren. Anfang April hat er die Biber-Spuren für das Monitoring aufgenommen – und war selbst überrascht. «Nagespuren der Biber finden sich noch fast einen Kilometer weiter östlich, bei einem der Teiche, die neben dem Tunnel der Bahn 2000 angelegt wurde.» Westlich enden die Ausflüge des Bibers bei der Strasse, die durch den Wald von Halten nach Hersiwil führt. Zu Beginn der Besiedlung des Weierbaches durch den Biber, war dieser praktisch nur im Schnapshölzli anzutreffen. Wieso genau er nun so weit wandert, das kann Gerke allerdings auch nicht erklären.

Gesamte Flora und Fauna

Mit dem Biber-Monitoring sollen nicht nur Daten und Fakten zum Biber zusammengetragen werden. Konkret werden verschiedenste Fachleute und Spezialisten in den nächsten Tagen und Wochen im Wald rund um den Biberdamm anzutreffen sein. So wurden beispielsweise an über 20 Stellen Wellplatten ausgelegt, mit denen die Reptilien-Fauna untersucht werden soll. Hanspeter Aeschlimann, ein anerkannter Ornithologe aus Bolken, wird sich der Vogelwelt widmen.

Auch die Fischpopulation, die Libellen und Tagfalter, und die Gross- und Kleinsäuger, sollen miteinbezogen werden. Die Veränderungen der Flora und der Landschaft sollen zudem mit Fotos dokumentiert werden, die immer am genau gleichen Ort gemacht werden.
Das Erfassen der Daten dürfte bis in den Herbst hinein dauern. Dann habe man einen Überblick, so Gerke. «Wenn wir wissen wollen, was genau passiert, dann müssen wir aber in fünf Jahren erneut ein Biber-Monitoring durchführen. Denn was wir jetzt erfassen, ist nur der Ist-Zustand.»