rstmals organisierte der Forstbetrieb Bucheggberg einen Waldbesitzer-Workshop. Teilnehmer waren neben den Präsidentinnen und Präsidenten der angeschlossenen Bürger- und Einwohnergemeinden auch die jeweiligen Forstbeauftragten sowie einige von diesen eingeladene Waldbesitzer.

Einleitend vermittelten Werner Isch (Präsident) und Mark Hunninghaus (Betriebsleiter) den Anwesenden einen Überblick über die aktuelle Situation in der Forstbranche. Während die Lohnkosten stets steigen, herrscht bei den Holzpreisen eine diametral gegenteilige Entwicklung. Tiefe Importpreise verschärfen die Situation auf dem Schweizer Holzmarkt zusätzlich. Zum Vergleich: im Jahr 1960 deckte der Erlös einem Kubikmeter Holz noch
25 Arbeitsstunden, heute deckt er nur knapp eine Arbeitsstunde eines Forstwartes.

Obwohl die Unterhaltsmassnahmen an der Weg- und Erholungsinfrastruktur fast ausschliesslich durch die Holzernte finanziert werden, schwindet das Verständnis für die Nutzung des Waldes kontinuierlich. Der Forstbetrieb erntet im öffentlichen Wald und im Privatwald jährlich rund 12 000 Kubikmeter Holz.

Ein Dauerbrenner unter den Kritikpunkten sind beispielsweise bei nassem Wetter befahrene und als Folge davon matschige Rückegassen oder verschmutzte Waldstrassen. Dass von der Bucheggberger Gesamtwaldfläche jedoch nur 3.5 Prozent mit Forstmaschinen befahren wird, findet bei diesen Beurteilungen oft keine Beachtung. Sämtliche dieser Fahrgassen werden mit GPS erfasst, damit auch künftige Förstergenerationen dieses Erschliessungsnetz übernehmen können.

Fehlende Abgeltung

Der Wald als Ökosystem ist multifunktional und erbringt Leistungen, welche von breitem öffentlichem Interesse sind. So stellt er ein interessantes Studienobjekt für den Bereich Wissenschaft/Bildung dar, ist aber gleichzeitig auch ein attraktives Werbeelement für die Tourismusbranche, bietet Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten (Biodiversität) und ist auch von grosser Bedeutung für die Jagd. Er bietet Schutz vor diversen Naturgefahren und hat einen günstigen Einfluss auf die Qualität der Luft, des Bodens und des Wassers – er ist ein wichtiger Klimaregulator. Der Waldbesitzer wird für viele dieser Leistungen nicht entschädigt. Speziell zu nennen sind die Leistungen für den Tourismus oder die vom Bund kostenlos genutzten CO2-Senkenleistungen des Waldes zur Erreichung der Kyoto-Klimaziele.

Klima und Umwelt

Auch die Folgen der Klimaerwärmung und der Globalisierung hinterlassen im Bucheggberger Wald Spuren. Durch die steigenden Temperaturen und die trockenen Sommerperioden kommen Baumarten wie die Fichte, die Weisstanne oder die Buche zunehmend unter Druck. Die flachwurzelnde Fichte kann im Sommer ihren Wasserbedarf nicht mehr stillen, ihre natürlichen Abwehrmechanismen werden geschwächt und der Borkenkäfer kann sich ungehindert vermehren.

Auch eingeschleppte Pflanzenarten wie invasive Neophyten, Pilzarten und Käfer bringen das Gleichgewicht des sensiblen Ökosystems Wald ins Wanken. Luftschadstoffe und Stickstoff werden via Niederschlag in die Erde gespült und führen zur Übersäuerung des Waldbodens und zu Degenerierungen von Feinwurzeln.

Das forstpolitische Vakuum

Nebst all den äusseren Einflüssen sieht sich die Schweizer Forstbranche auch mit einem politischen Problem konfrontiert, so die Referenten am Workshop. Eine starke Lobby wie beispielsweise bei den Bauern sucht man vergebens.

Im Anschluss an die Erläuterungen wurden den 44 anwesenden Waldbesitzern Fragen zur Zukunft des Forstbetriebs gestellt. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Waldbesitzer im Bucheggberg geschlossen hinter der Holzproduktion stehen, auch wenn diese aktuell keine grossen Reinerträge abwerfen wird.

Gesetzt wird auf faire Arbeitsbedingungen, die Ausbildung von Lernenden, die Anstellung von lokalen Forstunternehmern und vor allem auf eine nachhaltige Waldbewirtschaftung im Sinne des Dauerwaldes.

Der Forstbetrieb verfügt bei einer zu betreuenden Gesamtwaldfläche von rund 1930 ha über einen Personalbestand von 350 Stellenprozent.

Der Betrieb soll sich Nischen im Bereich Arbeiten für Dritte suchen, und es nicht scheuen, neue Projekte aufzugreifen und im Bereich der regionalen Wertschöpfung des Rohstoffes Holz aktiv zu werden. Ein Verzicht auf die regionale Produktion des Rohstoffes Holz zugunsten anderer Waldleistungen stand an diesem Abend nie zur Debatte. (mgt/uby)