Derendingen

Weiher beim Fussballplatz Heidenegg trocknen seit Jahren aus – selbst nach starken Regenfällen

Das 90 Aren grosse «Kreuzkrötenbiotop» in Derendingen wird gehegt und gepflegt, da es einen wichtigen Rückzugsort für Amphibien und Wasserinsekten darstellt. In den letzten Jahren aber trockneten die Gewässer vermehrt aus. Das Problem scheint tief im Boden zu liegen.

Seit Jahren pflegt der Natur- und Vogelschutzverein Derendingen das sogenannte «Kreuzkrötenbiotop» beim Fussballplatz Heidenegg. Das Gebiet sei, so Präsident Patrick Frara, ein wichtiger Rückzugsort für Amphibien und Wasserinsekten, vor allem Libellen. In den letzten Jahren habe sich die Situation im Gebiet aber verschlechtert. Die Weiher führen auch nach Regenfällen nicht mehr ausreichend Wasser und trocknen schnell wieder aus.

Der Natur- und Vogelschutz vermutet, dass die natürlichen Lehmschichten im Boden durch die längeren Trockenphasen rissig geworden sind. Immerhin konnte einer der Weiher vor zwei Jahren saniert werden. Aufgrund der Situation hat der Natur- und Vogelschutzverein auf seine Kosten ein Aufwertungskonzept erarbeiten lassen, das nun im Gemeinderat vorgestellt wurde. «Wir möchten wenigstens den Lebensraum für die häufigsten Arten wie den Grasfrosch oder die Erdkröte erhalten», so Frara.

90 Aren gross

Das Kreuzkrötenbiotop, das zwischen dem Fussballplatz und dem Grüttbach liegt, ist eine kommunale Naturschutzzone. Im südliche Teil liegen drei Weiher (Feuchtbiotope) und der nördliche Teil wird landwirtschaftlich bewirtschaftet (Wiese). Das Konzept sieht vor, dass im südlichen Teil (38 Aren) ein neuer Weiher von rund 900 Quadratmeter erstellt werden soll. Der bestehende Wanderweg wird mit einem Holzsteg über den Weiher geführt. Damit der Weiher nicht wieder austrocknet, soll er mit einer Folie abgedichtet und mit einer Kiesschicht ausgestaltet werden. Im Randbereich werden Stein- und Holzhaufen angelegt.

Die bestehenden Hecken werden ausgelichtet. Die Erdwälle belassen oder umgelagert. Um das Hartriegelproblem beim Erdwall entlang des Weges zu lösen, wird dieser teilweise abgetragen und das Material abgeführt. Der Wall wird mit Aushubmaterial aus dem neuen Weiher ergänzt. Entlang des Weges soll zusätzlich eine Trockenmauer erstellt werden.

Im Nordteil (53 Aren) wird eine neue Niederhecke von rund 140 Metern Länge angepflanzt. Auch hier soll es Stein- und Holzhaufen geben. Zusätzlich ist geplant, die Wiese mit Qualitätssaatgut anzusäen. Die Fläche soll auch weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden, es wird neu eine ökologische Bewirtschaftung angestrebt.

Die Aufwertung kostet insgesamt 100'000 Franken. Der grösste Teil dürfte durch Sponsoren. wie den Alpiq Ökofonds bezahlt werden. Der Gemeinderat Derendingen hat einen Beitrag von 30'000 Franken gesprochen. Wie schon bisher werden die Gemeinde und der Natur- und Vogelschutzverein auch den Unterhalt der Fläche untereinander regeln.

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