Haben wir noch Potenzial, um Synergien zu nützen? Martin Rüfenacht (Horriwil, Präsident der Gemeindepräsidentenkonferenz Wasseramt, GPKW) fragte seine Kollegen nach ihrer Meinung. Eingebracht hatte die Idee Stefan Hug-Portmann (Biberist). Biberist und Zuchwil haben sich nämlich zusammengetan und sich in Sachen IT gemeinsam umgesehen, um so ein besseres Angebot und einen besseren Preis zu erhalten.

«Wieso beschaffen wir nicht gemeinsam unsere ‹Bushüsli›?», fragte Hug in die Runde. Und das sei nur ein Beispiel, meinte Rüfenacht. Wieso könne man nicht beispielsweise das Inserat zum Zurückschneiden der Bäume gemeinsam im Azeiger publizieren oder das Inserat, das an den Einzug der Hundesteuer mahnt. Auch die Aus- und Weiterbildung der Verwaltungsangestellten liesse sich durchaus gemeinsam organisieren. «Und wieso ist es nicht möglich, bei einem Personalengpass Angestellte für eine kurze Zeit auszutauschen?» Rüfenacht stellt sich zudem vor, dass sich die Gemeinden auch gegenseitig helfen oder beraten könnten. Im Sinne einer zweiten Meinung, oder wenn es um das Beschaffungswesen oder Reglemente geht.

Grundsätzlich kam diese Idee innerhalb des Gremiums gut an. Stefan Berger (Aeschi) warnte aber davor, dafür ein neues Gremium zu schaffen. «Wir sehen uns regelmässig hier in diesem Kreis und können uns hier austauschen.» Auch Brandon Miller (Drei Höfe) fand, dass es mit der Zeit langsam knapp werde, wenn noch mehr Aktivitäten auf ihn zukommen würden. Marcel Linder (Oekingen) machte darauf aufmerksam, dass vor Jahren eine Gemeindeplattform geschaffen wurde, die aber scheiterte. Er machte deutlich, dass die Idee als solche gut sei, dass eine solche Plattform aber sozusagen von selber laufen sollte. «Man sollte Ideen hochladen, und wer das Wissen braucht, sollte es ebenso einfach herunterladen können.»

Das Büro der GPKW werde das Thema bearbeiten und allenfalls mit einem Vorschlag an die Gemeindepräsidenten herantreten, so Rüfenacht.

Wissen weitergeben

Anita Schärli und Peter Fäh vom Netzwerk Innovage stellten ihre Organisation vor. In der gemeinnützigen Organisation haben sich pensionierte Führungs- und Fachkräfte zusammengefunden, die ihr Wissen zur Verfügung stellen. Profitieren können Vereine, Gemeinden oder Organisationen wie beispielsweise ein Mittagstisch. «Wir helfen nur, wenn es um ein gemeinnütziges oder ein Non-Profit-Projekt geht», machte Schärli klar. So hat man beispielsweise der Stiftung «Schulmuseum Bern in Köniz» dabei geholfen, den Zustand der Sammlung zu analysieren, und das Museum bei der Neuorganisation begleitet. Innovage hat auch die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände bei der Organisationsentwicklung der Aktion 72 Stunden, sowie weiteren Projekten unterstützt. Neben dieser Hilfe engagiert sich Innovage im Collegium 60plus und im Projekt Generationenwohnen.

Sympathien für Majorzwahl

Unter dem Traktandum «Verschiedenes» wurde das Thema «Majorzwahl für den Gemeinderat» andiskutiert. Die Idee, die im Gemeinderat Kriegstetten aufgenommen wurde, fand bei den Anwesenden grosse Sympathie. «Wir könnten den überparteilichen Vorstoss für den Kantonsrat schon hier machen», meinte denn auch Hardy Jäggi (Recherswil), da Kantonsräte von SP, FDP und CVP im Raum sitzen würden. Ein ähnlicher Vorstoss wurde bereits vor einigen Jahren eingereicht, damals aber abgelehnt. «Ich denke, das hat auch damit zu tun, dass der Kantonsrat damals den Handlungsbedarf zu wenig erkannte», so Bruno Meyer (Etziken). In der Zwischenzeit dürfte sich dies geändert haben.

Hardy Jäggi machte darauf aufmerksam, das der Verein pro Wasseramt immer noch auf der Suche nach Mitgliedern sei. «Wenn der Verein nicht durch die Gemeinden getragen wird, dann wird er das Ende des Jahres nicht erleben», erklärte er. Im Bucheggberg und im Thal würde die Organisation bestens funktionieren.