Storchensiedlung
Weil Feuerwehr-Leiter streikte: «Das war die kürzeste Beringung, die wir je hatten»

Eigentlich hätte am Mittwoch in Altreu die alljährliche Beringung der Jungstörche stattgefunden. Aber aufgrund einer technischen Störung der Drehleiter der Feuerwehr fiel diese nun ins Wasser.

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In den letzten Jahren hat die Drehleiter stets funktioniert. (Archivbild)

In den letzten Jahren hat die Drehleiter stets funktioniert. (Archivbild)

Hanspeter Bärtschi

Altreu ist als das Storchendorf der Schweiz bekannt. Jeder, der dem Dorf schon mal einen Besuch abgestattet hat, weiss auch warum. Die aussergewöhnlich grossen Vogelnester gehören ebenso zu dem Ortsbild wie das Geräusch laut klappernder Störche.

Ein Storchendorf zu sein, bringt aber auch einige Pflichten und einiges an Arbeit mit sich. Zu diesen gehört beispielsweise das alljährliche Beringen der Jungstörche. Dabei werden allen Jungtieren in einer grossen Aktion und mithilfe der Feuerwehr ein kleiner Ring angebracht. Die einmalige Nummer auf den Ringen gibt Auskunft über Siedlungsort und Geburtsjahr des jeweiligen Storches.

«Dieses Jahr dürfte es sich um etwa 80 Jungtiere handeln», gibt Renata Gugelmann vom Verein Für üsi Witi eine erste Einschätzung über den Nachwuchs-Bestand ab. Eine genauere Beurteilung sei erst nach der Beringung möglich. Genau da liegt aber der Haken. Die diesjährige Beringung, die für Mittwoch vorgesehen gewesen wäre, fiel nämlich ins Wasser.

2018 gibt es viele junge Störche in Altreu
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Dieses Jahr haben viele überlebt.
In den letzten Jahren waren heweils viele in der Kälte und im Regen gestorben.

2018 gibt es viele junge Störche in Altreu

Rahel Meier

Die Drehleiter der Feuerwehr Stadt Solothurn liess sich nicht ausfahren. Deshalb konnten die Storchnester, welche sich in beachtlicher Höhe befinden, nicht erreicht werden.

«Das war die kürzeste Beringung, die wir je hatten», nimmt Heidi Ammann, ebenfalls vom Verein Für üsi Witi, die Panne mit Humor. Die Beringung wurde nun auf den 16. Juni verschoben. «Hoffen wir mal, dass dann alles klappt», meint Heidi Ammann dazu.

Auf Nachfrage bei der Feuerwehr Stadt Solothurn bestätigt Kommandant Boris Anderegg den Vorfall: «Es gab eine technische Störung am Gerät.» Die Störung werde aber umgehend behoben, so Anderegg weiter.

Ein Glück lediglich, dass es sich hier nicht um einen Ernstfall gehandelt hat. Die kleinen Störche stört es wohl kaum, dass sie noch ein Weilchen auf ihre Anschriften warten müssen. (ajs)

Beringungsaktion 2016 in Altreu Zwei Jungstörche strecken den Kopf aus dem Nest
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Mit schwerem Gerät der Feuerwehr der Stadt Solothurn unterwegs.
Zwei Störche, die mit Sendern versehen sind.
Es gilt die Jungstörche zu beringen.
Dafür muss die Leiter ausgefahren werden.
Eine Behausung mit viel Übersicht
Robert Schoob beringt den Jungstorch
Diese Ringe werden den Jungstörchen am Bein befestigt.
Die Aktion stösst auf grosses Interesse bei den Gästen des Restaurantszum grünen Aff.
Der Moment wird festgehalten
Hier sind gleich zwei Jungstörche im Nest.
Auch sie bekommen einen Ring
Diese Ringe werden den Jungstörchen am Bein befestigt.

Beringungsaktion 2016 in Altreu Zwei Jungstörche strecken den Kopf aus dem Nest

Hanspeter Bärtschi