Bolken

Wegzüge beeinflussen Steuerertrag — In Zukunft kann es zu finanziellen Engpässen kommen

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Einige Bolkner Stimmbürger sorgen sich um die Finanzlage der Gemeinde. Der Finanzverwalter beruhigt.

Ein Stimmbürger äusserte seine Besorgnis zur Finanzlage der Gemeinde und fragte nach möglichem Sparpotenzial. Gemeindeverwalter Thomas Beer teilte zwar die Sorge, nannte aber auch Gründe. «Wir sind bezüglich der Altersstruktur ein junges Dorf mit unserer knapp 600-köpfigen Bevölkerung mit einem noch tiefen Steuersubstrat.»

Der Jahreshaushalt sei zu mehr als 80 Prozent durch gesetzliche und vertragliche Auflagen vorbestimmt. Zudem entstünden immer wieder erhebliche Steuerschulden, die aber durch Abkommen der Schuldner mit der Gemeinde überwiegend nachgezahlt würden. Ausserdem hätten in dieser Periode drei gute Steuerzahler das Dorf verlassen, was sich sofort bei den eingegangenen Gemeindesteuern bemerkbar machte: statt budgetierter 1,72 Mio. verbuchte die Gemeinde nur 1,6 Mio. Franken. Und dies nur dank des Verkaufs einer Liegenschaft im Wert von rund 80'000 Franken und weiteren Sondersteuern.

«Wir sind uns bewusst, dass es zukünftig finanziell eng werden kann», bestätigte der Verwalter das Bemühen des Gemeinderates Lösungen zu suchen. Davon waren die 18 anwesenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürger überzeugt, die letztlich alle Ratsanträge einstimmig gut hiessen.

Kleines Polster ist vorhanden

Erschreckend waren die Zahlen der Bolkner Rechnung 2019 keinesfalls. Noch ist ein Eigenkapital von 1,73 Mio. Franken vorhanden und der Steuerfuss bleibt weiterhin bei 135 Punkten. Einem Aufwand von 2,7 Mio. stand ein Ertrag von 2,5 Mio. Franken gegenüber. Der Verlust von 154'000 Franken war allerdings halb so gross wie das budgetierte Defizit von fast 300'000 Franken.

Offenbar hatte deutliche Ausgabendisziplin geherrscht, denn die Mehrzahl der Ressorts schloss unter den budgetierten Kosten ab. Einzig das Sorgenkind Soziale Wohlfahrt lag mit 535'610 Franken über der anvisierten halben Million. Investiert wurde für 125'570 Franken. Mangels Bautätigkeit, die zu einem um 10'000 Franken verminderten Aufwand in der Bauverwaltung führte, wurden bei der Gemeinschaftsantennen-Anlage und bei Wasser- und Abwasser keine Anschlussgebühren eingenommen.

Keine Bedenken hatte das Plenum gegenüber der Genehmigung der Statutenrevision im Zweckverband Schulkreis Wasseramt-Ost. Auch der Beitritt zur Wasserversorgung Wasseramt AG mit Verteilung der Aktienanteile auf die zwölf beteiligten Gemeinden fand volle Zustimmung.

Räumliches Leitbild schon bald fertig

Gemeinderat Bruno Affolter informierte über den Stand des Räumlichen Leitbildes. Bereits haben zwei Workshops zur Mitwirkung stattgefunden und die Quartieranalyse ist erstellt. Der Entwurf des Leitbildes liegt vor und wird am 1. Oktober publiziert. Nach nochmaliger Stellungnahme der Bevölkerung könnte die Gemeindeversammlung am 16. Dezember das Dokument verabschieden und damit die Ortsplanungsrevision starten.

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