Der starke Franken zeigt die ersten Auswirkungen: Das Stahlwerk Gerlafingen baut 25 Stellen ab, wie die Verantwortlichen am Freitagnachmittag mitteilten. 6 Mio. Franken wollen sie bei den Personalkosten einsparen. Dies sei dringend notwendig: «Da alle Mitbewerber im Euro-Raum produzieren, mussten die Verkaufspreise bereits ab Februar der Wechselkurssituation angepasst werden», heisst es in der Stellungnahme.

Mit dem Entscheid der Nationalbank habe sich die Ertragssituation bei allen Produkten verschlechtert, teilt Stahl Gerlafingen mit. Nur teils hätten diese Ausfälle durch tiefere Einkaufspreise kompensiert werden können. Deshalb sehe sich das Werk nun als Sofortmassnahme gezwungen, auch beim «grössten Kostenblock in Schweizer Franken» zu sparen, nämlich bei den Personalkosten.

6 der 130 Mio. Franken, die beim Stahlproduzenten in Schweizer Franken anfallen, könnten mit Massnahmen beim Personal eingespart werden. Sparen will das Werk aber auch bei den Einkaufspreisen. «Mit den Schweizer Lieferanten wurden sofort Verhandlungen aufgenommen.»

Lohnkürzungen werden Thema

Auch für das übrige Personal dürfte die Aufhebung des Euro-Mindestkurses Konsequenzen haben. Es laufen bereits Gespräche über «temporäre Lohnmassnahmen» – sprich: Lohnkürzungen, wie Sprecherin Linda Krenn mitteilte. Darüber soll in den kommenden Wochen mit der Personalkommission weiter verhandelt werden. «Ziel ist es, die Kostenbasis so rasch als möglich den neuen Gegebenheiten anzupassen», schreibt die Stahl Gerlafingen.

Darüber hinaus will das Stahlwerk auch bei den Personalnebenkosten sparen. So werde etwa im Bereich Aus- und Weiterbildungen gestrichen, was «nicht zwingend notwendig» sei, sagt Firmensprecherin Krenn. Wie viele Kündigungen ausgesprochen werden, bezifferte die Firmenspitze nicht.

Die betroffenen Mitarbeiter sollen nächste Woche informiert werden. Ein Teil der Stellen werde mittels Pensionierung und natürlicher Fluktuationen abgebaut. Der traditionsreiche Solothurner Industriebetrieb, der heute zur italienischen Beltrame-Gruppe gehört, beschäftigt derzeit 514 Mitarbeitende (503 Vollzeitstellen) inklusive 29 Temporär-Angestellte.