Lüsslingen-Nennigkofen
Wegweiser für die EM-Beiz musste wieder weg

In Lüsslingen-Nennigkofen wurde mit einem Wegweiser auf die EM-Beiz beim Maishotel hingewiesen. Von zwei Polizisten gabs dafür eine Verwarnung.

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Beanstandetes Schild.

Beanstandetes Schild.

zvg

Dabei haben sie sich so viel Mühe gegeben. Damit das EM-Beizli beim Maishotel in Nennigkofen nicht verfehlt wird, haben die Mitglieder des organisierenden Skiklubs in der Umgebung Wegweiser aufgestellt. «Kreativ und mit viel Elan» seien sie dabei vorgegangen, schreibt der Aktuar des Skiklubs.

Die Freude verdorben haben ihm zwei Verkehrspolizisten, die, kaum war die EM angekickt, im Beizli aufkreuzten und eine mündliche Verwarnung erteilten. Weder waren die Schilder korrekt gestaltet, noch lag eine Bewilligung dafür vor. Für die Organisatoren zu viel der Kleinlichkeit. Vor Wahlen, so moniert der Aktuar, lasse die «hochwohllöbliche Politik» in Eigeninteresse einen Wildwuchs von Plakaten zu. Wenn man aber dem «Fussvolk» den Weg zu «Brot und Spielen» erleichtern wolle, marschierten gleich die Ordnungshüter auf. «Mehr Narrenfreiheit», so die Forderung.

Problematisch an den Wegweisern waren aber nicht bloss die Gestaltung und die fehlende Bewilligung. Zusätzlich wurden damit bestehende Verkehrsschilder verdeckt, was die Sicherheit auf der Strasse gefährde. Zudem waren darauf Logos von Sponsoren abgebildet. Fremdwerbung ist auf Signalisation aber verboten. Inzwischen sind die Bewilligungen eingeholt und die Firmenlogos verschwunden.

Die Schilder stehen ordnungsgemäss am Strassenrand. Alles halb so wild also – wenn der aufgebrachte Aktuar nicht Mitinhaber eines Planungsbüros und Bauverwalter von Lüsslingen-Nennigkofen in Personalunion wäre. Ein Schelm, der da etwas mehr Fingerspitzengefühl im Umgang mit raumplanerischen Grundsätzen voraussetzte. Und ein Narr, der Eigeninteresse vermutete. Denn das kassierte Logo ist jenes der Firma des Aktuars. (crs)