Noch bevor man die Shell-Tankstelle an der Luzernstrasse in Zuchwil betritt, sticht einem das Plakat ins Auge. «Stop! Betreten verboten mit Kopf- und Gesichtsbedeckungen». Steckt hinter dieser Aussage etwa ein rassistischer Gedanke? Auf keinen Fall, erklärt eine Verkäuferin, die nicht namentlich genannt werden möchte. Es handle sich dabei lediglich um eine Präventionsmassnahme: «Der Shop wurde leider schon einige Male überfallen. Daher haben wir uns entschieden, das Schild aufzuhängen, um zu sehen, wer den Laden betritt.»

Verboten sind gemäss Plakat Schals, die das Gesicht verdecken, Masken und Sturmmützen. «Aber auch Motorradhelme oder Kopftücher, bei denen man das Gesicht nicht erkennt», ergänzt die junge Frau. 

Gefühl von Sicherheit

Die Mitarbeiter haben schon einige Reaktionen von Kunden erhalten, bisher überwiegend positiv. «Wir versuchen, kritischen Kunden die Lage zu erklären. Denn Mitarbeiter, die schon einmal überfallen worden sind, haben wegen dieser Erfahrung oft ein mulmiges Gefühl, wenn jemand vermummt das Geschäft betritt.» Die Regelung gebe den Angestellten ein Gefühl von Sicherheit – und nur das sei ihnen sehr viel wert.

«Wir hatten aber auch schon Fälle, bei denen uns Leute bei der Polizei anzeigen wollten, falls wir das Schild nicht entfernen», erzählt die Verkäuferin. «Da sich die Tankstelle aber auf privatem Grund befindet, ist es völlig legal, ein solches Schild anzubringen.» Dies bestätigt auch Bruno Gribi, Mediensprecher der Kantonspolizei: «Eine strafrechtliche Relevanz im Zusammenhang mit diesem Plakat können wir demnach nicht erkennen.»