Buchegg
Wegen Ungereimtheiten: Die Mitwirkung zum räumlichen Leitbild wird verlängert

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Die Gemeinde Buchegg mit dem Schloss Buchegg im Vordergrund.

Die Gemeinde Buchegg mit dem Schloss Buchegg im Vordergrund.

Oliver Menge

Um es gleich vorwegzunehmen: Die Mitwirkung bezüglich des räumlichen Leitbildes in der Gemeinde Buchegg wird verlängert. Ursprünglich hätte die Eingabefrist am Montag enden sollen. An der Ergebniskonferenz, die beinahe 100 Anmeldungen verzeichnen konnte, zeigte sich nach einer teils hitzig geführten Diskussion, dass noch Ungereimtheiten vorhanden sind.

Thomas Ledermann (BSB +Partner) verwies mehrfach darauf, dass es sich beim räumlichen Leitbild nicht um einen Nutzungsplan handle. Aus diesem Grund müssen die Pläne aus einer strategischen Flughöhe und nicht parzellenscharf betrachtet werden. «Das räumliche Leitbild gibt erst die Stossrichtung vor.» Aus- oder Umzonungen seien hingegen kein Bestandteil davon. Bisherige Mitwirkungsbeiträge lassen jedoch darauf schliessen, dass dies der Bevölkerung noch nicht optimal vermittelt werden konnten. Die Leitbildpläne und die Leitsätze sind aber behördenverbindlich, die Planungsbehörde muss sich somit bei einer Annahme des räumlichen Leitbildes daran halten. Andreas Oberli plädierte dafür, nur die Leitsätze als verbindlich zu erklären, während die Pläne lediglich orientierenden Charakter aufweisen sollen. «Man soll der Bevölkerung nicht zumuten, solche Pläne zu lesen und zu beurteilen.» Der Vorschlag wird nun geprüft.

Landwirte wollen ihre Interessen einbringen

Im Mai 2019 fand im Vorfeld die Zukunftskonferenz statt. 70 Einwohnerinnen und Einwohner beteiligten sich und brachten ihre Sicht für die zukünftige Ausrichtung der Gemeinde ein. Die Resultate der Konferenz seien als Handlungsfelder in das räumliche Leitbild miteingeflossen. Ein prominentes Anliegen stellte dabei die Förderung von Naturschutz und Biodiversität in Buchegg dar. Ein Umstand, der bei den Vertretern der Landwirtschaft nicht nur auf Gegenliebe stiess. Insbesondere da aus ihrer Sicht die Interessen der Bauernschaft zu wenig berücksichtigt würden. «Zumindest müsste im Leitbild festgehalten sein, dass man eine Landwirtschaftsplanung anstrebt», sagt Bernhard Wyss. Des Weiteren sei der Aufruf der Bauern, diese in die Mitarbeit mit einzubeziehen, nicht beantwortet worden.

Die Kritik liess Gemeindepräsidentin Verena Meyer nicht gelten. Schliesslich würden in der Arbeitsgruppe drei Vertreter der Landwirtschaft sitzen, und auch an der Zukunftskonferenz hätten die Bauern sich einbringen können. Ledermann wiederum appellierte an die Kritiker, dass sie sich gerade deshalb aktiv in den Mitwirkungsprozess einbringen sollen. «Wir arbeiten noch immer am Entwurf.» Die Zeit dafür dränge allerdings. Die Ergebniskonferenz konnte Covid-19-bedingt erst kurz vor Ablauf der öffentlichen Mitwirkung abgehalten werden. Andreas Wyss schlug daher vor, die Frist um einen Monat zu verlängern. Dies stiess auch bei Meyer und den anwesenden Gemeinderäten auf Verständnis und wurde gutgeheissen. Somit verschiebt sich auch die für September geplante ausserordentliche Gemeindeversammlung zur endgültigen Annahme des Leitbildes auf später. (psg)

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